Lotto - oder einfach so reich

Der Hauptgrund, warum viele Menschen, die es brauchen könnten, sich nicht für ein Bedingungsloses Grundeinkommen einsetzen, ist der gleiche, warum dieselben Menschen Lotto spielen. Im Grunde ihres Herzens glauben sie, sie haben Wohlstand nicht verdient. Weswegen auch viele Lottogewinner schon bald wieder pleite sind.

     Jeder, der das Gefühl im Innertsen kennt, dass ihm Wohlstand zusteht, der braucht kein Lotto mehr zu spielen. Viele Reiche sind auf dieses Selbstverständnis konditioniert. Egal, ob bewusst oder unbewusst - was reiche von armen Menschen unterscheidet, ist sehr oft genau diese eine und selbstverständliche Wahrnehmung: Das steht mir zu, ich habe ein Recht auf Wohlstand. Deshalb ist es auch keine Frage der Bildung, ob man ein wohlhabender Mensch wird oder nicht, sondern eine Frage der Herkunft sowie der damit einhergehenden Prägung und von Vitamin B natürlich. Das ist alles. Für monetären Reichtum ist es am Tagesende scheißegal, wie gut oder wie schlecht die Rechtschreibung ist. By the way - unzählige Beispiele aus der Geschichte zeigen bis heute, wie unwichtig unsere Bildung für unternehmerischen Erfolg tatsächlich ist. Sei es spontaner selfmade-Unternehmer oder Menschen, die zum Beispiel aufgrund familiärer Umstände plötzlich Unternehmer sein mussten - viele Unternehmer, die es nie gelernt haben und die weder Abitur noch Studium haben, sind dafür einfach viel zu erfolgreich. Und zu viele Manager, die zwar studiert haben, die es unternehmerisch aber nie gepackt haben. So mag ein Studium vielleicht entscheidend dafür sein, ob man einen Job im Management bekommt, aber es sagt nichts darüber aus, ob man seinen Job auch gut macht. Ok, wer Chirurg werden will oder Ingenieur, der sollte besser studieren. Aber Unternehmer? Über Irrtümer und Entartungen des Managements, darüber vielleicht ein andern Mal mehr.

      Anyway, was Arme und Reiche sehr wohl verbindet, sind die emotionalen Einschränkungen und Verletzungen, die man im Laufe seiner Kindheit erfahren hat und mit denen man sich in der Regel den Rest seines Lebens auseinander setzen muss. Die sind bei allen gleich und nehmen keine Rücksicht auf den Kontostand. Arme Menschen sind allerdings aufgrund ihrer existenziellen Abhängigkeit deutlich mehr dazu genötigt, sich sozialen Gefügen unterzuordnen. Was schonmal zu Wutausbrüchen führen kann. Weil ein "Nein, das will ich nicht"  kaum einen interessiert. Wohlhabende Menschen neigen viel schneller dazu zu sagen „Du kannst mich mal". Denn mit Geld findet man jederzeit schnell neue „Freunde“. Was aber leider auch bedeutet, dass sie es aufgrund ihres Geldes schwerer haben, sich selbst zu reflektieren und mit sich selbst auseinanderzusetzen. Geld suggeriert Unabhängigkeit, die nur zu gerne verwechselt wird mit Oberflächlichkeit und innerer Isolation. In Schuldzuweisungen behaftet zu bleiben, ist für fast jeden verlockender, aber nur ein Wohlhabender kann sich das scheinbar leisten. Der Schein des Geldes, also der Geldschein, haha - das ist der Hauptgrund, warum viele reiche Menschen divenhaft oder sogar gnadenlos rücksichtlos mit anderen umgehen. Letztendlich durch ihre nie aufgelösten und durch Geld nur noch manifestierten Verletzungen. Das betrifft natürlich nicht alle, logisch. Aber Sie wissen ja: Ein Haus von vielen mit Mühsal gebaut, ist schnell zerstört, und es reicht einer. So flüchtet so mancher Wohl- und Machthabende vor der Unfähigkeit zu Vertrauen und Selbstvertrauen in zunehmende Rücksichtslosigkeit, was über Jahre des Mangels an innerer Anerkennung und echtem Selbstwertgefühl oft genug in Verachtung und sogar Hass gipfelt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass diese Emotionen so stark werden, dass sie von sich steigernder Gier über selbstgerechten Kontrollzwang (der als persönliche Freiheit mißverstanden wird) irgendwann umkippen in das Bedürfnis nach Vernichtung. Mit viel Mitgefühl könnte man quasi sagen, dass auch der größte Kriegstreiber nur nach Liebe schreit. Und vielleicht sogar am lautesten. Schlecht nur für die anderen, wenn zwei Schreihälse aufeinander prallen. Wenn man seine Konditionierungen innerlich nicht auflöst, macht Geld jeden inneren Mangel nur noch schlimmer. Weil diese Herausforderung jeden betreffen kann, ist Geld niemals die Lösung unserer Probleme. Die Hälfte mit, die Hälfte ohne Geld, natürlich auch nicht.