Fake Initiative Tierwohl - Maststall Deutschland

 

Herzlich Willkommen zur Fleischbeschauung der Initiative Tierwohl und der Tierwohl Initiative. Es gibt tatsächlich zwei unterschiedliche Initiativen mit fast identischem Namen. Einmal von der Wirtschaft und einmal von der Politik. Der Wohlklang beider Namen lässt den Verbaucher hoffen, dass die Welt wieder in Ordnung kommt. Aber kommt sie auch? 

1.) Wirtschaft: Die Initiative Tierwohl ist ein "Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel, die sich gemeinsam für eine tiergerechtere und nachhaltigere Fleischerzeugung einsetzen."

2.) Politik: Die Tierwohl-Initiative (wie geistreich) ist vom Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, kurz BMEL. "Die Haltung von Tieren in Deutschland zu verbessern - das ist das Ziel der Tierwohl-Initiative."

 

Hier geht es hauptsächlich um die der erste Initiative, eine grosse Nummer der Wirtschaft. Auf deinem Kassenbon im Supermarkt steht von alledem nichts:

  • Im Frühjahr/Sommer 2014 verhängt das Bundeskartellamt an die Fleischindustrie Millionenstrafen (über 338 Mio €). Die Strafen haben zwar Gültigkeit, können aber größtenteils angeblich wegen irgendwelcher Gesetzeslücken nicht eingetrieben werden. Googeln Sie zum Beispiel mal die Begriffe "Bundeskartellamt Tönnies" oder einfach "Fleischkartell"
  • Ungefähr zeitgleich wird die Initiative Tierwohl gegründet. Im August 2014 (huch) entscheidet sich das Bundeskartellamt dazu, zwei Augen zuzudrücken bei der Bildung dieses Kartells, also von einem der größten Industriezweige überhaupt.
  • Ziel der Initiative: Sie sammelt Geld von der Industrie, um es an Hühner- und Schweinebauern auszuzahlen. An die Bauern werden keine besonderen Anforderungen gestellt, die nicht vorher auch schon gegolten haben, QS genannt. Man könnte auch sagen: Es gibt kein akzeptables Tierwohl. Zudem fehlt der Nachweis, den die Industrie bis heute verhindert.
  • Das Geld, das die Bauern von der ITW erhalten - eine halbe Million Euro pro Bauer sind nicht ungewöhnlich - ist nicht zweckgebunden, d.h. es gibt keine Verpflichtung zur Mittelverwendung. Im Volksmund sagt man dazu Geschenke. Und da man mit Geschenken machen kann was man will, werden in vielen Betrieben nicht mal 5% des Geldes auch nur ansatzweise in Tierwohl investiert. 
  • Trotz QS und trotz ITW gibt es schon lange und immer noch in vielen Betrieben eine Überbelegung, teilweise sogar von über 40%. Bekannt und geduldet. Wobei geduldet recht harmlos klingt. Rückendeckung seitens der Politik trifft es vielleicht besser.
  • Landwirtschaftsministerium und Bundeskartellamt interessieren weder Überbelegung noch Fassade. 

Kartelle sind ja per Gesetz verboten. Auf der Seite des Kartellamtes heisst es dazu: "...Unter bestimmten Voraussetzungen können wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen vom Kartellverbot befreit sein. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn durch die Vereinbarung die Warenerzeugung verbessert oder der technische Fortschritt gefördert wird und gleichzeitig die Verbraucher an dem entstehenden Gewinn angemessen beteiligt werden."

Wen meinen die mit Verbraucher, etwa die beschenkten Bauern?

Huhn, Schwein und Verbraucher - die drei haben jedenfalls keinen Vorteil von der ITW.

Aber wer sonst? Bitte kreuzen Sie Ihre Vermutung aus dem Kreis der übrig gebliebenen an, Mehrfachauswahl möglich: 

¡ Bauern ¡ Bauernverbände ¡ Fleischwirtschaft ¡ Lebensmittelhandel ¡ Landwirtschaftministerium ¡ Bundeskartellamt

Das Landwirtschaftsministerium, Herr Schmidt, hat eine offizielle Anzeige vorliegen, auch wegen der strukturierten(!) Überbelegung, das interessiert ihn aber nicht. Das Kartellamt, Herr Mundt, hat ebenfalls eine offizielle Anzeige vorliegen. Das Kartellamt hat klargestellt, dass es der ITW keine Befreiung vom Kartellverbot erteilt hat. Mit gleichem Schreiben hat es aber auch klargestellt, dass es sich für die Inhalte der Initiative nicht interessiert. Weil es nämlich 4 Cent pro Kilogramm Schweine- und Hühnerfleisch für einen geringen Betrag hält. Explizit hieß es "...Die Beurteilung ob oder in welchem Umfang die Initiative Tierwohl ihre ursprünglichen Ziele erreicht, obliegt nicht dem Bundeskartellamt. Gleiches gilt grundsätzlich für eine mögliche Überbelegung von Ställen. Die Diskussion in den Medien zeigt jedoch, dass die Initiative Tierwohl und ihre Ergebnisse durchaus in der Kritik stehen  ..."

Juchhuu, wir haben also ein Kartell, das per Gesetzt verboten ist, wo aber der Hüter dieses Verbots ganz offiziell verkündet, dass man sich darum nicht kümmern möchte. Um diese kleine Lebensmittelindustrie. Da verweisen mich die Kartellaufseher doch tatsächlich an die Medien. Das ist, als würde ich neben der Polizei wohnen und die guckt weg oder zu, während bei mir täglich eingebrochen und geklaut wird. Am hellichten Tag. Illegalen Kartellen das Leben zu erleichtern, ist nur eines von vielen Beispielen, wie Wirtschafter und Politiker immer mehr ihre eigenen Regeln aufstellen. Es ist eine erschütternde Begleiterscheinung, dass Wirtschaftsbetrug immer schamloser in der Öffentlichkeit vollzogen wird. Das kommt von der Gewohnheit - wer nicht bestraft wird, muss sich auch nicht mehr viel Mühe geben, den Betrug zu verstecken. Tatsächlich geht es bei diesem Lebensmittelkartell um tonnenweise Hühner- und Schweinefleisch und millionen und sogar milliarden Tiere, also um 40.000.000.000 Cent (40 Mrd.), und mehr.

 

Wann haben Sie eigentlich, also Sie persönlich, liebe Leser, das letzte Mal eine halbe Million Euro geschenkt bekommen??

So geht bedingungsloses Grundeinkommen.

 

Betriebsprämien, Direktzahlungen, Dieselerstattungen (von ohnehin schon vergünstigten Dieselpreisen), Steuervergünstigungen, ITW und Millionengeschenke - da kommen viele Milliarden zusammen. Alles finanziert vom Steuerzahler und Verbraucher, meistens fleissig schaffende Menschen. Die widerrum lächerliche 2,-€ mehr Kindergeld bekommen. Oder so. Das ist doch billig! Man könnt meinen, fürs Schwein gibts mehr Unterstützung als fürs Kind. Aber beim Schwein kommts ja nun leider auch nicht an, das haben Schwein und Verbraucher gemeinsam. Auf jeden Fall viel Geld, das die Branchen bekommen, das Schwarzgeld noch nicht mitgerechnet. Denn das gibt es ja auch noch. Zwar nicht mehr so einfach wie früher, drei Hühner verkauft, eins angegeben, zwei im Sinn. Heute ist das komplexer, da tut sich ein beachtliches Paralleluniversum auf, das sich durch die Stationen zieht.

Zwischenfazit: Wenn der elementarste unserer Industriezweige (Nahrung?!) es nicht hinbekommt, sich in die freie(!) Marktwirtschaft einzugliedern, sondern sich einfach bedient und sogar das Bundeskartellamt sich auf die Seite des Kartells schlägt, dann ist freie Marktwirtschaft Geschichte. Unlösbar? Mitnichten! Man könnte endlich mal die Verbraucherinteressen wahren und konsequent durchgreifen. Es schreit gradezu nach einer Restrukturierung mit massivem Personalwechsel in Landwirtschaftsministerium und Kartellamt. Dass es viel besser geht, das machen andere Länder sehr gut vor, so wie Schweden zum Beispiel, ein echtes Vorbild. Aber in Deutschland hat die Lebensmittelindustrie über unsere Grenzen hinaus einen bitteren Beigeschmack.

  • Unseriöse Kartellhistorie begleitet von wiederholtem und unverständlichem Straferlaß. Man möchte meinen, das kleine Bundeskartellamt gibt es erst seit zwei Jahren und es muss noch Erfahrungen sammeln ...
  • Massentierproduktion unter Mißachtung von Gesetzen, Richtlinien und dem gesunden Menschenverstand. Unter anderem wird durch billigsten Export bei vielen EU-Partnern großer Schaden angerichtet. Leider mit Unterstützung der Bundesregierung. Hauptsache man nennt es Wirtschaftswunder Deutschland. Dass das irgendwann (sehr schnell) wie ein Bummerang zurückschlägt, interessiert die Verantwortlichen wenig.
  • Massive und strukturierte Überbelegung in der Massentierhaltung, oft von über 40%!! Der traurige Beweis kann leider erbracht werden. Aber Politik und Wirtschaft sind sich offensichtlich einig darüber, das bloß nicht zu unterbinden.
  • Dazu haben wir durch Pflanzenschutzmittel und zuviel Gülle (teilweise stark) verunreinigtes Grundwasser (und Gemüse), und zwar deutlich stärker, als verbindliche EU-Richtlinien es uns erlauben. Die Bundesregierung, angeblich so ein grosser EU-Fan, ignoriert das und zahlt lieber an die EU horrende Geldstrafen, nicht von den Bauern versteht sich, sondern von unseren Steuergeldern.
  • Und weil wir sowieso schon mehr Gülle haben, als Natur und Mensch vertragen, kaufen 'wir' Nachbarländern noch was ab. Dafür bekommt man dann Geld, allerdings nicht der Steuerzahler. Das versteht er sicher.
  • Nicht zu vergessen die Antiobiotikaresistenzen, die unser aller Gesundheit ruinieren und lebensgefährlich sind. Das dürfte wohl für manchen Bundesbürger tödlich sein. Fahrlässige Tötung ist das!
  • Weil schlechte Nahrung krank macht, treibt das die Gesundheitskosten in die Höhe. Dazu addiere man Pharmaindustriekartellbetrug, Medikamentenbetrug, Diagnosebetrug, Behandlungsbetrug, Apothekenbetrug, Betrug von Krankenhäusern etc. pp - wenn wir all das nicht auch noch hätten - unsere Krankenversicherungsbeiträge könnten bei der Hälfte liegen. Das stelle und rechne man sich mal vor.
  • Man nimmt, wo man kann - nun sollen wir uns für angebliches Tierwohl auch noch bestehlen lassen.
  • Und als ob all das nicht schlimm genug wäre, hört und liest man von organisiertem Sklavenhandel in der Fleischindustrie, hier in Deutschland!

 

Bauern? Uneinsichtig

Wirtschaft? Uneinsichtig

Kartellamt? Uneinsichtig

Politik? Uneinsichtig

Justiz? Pending ...

LÖSUNG?

Konsumstreik
Jeden letzten Samstag im Monat

kein Fleisch kaufen, grunz, muh, freu.

Kann direkt losgehen, diesen Monat

 

 


Ich sammle alle Infos zur ITW,

auch von abgelehnten Betrieben.

Bitte alles  mailen oder gerne anrufen.

Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass das Unwohl des Rindes nicht an der Initiative teilnimmt? 


Drauf gestoßen, recherchiert und abgewogen zwischen Mrz16 und Mrz17 ca., aber erst am 11.9.2017 gesehen, dass Bundeskartellamt und ITW beide ihren Sitz in Bonn haben, nur 2 Min voneinander entfernt. Bä ! Wenn du noch wissen willst, wieso der Deutsche Tierschutzbund und ProVieh mitverantwortlich sind - wie Bauernwohl vs Tierwohl und Industriewohl vs Verbraucherwohl geht - wie man Wirtschaftsbetrug und illegalen Kartellen zum Break Even verhilft - oder wie man Überbelegung ganz einfach kontrollieren könnte - (fast) die ganze Wahrheit kommt hier. Und wenn du jetzt denkst "Scheiß langer Text..." - dann denk doch mal ans Mastschwein, das 3 Monate 3 Wochen und 3 Tage eingepfercht ist unter kannibalisierenden Artgenossen während es in seiner eigenen Scheiße steht, und wahrscheinlich denkt "Scheiß Leben!"

Das Bedingungslose Grundeinkommen für Industrie und Landwirtschaft

Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt

Wobei von Grundeinkommen keine Rede sein kann. Der durchschnittliche Betrugsbenefit für den einzelnen kriminellen Wirtschaftsbetrüger beläuft sich im Jahr auf eine monetäre Höhe, wozu eine deutsche Durchschnittsfamilie mit aufrichtiger Arbeit viele Jahre braucht. 

Zum Thema: Wenn man als Bauer Nutztiere hält, hat man Auflagen für das jeweilige Produktionsverfahren. So nennt man das nämlich - Hühner & Eier, Kühe & Milch und Schweine & Ferkel - Produktionsverfahren. Die Pflichtauflagen für solche Ställe kommen von der Behörde, das sind die unumgänglichen Mindestauflagen für jeden Tierbauern. Dazu kommen Auflagen von QS, also der Qualitätssicherung in der Tierhaltung. Die Behördlichen Auflagen muss ein Bauer erfüllen, die QS-Zertifizierung ist freiwillig, allerdings sind die meisten Bauern QS-Betriebe, da sie ihr Produkt sonst schwerer verkaufen. Dann gibt es noch eine dritte im Bund, die recht neue und sogenannte Initiative Tierwohl (ITW) - das ist ein "Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel, die sich gemeinsam für eine tiergerechtere und nachhaltigere Fleischerzeugung einsetzen."  Ein Tierbauer hat also einen Stall und viele Bauern haben oft sogar mehrere Firmen und Ställe gemeinsam und in diese Ställe darf laut Genehmigung der Behörde nur eine maximale Anzahl der jeweiligen Tiere gehalten werden.

Wie kommt es, dass immer noch Ställe regelmäßig überbelegt sind, und zwar bis zu über 40%?

Der traurige Beweis kann leider erbracht werden; wie viele Ställe es sind, das weiß ich nicht, aber genau das gilt es herauszufinden. Denn für meinen Geschmack sind es zu viele. Kann man sich vorstellen, welch enorme Belastung eine Überlegung für die Tiere bedeutet? Und an welche Grenze des emotional Erträglichen auch die Stallmitarbeiter damit gebracht werden? Wenn dann solche Bauern auch noch hunderttausende Euros für einen ihrer Betriebe von der sog. Initiative Tierwohl bekommen - dann fällt mir da fast nichts mehr ein. Nicht selten sind es die gleichen Bauern, die Bioproduktion, nachhaltige Landwirtschaft und Tierschutzorganisationen regelrecht verachten. 

Wenn es den ganzen Einsatz und das steigende Interesse der Bevölkerung nicht gäbe, hätte dann die Industrie von sich aus so eine Initiative überhaupt gegründet? Unwahrscheinlich. Aber oh Wunder - die ITW ist endlich eine Initiative, die ganz viele Bauern überhaupt nicht verachten, so wie sonst. Merkwürdig? Unbedingt! Das Engagement vieler Tierschützer dürfte nach hinten losgegangen sein, denn es hat ein paar Industrielle wohl auf eine perfide Idee gebracht. Das Konzept der Initiative hört sich zwar gut an - aber, Ladies und Gentlemen, ganz unabhängig von der Überbelegungsfrage: Wenn sich Konkurrenten eines Industriezweiges regelmäßig gemeinsam an einen Tisch setzen (dürfen*) und das über eine Initiative auch noch offiziell legitimiert wird, dann bedeutet das für Verbraucher noch selten etwas Gutes und ist auf jeden Fall kritisch zu betrachten. Wem eine Initiative Tierwohl also wirklich nützt oder welchem Zweck sie tatsächlich dient, da tun sich Fragen auf, die man stellen muss. 

 

Die reine Wahrheit, und nichts als die Wahrheit

 

1.) Was soll das für ein Tierwohl sein, das auf einem bereits bestehenden System (QS) aufreitet, ohne maßgebliche Erweiterungen, aber mit einem wohlklingenden Namen dem unwissenden Verbraucher gegenüber so tut, als wäre das das System der Inititative Tierwohl? Ein echter Benefit für den Verbraucher ist nicht ersichtlich. Wenn Huhn, Schwein und Verbraucher keinen Vorteil von der ITW haben, wer denn dann?

2.) Das Geld dürfte im Gesamtkontext auch deshalb niemals fliessen, weil viele Millionen, die die Bauern von der ITW bekommen, "nur" den Gewinn der Bauern erhöhen und zu oft in ihre Privat-Taschen fließen; die Beträge sind nicht wie z.B. bei einem Betriebsmittelkredit an Investmaßnahmen für das Tierwohl gebunden. So nach dem Motto, nachweisbar alles Geld ins Tierwohl stecken und wenn es nichts mehr in Tierwohl zu investieren gibt, gibt es auch kein Geld mehr von der Initiative. Aber nein, die Bauern haben keinerlei Verpflichtung, weder ob noch wie sie das Geld einsetzen. Ich kenne Betriebe, die eine halbe oder 1 Million € und mehr bekommen und tatsächlich nicht mal 5% davon in die Ställe geschweige denn in Tierwohl investieren (im Gegenteil - Ställe sind sogar stark überbelegt, s.o.).

3.) Dazu frage ich mich aus purer Neugier, welche Betriebe für die Förderung der ITW ausgewählt werden, nach welchen Kriterien und mit welchem Ziel? Eine eigene Fachbeurteilung darüber könnte man nur abgeben, wenn die Details über alle Betriebe wüsste.

4.) Warum werden nicht die Betriebe gefördert, die die QS-Standards noch nicht einhalten, genau damit sie in bessere Standards und in Tierwohl investieren können und überlebensfähig bleiben? Fairerweise muss ich sagen, dass sich diese Frage erübrigt, da es nur ganz wenige nicht-QS-Betriebe gibt, die sich idR sogar bewußt gegen QS entschieden haben. Teilweise aus guten Gründen wie echtem Tierwohl. Infos dazu gerne nach Rückfrage.

5.) Aber warum wird mit dem Geld nicht massiv die Biohaltung oder noch bessere Alternativen gefördert? Hmm, weil das tatsächlich Tierwohl wäre?

6.) Warum darf der Verbraucher nicht entscheiden, was er für Tierwohl hält? Wir wär es mit einer einfachen online-Umfrage? Oder sind wir entmündigt? (Die letzte Frage muss man leider mit Ja beantworten).

7.) Freie Marktwirtschaft ist nicht mehr en vogue. Die Wirtschaft ist allseits getuned und bei der ITW spricht man von Branchenlösung, das klingt so intelligent. Über die ITW sollen Verbraucher an faire Preise gewöhnt werden. Preisabsprachen nennt man das. Und Bauern, Fleisch- und Lebensmittel-Industrie werden die neuen Vorzeigeunternehmer für fairen Handel? Is klar... Wie wär denn die allgemeine Lösung für die Industrie: weniger Gier, nicht nur für diese Branche? Aber speziell dieser Branche empfehle ich: Mal ein bisschen runterfahren und keine Überbelegung. 

8.) Wenn der Lebensmitteleinzelhandel 4 Cent von jedem gekauften kg Schweine- und Geflügelfleisch an die Initiative Tierwohl abgibt, woher bekommt der Lebensmitteleinzelhandel das Geld? Wenn es angeblich nicht vom Verbraucher kommt, wozu dann die Initiative? Warum schenken die brüderlichen Initiatoren dieser glorreichen Idee nicht irgendwelchen Bauern ihrer Wahl ihr eigenes Erspartes? Sollen sie doch jeder 10 Millionen€ jedes Jahr aus ihrer Privattasche vergeuden. Das interessiert mich dann als Verbraucher wirklich nicht.

9.) Wie passt das zusammen, dass das Bundeskartellamt im Frühjahr/Sommer 2014 an die Fleischindustrie Millionenstrafen (über 338 Mio €) verhängt hat, die Strafen zwar Gültigkeit haben aber größtenteils angeblich wegen irgendwelcher Gesetzeslücken nicht eingetrieben werden können, und dann im August 2014 den gleichen Schergen in einem erweiterten Kreis über die ITW das Kartell nicht beanstandet wird? Da gibt es keine Zusammenhänge? Und die Kartellbetrüger, die sich aus der Strafe winden und winden lassen - die haben sich trotzdem besonnen und sind auf wundersame Weise zu Tuerwohltätern geworden?

10.) Um das Ganze dann zu deckeln: Reicht ein toller Name und ein bisschen ChiChi jetzt schon aus, damit ein Industriezweig vom Bundeskartellamt freie Fahrt bekommt? Was wurde denn da bitteschön vom Bundeskartellamt geprüft? Leider nicht viel, wie das Kartellamt schriftlich bestätigt hat. Wenn das so einfach ist, dann werden ja demnächst Industrie-Inititativen ohne Ende aus dem Boden sprießen. Hier ein paar Tipps: Wie wär es mit einer Initiative "Verkehrsteilnehmerwohl", um auch den Plastersteine- und Zementkartellen einen Neustart! zu ermöglichen. Nehmen Sie ein paar gute Verkehrsregeln, deklarieren diese als eigene Errungenschaft und setzen sich on top für breitere Fahrradwege ein, so 2 mm. Holen Sie noch die Automobilindustrie mit ins Boot, dann wird die Sache rund. Oder eine Initiative "Energiewohl" - da könnten sich doch alle Stromversorger und sonstigen Energieproduzenten und -lieferanten zusammentun und gemeinsam mit der Plasitkindustrie die sichere Steckdose fördern. Na, Ihnen wird schon was einfallen. Das Kartellamt machts möglich.

* Das Bundeskartellamt hat der Initiative Tierwohl bzw. dem Zusammenschluss im Aug. 2014 das Kartell gestattet. Amen. Aber um es klarzustellen: Das Kartellamt legt Wert darauf uns (schriftlich) wissen zu lassen, dass es keine Befreiung vom Verbot erteilt hat! Vertstehen Sie das? Ein Kartell, das verboten ist und das nicht vom Verbot befreit ist, das also nicht erlaubt und trotzdem nicht verboten ist? 

11.) Ist es soweit, sind wir Verbraucher jetzt der Maststall Deutschlands & und unsere Ersparnisse Perlen vor die Säue? Ist die Bevölkerung tatsächlich zwangsverurteilt zum Selbstbedienungsladen der Industrie? Darf der Verbraucher nicht mitreden (bestenfalls sogar entscheiden!), ob und welche konventionellen Bauern oder Industrielle mit dem Geld der Verbraucher protegiert werden? Zwangsläufig muss man sich die Frage stellen: Für wen arbeitet das Bundeskartellamt eigentlich?

12.) Wann hat denn das letzte Mal ein Verbraucher (der kein Bauer ist) eine halbe Million € geschenkt bekommen?

13.) Mittlerweile sind an die ITW an die 4000 Betriebe angeschlossen, d.h. knapp 300 Millionen Tiere, und es werden immer mehr. Eine Marktbeherrschung in Industrie und Landwirtschaft ohnegleichen. Für teilnehmende Landwirte bedeutet das hohe, fünfstellige Beträge, alle drei Monate. Ein enormer Wettbewerbsvorteil. Den Wettbewerbsnachteil tragen alle nicht teilnehmenden Betriebe - das kann so manchen ganz schnell die Existenz kosten. Der Bauer übrigens, der sich mit seiner Überbelegung zusätzlich und unrechtmäßig wohlhabend produziert und dazu noch mit einem der Betriebe direkt oder indirekt der Initiative Tierwohl angeschlossen ist, der führt damit Verbraucher und Tierschützer so richtig vor. Die gleichen Bauern machen sich mit genau diesem Verhalten mitverantwortlich dafür, dass engagierte und ehrliche Bauern und vielleicht grade kleine Betriebe so auch nicht überleben können. Denn die dreisten Schummler haben ja einen 2- und mit Überbelegung sogar 3-fachen Wettbewerbsvorteil: Mehr Einnahmen durch höhere Produktivität sowie geringere Kosten im Verhältnis, plus ggfs. Einnahmen aus der Initiative Tierwohl. Wie wollen andere Betriebe da mithalten? Schach. Und wer ist dann am Ende noch der, der Land und Ställe sterbender Bauern kauft? Schachmatt.

 

Tierwohl ist natürlich nicht unmöglich, Schweden ist mit verbraucher- und tierfreundlichen Gesetzen ein aussergewöhnlich gutes Vorbild. Aber hier bei uns? Unter dem Hoheitsrecht einer großen Industrie und mit einer so unseriösen Kartellhistorie kann Tierwohl nicht funktionieren. Für reales Tierwohl braucht es eine industrieunabhängige und glaubwürdige Instanz. Das Landwirtschaftsministerium ist in der jetzigen Besetzung leider der falsche Ansprechpartner. Aber jeder weiß oder kann sich zumindest vorstellen, wie schwer es ist, professionelle Investoren sogar für gute Konzepte zu gewinnen. Mit dem Investitionskonzept ITW - keine Verpflichtung zur Mittelverwendung für die Bauern - weder unter klassischen Investitionsaspekten (Rendite) noch für CSR-Investoren: Mit solch einem Konzept käme ich noch nicht einmal auf den Parkplatz eines Investors! Nicht mit legalen Argumenten, das ist mal Fakt. Und wer es immer noch nicht glaubt: Fragen Sie doch den Deutschen Tierschutzbund oder ProVieh. Die waren nämlich mal Teil der Initiative. Das schafft Vertrauen und macht die Fassade so richtig schön perfekt, finden Sie nicht? Das haben Tierschutzbund und ProVieh dann auch irgendwann gemerkt und sind mittlerweile ausgetreten. Die Gründe? Sicher nicht, weil den Tieren so wohl ist. ProVieh gehörte sogar zu den Gründungsmitgliedern. Mit der Fleischindustrie etwas Gutes auf den Weg bringen? Ambitionierte Vorstellung, leider total naiv. Ist nicht so schlimm, dass das Contra war, liebe ProViehs, Fehler passieren. Schön wärs, wenn ihr (ProVieh und Tierschutzbund) nicht nur austreten und zurück lassen würdet, was ihr mit angerichtet habt, sondern die Fehler auch wieder begradigen würdet. Nein? Kein Interesse? Na, dann geht wieder Gutsein spielen. Derweil die echten Profis, leider nicht die Guten, weiter ihrer Ideologie frönen: Geld, und zwar um jeden Preis. Ja so ist das - mit dieser Branche Geschäfte machen, das kann ne dreckige Angelegenheit sein. Schade eigentlich, dass so viele Leute mit den "besten" Ideen und den stärksten Ambitionen auf der falschen Seite stehen. Was hätten wir wohl für eine geile Welt, wenn die auf der richtigen Seite stünden? Fast unvorstellbar, sogar für mich. Wie weit mag die Macht dieser Community wohl gehen bzw. einzelner Vertreter? Definitiv weiter, als uns auch nur ansatzweise lieb ist. Aber wir brauchen gar nicht über die Grenzen hinaus zu schauen und können durchaus in Deutschland bleiben, mit Blick zum Bundeskartellamt. 

 

Im Wein liegt die Wahrheit, der Schwindel liegt im Etikett

 

Bezüglich der Bauern sprechen wir u.a. über diejenigen, die auch ohne ITW attraktive Gewinne erwirtschaften. Es gibt nämlich sehr viele konventionelle Bauern, die überaus wohlhabend sind, die das aber aus gutem Grund nicht erzählen. Gesprochen wird immer nur von den armen Bauern. Oder wer hat schonmal was anderes gehört? Bauernverbände und Bauern halten dieses Klischee bewußt aufrecht. Womit und wie sich wohlhabende Bauern reich und reicher wirtschaften, das kann ich bei Interesse gerne mal näher erläutern. Ich habe zwar nichts gegen Reichtum, im Gegenteil. Aber ich habe etwas gegen die Art und Weise. Und gegen Klischees, die schlichtweg unwahr sind und nur zur Verdummung und Ausbeutung der Bevölkerung dienen - dagegen habe ich sehr wohl etwas. Mittlerweile bin ich schon soweit, dass ich einen aufrichtigen Banküberfall gradliniger finde, als den perfiden Diebstahl und Betrug, den immer mehr Schreibtischtäter völlig emotions- und rücksichtslos begehen. 

   

Und die Tiere? Wer kümmert sich eigentlich um die? Einfache Frage, bittere Antwort. Der sachliche Laie darf nun fragen: Wie will man Überbelegung kontrollieren? Wenn man in so einen Stall kommt - man kann doch nicht immer tausende von Tiere zählen. Das stimmt. Aber das ist ja auch nicht unsere Aufgabe, sondern die der Behörden. Für den bundesweiten Rechtsrahmen ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zuständig, BMEL. Laut BMEL gibt es tatsächlich keinen regelmäßigen, automatischen Kontrollmechanismus. Für bekannte Einzelfälle sind die Amtsveterinärärzte zuständig. Die prüfen aber nur nach Hinweis oder stichprobenweise, wobei ihnen die genehmigte Tierhaltungszahl mitunter gar nicht vorliegt. Überbelegung fällt also idR niemandem auf, geschweige denn, systematische Überbelegung. Oder muss die Frage lauten "Soll das keinem auffallen?" Wo es doch so einfach zu kontrollieren wäre. Denn glücklicherweise gibt es für die meisten Produktionsverfahren in Deutschland die online-Datenbank Hi-Tier, betrieben vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Deutsche Bauern und Nutztierverwerter sind dazu verpflichtet, ihre laufenden Tierzahlen über Hi-Tier zeitnah zu melden. Soweit ich weiß, hat sogar die Initiative Tierwohl Zugriff auf die gemeldeten Zahlen "ihrer" Betriebe. Anscheinend gibt es jedenfalls keine besonderen Gründe, bei den Mengenangaben bei Hi-Tier zu schummeln. Ich hab zumindest soweit keine gefunden, das will aber nichts heißen.

Aber warum bitteschön verpflichtet man die Landwirte nicht dazu, über Hi-Tier neben der tatsächlichen Platzzahl (Ist) regelmäßig auch die exakte behördlich genehmigte Zahl einzutragen (Soll)?!! Die Soll-Zahl müsste der Bauer nur einmal eintragen und dann erst wieder, wenn sich etwas ändert.

Ist eine Soll/Ist-Gegenüberstellung wirklich zu viel verlangt? 

Wir reden über einen Zeitaufwand von 1 Minute. Dazu könnte man noch steuerliche Rechnungen prüfen, die die Tierverwertungskette analog mitlaufen. So hätte man eine zusätzliche Gegenkontrolle. Nach meinem Verständnis gibt es auf jeden Fall zwei relevante Stellen, wo es zu 100% zum Pflichtprogramm gehören müsste, in der gesamten Produktionskette - vom Ei zum Huhn, vom Kalb zur Kuh zur Milch, vom Samen zum Ferkel zum Mastschwein - die Tierhaltungszahlen zu kontrollieren. 1.) Von staatlicher Seite aus über Hi-Tier und 2.) über QS und als 3.) Stelle für erwählte Betriebe noch über die Initiative Tierwohl. Doch die Realität sieht anders aus: Trotz der einfachen Möglichkeiten gibt es offensichtlich keine Instanz, die flächendeckend überprüfen möchte, ob die Bauern die genehmigten Tierhaltungszahlen einhalten. Mindestens drei Institutionen also, die keinen Standard installieren, durchgängig und regelmäßig eine Überbelegung zu kontrollieren. Da wundern mich 40% Überbelegung nicht. Das soll QS sein? Das soll Tierwohl sein? Halleluja. Im Controlling, wenns um den Profit geht, da sind alle ganz vorne mit dabei. Aber in der Kontrolle, da gebt ihr euch mitunter sehr wenig Mühe. Wie kommts? Kein Interesse?