EU-DSGVO, Artikel 13 und Uploadfilter

Wer zweifelt oder sich nicht auskennt: Guckt euch erst den Krimi zur DSGVO an, dann denkt nochmal drüber nach! Mich ärgert, dass mit der Unwissenheit der Menschen Panik geschürt wird. Weil von allen Seiten laut auf uns eingetrommelt wird, dass die DSGVO und insbesondere Art. 13 quasi das Ende des freien Internets sei, ist eine unvoreingenomme Entscheidung den meisten Menschen doch gar nicht mehr möglich. Die Konzerne, die mit der DSGVO ausnahmsweise mal etwas herausgefordert sind, haben mit ihrer gut geplanten Panik-PR ganze Arbeit geleistet. Auch ich hab mich davon fast anstecken lassen. Glücklicherweise habe ich Im Rausch der Daten gesehen, spannendste Doku ever! Seitdem achte ich die DSGVO hoch! Tagesschau24 in der Mediathek vom 25.6.2018 um 20.15 Uhr

pro-DSGVO bedeutet pro-Bürger und kontra-Ausbeutung zu sein

Die DSGVO ist zum Schutz des Verbrauchers. Schutz, das ist etwas, wovon Bürger sich in vielen Bereichen viel mehr von der Politik wünschen. Deshalb gibt es schonmal keinen Grund, sich über die DSGVO lustig zu machen (Teil der PR?). Natürlich ist die DSGVO komplex, auch Artikel 13. Auswirkungen, sowie Pro und Kontra sind nicht mit einem Satz zu erklären. Um Art13 beurteilen zu können, muss man eigentlich Ahnung von IT und  von Recht haben. Wer hat das?? Deshalb ärgert es mich, wenn mit der Unwissenheit der Menschen Panik gemacht wird. Schöner fänd ich, wenn die Menschen verständlich aufgeklärt würden, damit sie dann eine reflektierte und freie Entscheidung treffen können. Aber daran hat die Industrie kein Interesse. Genauso wenig, wie am Schutz der Bürger und Verbraucher.

Die EU möchte Bürger vor Datenmissbrauch schützen, die Gegner haben Angst vor Internet-Zensur und vor Gewinnverlust. Viel Lärm um Nichts? 

Beispiel:

Vielleicht will deine Cousine nicht, dass du (=Nutzer) ihr Gedicht veröffentlichst; oder wenn du zum Beispiel einen Musiktitel ins Netz und damit allen zur freien Verfügung stellst, obwohl du vom Künstler gar kein Recht dazu hast, dann haftest bisher du dafür, weil ja deinetwegen der Künstler kostenlos singt. Nun soll gem. Art. 13 die Haftung für solche Urheberrechtsverletzungen verlagert werden vom (oft anonymen) Nutzer auf die Plattformen, wie z.B. Youtube. So richtig scheiße ist diese Idee nicht. Problem ist die technische Umsetzung, der Uploadfilter. Die automatisierte Überprüfung von hochgeladenen Inhalten (= Upload) ist nicht ausgereift, auch nicht für grosse Unternehmen. Einerseits könnten Urheberrechtsverletzungen durchrutschen und andererseits legale Inhalte zu Unrecht rausgefiltert werden. Wunder der Technik, schwerer als gedacht. na und? Darf das der Grund sein, dass der Verbraucher benachteiligt und geschröpft wird?

Daten sind das Gold der Zukunft. Leute, es sind unsere Daten, es ist unser Gold. Verschenkt es nicht

Daten- und Persönlichkeitsschutz: Möglicherweise ist den meisten nicht bewusst, dass wir über ein verfassungsrechtlich verbrieftes Grundrecht sprechen. Nichts weniger als das. Die Bedeutung dieses Grundrechts, ein tiefes authentisches Empfinden für den Sinn, das ist vielen in der Realität leider gar nicht verständlich. Das Ergebnis darf aber deshalb nicht sein: Wer's nicht versteht oder kennt, dem tut's ja auch nicht weh, wenn man es ihm wegnimmt. 

Im Gegenteil, das Ergebnis muss sein: Umsomehr wenn es die Menschen nicht verstehen, dann müssen andere dieses Grundrecht besonders schützen, das hat oberste Priorität. Als zweiten und grossen Schritt müssen Mechanismen erarbeitet und umgesetzt werden, die Bevölkerung endlich in eben diesen Grundrechten = Grundfesten zu bilden. Nicht nur über Schulbildung, obwohl es dort sicher am sinnvollsten und wirkungsvollsten wäre (wen es interessiert: Bildung 4.0 https://www.crowdunion.de/global/crosslearning/).

Pro-DSGVO sowieso. Und Artikel 13? Meine persönliche Entscheidung pro oder kontra:

  1. Da ich kein Freund der entarteten Macht von Konzernen bin, bin ich für Artikel 13, denn wenn Art. 13 gekippt wird, manifestiert das die Konzernmächte. Und schwächt das Urheberrecht und damit die Ansprüche von Künstlern etc.. Was die Lobbyisten der Industrie diesmal ausnahmsweise nicht geschafft haben, Gesetzesentwürfe, an denen fast zwei Jahre sehr kluge (junge) Leute gearbeitet haben, radikal zu marodieren, das versucht die Industrie jetzt im Nachngang über die PR mit Hilfe des für dumm verkauften Verbrauchers zu erreichen. Sie hat bereits begonnen, die DSGVO überhaupt zu unterspülen. Mehr dazu ein andern mal. Zurück zu Art. 13.
  2. Eigentlich bin ich gar kein echter Freund des Urheberrechts. Ich finde Diebstahl scheiße, klar. Aber geistiges Eigentum, was soll das bitte sein? Niemand ist für eine Idee wirklich der alleinige Schöpfer, jeder Gedanke ist NICHTS ohne die Inspiration anderer. Meine Vorstellung von einer friedlichen und freien Welt ist, dass alles Gute allen zur Verfügung steht, da es auch immer von allen getragen ist. Diese Vision werde ich in diesem Leben nicht erleben, ich weiss. Aber meine Vorstellung von dieser freien und hochentwickelten Welt ist so fest, wie kaum etwas anderes.

Leider sind wir weit entfernt von einer friedlichen und aufrichtigen Welt. Aber die DSGVO ein kleines gutes Stück auf dem Weg dorthin.

Fazit: Pro DSGVO und pro Artikel 13

Probleme sehe ich in ganz anderen Bereichen. Dazu wird es irgenwann einen Folgeartikel geben. Ich kann aber jetzt schon sagen: Es sind nicht die Erfinder der DSGVO, die diese Probleme bereiten, sondern wieder einmal Unternehmen, und mittlerweile auch Ärzte, Notare, Behörden und sonstwer.