Hundeleben. Die Lüge von der Leinenpflicht (2 Min)

Rehkitze sterben durch Landmaschinen, wusstes du das? Jedes Jahr vom Frühjahr bis zum Herbst gibt es ein kleines Gemetzel auf deutschen Äckern. Kitze, Vögel, Hasen... Lösung: keine Landmaschienen mehr von März bis Juli? Sicher nicht. Aber Hunde, die tatsächlich ein Reh reissen, sind extremst selten. Das billige Märchen vom reissenden Hund ist genauso schlecht wie das vom bösen Wolf. Deshalb ist Leinenpflicht ein substanzloses Gesetz. Was ein Hund noch jagen könnte, haben sich die Katzen geholt. Was zwar nicht schön klingt, aber auch nicht schlimm ist. Die Katzen richten wenig Schaden, ihr Verhalten ist normal, damit kann die Natur locker umgehen. 

Unnatürlich ist, wie viele Tiere dem Menschen und der Landwirtschaft zum Opfer fallen. Deshalb gibt es vielerorts kaum noch Hasen. Nicht wegen der Hunde! Rehrissgeschichten über Hunde sind gebrainwashte Fake-News und zu 99,99% erfunden! Von Hundegegnern, MöchteGern-Tierschützern und einer seltsam gestörten AntiHunde-Lobby. Schöner wär: Fakten anstatt Faken.

Man fotografiere ein totes Kitz mit Fleischwunde, sage laut Hilfe, Hund!  Zack, verurteilt. Wenn wir überall so unreflektiert aburteilen würden, na halleluja. Dabei ist die Unschuld des Hundes so alltäglich. Der normale Alltagshund versucht vielleicht mal ne Maus zu fangen oder einen Maulwurf auszugraben, aber das wars dann auch schon. Natürlich haben Halter dafür zu sorgen, dass ihre Hunde nicht jagen oder halterlos durch die Gegend streunen. Wobei die meisten Streuner einfach nur auf Paarungslust unterwegs sind oder in fremden Komposthaufen wühlen. Jagende/reissende Hunde sind große Ausnahmen und verschwindend gering gegenüber dem Hauptverursacher Landwirtschaft. Der Vorwurf der unkontrollierten Jagd ist entsprechend ungerecht gegenüber den fast 100% Hunden, die nicht jagen und nichts reissen. Trotzdem werden Lügengeschichten verbreitet, unschön mit Bildern in Szene gesetzt, um die Wahrnehmung zu trüben und eine falsche Realität zu suggerieren. Seltsam, dass man nie von Hunden oder Haltern hört und liest, die man für die angeblichen Risse verantwortlich machen konnte. Immerhin kenne ich so einige Jäger, die ihre Jagdhunde nicht unter Kontrolle haben, weder zuhause noch bei Jagd oder Spaziergang. Andererseits haben viele Jagdhunde, die ich kenne, so absurd wenig Auslauf, dass die Wild sowieso nicht ernsthaft verfolgen können, da sie keine Ausdauer haben und ziemlich schnell aufgeben. Kannste zugucken. Füchse oder Luchse holen sich natürlich das ein oder andere Kitz. Solln sie ja auch, gehört zur Natur. 

Im Übrigen sind Kitze geruchlos, auch für die meisten Hunde. Das ist eine kluge Taktik der Natur. Droht Gefahr, verstecken sie sich im hohen Gras und die Mutter lockt die Jäger weg. Wirkt leider nicht bei Landmaschinen. Diese Art des Schutzes ist der Hauptgrund für den Tod vieler verschiedener Jungtiere auf Äckern. Weil sie sich dort verstecken. Einige Landwirte betreiben einen grossen Aufwand, um Kitze aus ihren Feldern zu vertreiben, bevor die Maschine kommt. Warum? Etwa weil Landwirten trotz Massentierhaltung bei Kitzen das Herz aufgeht und ihnen für diese süßen Geschöpfe kein Aufwand zu teuer ist, ha ha? Nein, sondern weil Landwirte mit Jägern befreundet oder selber Jäger sind und man sich ungerne seinen eigenen Jagdspass zerschreddert.

Arroganz und Frustration

Die Forderung zum Leinenzwang kommt nicht selten von selbigen Jägern oder Landwirten, die nicht genervt sind von Vorfällen, die es gar nicht gibt, sondern die genervt sind von Spaziergängern mit Hunden in ihrem Revier. Revierverhalten, Bestimmungssucht, Herrschsucht, wie auch immer. Ein anderes Leinenzwang-Lager sind Menschen, die Hunde doof finden. Oder die vielen Menschen, die einen Hund haben, der aber nicht hört und deshalb tatsächlich an die Leine muss und die dann wollen, dass alle an die Leine müssen. Mißgunst. Oder Menschen, die einfach Kontrollzwänge haben. 

Alles Gründe emotionaler Natur und menschlicher Unzulänglichkeit, aber keine sachlichen Argumente, die Realität und Verhältnismäßigkeit des Leinenzwangs Rechnung tragen würden

Und wenn ein Hund doch mal über ein Kitz stolpert? Wenn es überhaupt mal passiert, beschränkt sich die kurze Begegnung oft nur auf ein neugieriges Schnüffeln und das wars. Oder wieviele Kitze hat Ihr Hund schon zerrissen? Hunde sind keine Bestien, sondern treue Gefährten. Wenn man sie artgerecht hält und natürlich nicht quält. Jeder will Lassie, aber leider kennt sich so manch einer mit Hunden gar nicht aus und will sich auch gar nicht auskennen. Ob mit oder ohne Hund - schlau machen? Fehlanzeige! Wer ein Wolfshasser ist, wird kaum ein Hundefreund sein. Aber ob man die beiden Lager, Wolfshasser und Leinenerzwinger, wirklich in einen Topf werfen kann, das weiß ich nicht. Für mich steht jedenfalls fest: Man müsste die Menschen mehr an die Leine nehmen und nicht den Hund. Wer mit Hunden nicht umgehen kann, sollte keinen Hund haben. Manche Rassen müssen in der normalen Alltagshaltung ganz verboten werden, wie z.B. Bordercollies, die als Alltags-haushund ungeeignet sind und große Qualen leiden. 

Verantwortung

Was die Leinenpflicht angeht, könnte man irgendwann mal damit anfangen, nicht mehr jeden Scheiß zu glauben und entsprechend zu handeln. Denn im Kleinen wie im Grossen gilt: Über jedem Gesetz steht an oberster Stelle eigenverantwortliches Handeln. Je dümmer ein Gesetz ist, desto mehr Verantwortung ist gefragt. Das hätte schon im Dritten Reich gutgetan.

Das traurigste in Bezug auf Hunde überhaupt: Unwissende oder mutlose Menschen berauben sich selbst der wundervollen Erfahrung, wie klasse es sich anfühlt, wenn Hund und Mensch ein echtes Team sind. Mit allerlei Ausreden schieben sie das mangelnde Teamwork auf den Hund, aber im Kern zweifeln sie doch an sich selber. Zu Recht. In einer guten Hundeschule lernt der Hund am wenigsten und der Mensch am meisten. Es geht einem das Herz auf, wenn man Sprache, Aufmerksamkeit und Zugewandtheit des Hundes kennenlernt. Positive Ergebnisse sind bereits am ersten Tage für die Besitzer spürbar, daran kann man eine gute Hundeschule messen! 

Hauptgewinn, nein danke?

Wie wärs mit Gesetz ändern?! Pflicht zum Hundeführerschein als Pflicht für alle, artgerecht und in Stufen, wo man sich die ganzjährährige(!) Leinenbefreiung erarbeitet. Wenn der Hund dir gerne folgt und keine Leine braucht, entspricht das seiner Natur und das ist gut für Hund UND Mensch. Dem Hund naturgetreue Prägung, geistige Leine! Wenn der Hund dich nicht nur liebt, sondern auf dich hört, weil er dich respektiert, dann hast du was richtig gemacht. 

Hunde sind wundervolle Wesen. Sie lernen unglaublich schnell und sind dankbare Geschöpfe, die die aussergewöhnliche Gabe besitzen, schlechte Erfahrungen gut hinter sich lassen zu können. Oft braucht es nur ein wenig Geduld und das richtige KnowHow, um dem Hund das Mißtrauen zu nehmen. Haben sie einmal Vertrauen zum Menschen gefasst, ist der größte Schritt getan. Ich kenne kaum ein anderes Tier, dass das Leben so feiern kann, wie ein ausgelassener Hund. Alle Tiere haben ein gutes Leben verdient. Grade Hunde sollten es einem leicht machen, da sie soviel Gutes für Menschen bewirken. Nichts ist so treu ist wie ein Hund, für viele ist das Balsam für die Seele. Und durch die täglichen Spaziergänge verhelfen Hunde den Besitzern zu gesunder Bewegung und einer ausgewogenen Working-Life-Balance. Ein Hund zeigt, dass Verantwortung Spass macht, er entschleunigt, entstresst und bringt Freude ins Heim. Alles gesundheitsfördernd. Eigentlich müsste es Hunde auf Rezept geben.

Hunde sind

  • Lebensretter
  • Suchhund
  • Spürhund
  • Freund
  • Beschützer
  • Kindersitter
  • Verantwortungsbeibringer
  • Krankheitswarner
  • Kerbsfrüherkennungserkenner
  • Wachhund
  • Tröster
  • Blindenführer
  • Unabhängiskeitsvergrößerer
  • Gesundheitserhalter
  • Seelenverwandter
  • Spiegel

Der Freund des Menschen, Lebewesen, die Liebe, Respekt und deutlich mehr Verständnis verdient haben.