Gülle, Ferkelkastration, Massentierhaltung und Überbelegung in deutschen Ställen

Wie kommt es, dass deutsche Ställe regelmäßig überbelegt sind, und zwar bis zu über 40%?

Wenn man als Bauer Nutztiere hält, hat man Auflagen für das jeweilige Produktionsverfahren. So nennt man das nämlich - Hühner & Eier, Kühe & Milch, Schweine & Ferkel - Produktionsverfahren. Die Pflichtauflagen für solche Ställe kommen von der Behörde, das sind die unumgänglichen Mindestauflagen für jeden Tierbauern. Dazu kommen Auflagen der QS, also der Qualitätssicherung in der Tierhaltung. Die Behördlichen Auflagen muss ein Bauer erfüllen, die QS-Zertifizierung ist freiwillig, allerdings sind die meisten Bauern QS-Betriebe, da sie ihr Produkt sonst schwerer und schlechter verkaufen. Dann gibt es noch eine dritte im Bund, die 'neue' grosse sogenannte Initiative Tierwohl (ITW), die nach meinem Ermessen aber Fake ist. Ein Tierbauer hat also einen Stall und viele Bauern haben oft sogar mehrere Firmen und Ställe gemeinsam und in diese Ställe darf laut Genehmigung der Behörde nur eine maximale Anzahl der jeweiligen Tiere gehalten werden.

Der sachliche Laie darf nun fragen: Wie will man Überbelegung kontrollieren? Wenn man in so einen Stall kommt - man kann doch nicht immer tausende von Tiere zählen. Das stimmt. Aber das ist ja auch nicht unsere Aufgabe, sondern die der Behörden. Für den bundesweiten Rechtsrahmen ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zuständig, BMEL. Laut BMEL gibt es tatsächlich keinen regelmäßigen, automatischen Kontrollmechanismus. Für bekannte Einzelfälle sind die Amtsveterinärärzte zuständig. Die prüfen aber nur nach Hinweis, aber wer kann schon solche Hinweise geben? Ausserdem liegt den Amtstierärzten die genehmigte Tierhaltungszahl mitunter gar nicht vor, und ausserdem haben viele Amtstierärzte heute noch einen echten Knebeljob, nicht ohne Grund. Überbelegung fällt also idR niemandem auf, geschweige denn, systematische Überbelegung. Oder muss die Frage lauten "Soll oder will das keinem auffallen?" 

Dabei wäre Überbelegung ganz einfach zu kontrollieren

Denn glücklicherweise gibt es für die meisten Produktionsverfahren in Deutschland die online-Datenbank Hi-Tier, betrieben vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (und immer wieder die Bayern...). Deutsche Bauern und Nutztierverwerter sind dazu verpflichtet, ihre laufenden Tierzahlen über Hi-Tier zu melden. Soweit ich weiß, hat sogar die Initiative Tierwohl Zugriff auf die gemeldeten Zahlen "ihrer" Betriebe. Anscheinend gibt es jedenfalls keine besonderen Gründe, bei den Mengenangaben bei Hi-Tier zu schummeln. Ich hab zumindest soweit keine gefunden, das will aber nichts heißen.

Also warum bitteschön verpflichtet man die Landwirte nicht dazu, über Hi-Tier neben der tatsächlichen Platzzahl (Ist) auch die exakte behördlich genehmigte Zahl einzutragen (Soll)?!! Die Soll-Zahl müsste der Bauer nur einmal eintragen und dann erst wieder, wenn sich etwas ändert, wenn er zum Beispiel seinen Stall erweitert und eine Genehmigung für mehr Tiere bekommt.

Ist eine Soll/Ist-Gegenüberstellung zu viel verlangt? 

Wir reden über einen Zeitaufwand von 1 Minute! Dazu könnte man noch im Rahemn von QS z.B. steuerliche Rechnungen prüfen, die die Tierverwertungskette analog mitlaufen. So hätte man eine zusätzliche Gegenkontrolle. Nach meinem Verständnis gibt es auf jeden Fall zwei relevante Stellen, wo es zu 100% zum Pflichtprogramm gehören müsste, in der gesamten Produktionskette - vom Ei zum Huhn, vom Kalb zur Kuh zur Milch, vom Samen zum Ferkel zum Mastschwein - die Tierhaltungszahlen zu kontrollieren. 1.) Von staatlicher Seite aus über Hi-Tier und 2.) über QS und als 3.) Stelle für erwählte Betriebe noch über die Initiative Tierwohl. Doch die Realität sieht anders aus: Trotz der einfachen Möglichkeiten gibt es offensichtlich keine Instanz, die flächendeckend überprüfen möchte, ob die Bauern die genehmigten Tierhaltungszahlen einhalten. Mindestens drei Institutionen also, die keinen Standard installieren, durchgängig und regelmäßig eine Überbelegung zu kontrollieren. Da wundern mich 40% Überbelegung nicht. Das soll QS sein? Das soll Tierwohl sein? Halleluja. Im Controlling, wenns um den Profit geht, da sind alle ganz vorne mit dabei. Aber in der Kontrolle, da gebt ihr euch mitunter sehr wenig Mühe. Wie kommts? Kein Interesse?

Wir machen uns die Welt wie sie uns gefällt

Der traurige Beweis für Überbelegung kann leider erbracht werden; wie viele Ställe in Detuschland betroffen sind, weiss ich natütrlich nicht, aber genau das gilt es herauszufinden. Kann man sich vorstellen, welch enorme Belastung eine Überlegung für die Tiere bedeutet? Und an welche Grenze des emotional Erträglichen auch die Stallmitarbeiter gebracht werden? Das ist eine Realität über die keiner spricht. Ausbeutung von Mensch und Tier. Wenn dann solche Bauern auch noch hunderttausende Euros für einen ihrer Betriebe von der sog. Initiative Tierwohl bekommen - dann fällt mir da fast nichts mehr ein. Nicht selten sind es die gleichen Bauern, die Bioproduktion, nachhaltige Landwirtschaft und Tierschutzorganisationen regelrecht verachten. Und es sind auch die gleichen Bauern, die die ersten sind, die bei Klimafolgen die Hand aufhalten und dreist Entschädigungen fordern. Wieso sollten diese Bauern auch nur für 5 Pfennig ihre Zustimmung geben, zu dem Gesetz zur Betäubungspflicht bei Ferkelkastrationen ab dem 01.01.2019? Im Gegenteil: Erwartungsgemäß laut und überheblich fordert der Bauerverband, dass das Gesetz verschoben werden soll. 

Glaubt irgendwer ernsthaft, dass die schmerzfreie Ferkelkastration -selbst wenn sie per 1.1.19 käme- dass sie wirklich praktiziert wird, wenn sogar Überbelegung seit Jahren in deutschen Ställen Standard ist und von der Politik gestützt wird? Mit allen Folgen: Noch mehr Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt, noch mehr Kosten für den Steuerzahler (auch an die EU), noch mehr Gülle, noch mehr Medikamente, noch schlechteres Grundwasser, etc pp. Und natürlich weniger hochwertige deutsche Bioproduktion als möglich, denn wie wollen Biobauern bei soviel Betrug mithalten?
Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Gesamt-Artikel über die sog. Initiative Tierwohl. Der Auszug legt die Überbelegung der Massentierhaltung in deutschen Ställen dar und die aussergewöhnlich einfachen Möglichkeiten, wie man die Überbelegung innerhalb weniger Wochen beenden könnte. Will man aber nicht.

Man nimmt, wo man kann.

Kurze Zusammenfassung unserer Fleisch- und Lebensmittelmafia:

  • Miserabelste Kartellbetrugshistorie inklusive Befreiung von millionenschweren Strafen. Danke, Bundeskartellamt, für Nichts

  • Massive und strukturierte Überbelegung in der Massentierhaltung, oft von über 40%!! Der traurige Beweis kann leider erbracht werden. 

  • Kein Wunder, dass wir durch Pflanzenschutzmittel und zuviel Gülle verunreinigtes Grundwasser und Nahrungsmittel/Gemüse haben, und zwar deutlich stärker, als verbindliche EU-Richtlinien es uns erlauben. Die Bundesregierung, angeblich so ein grosser EU-Fan, ignoriert das und zahlt lieber an die EU horrende Geldstrafen, nicht von den Bauern versteht sich, sondern von unseren Steuergeldern.

  • Und weil wir eh schon mehr Gülle haben, als Natur und Mensch vertragen, kaufen 'wir' - der Politik sei Dank - sogar Nachbarländern noch Gülle ab. Dafür bekommt man dann Geld, allerdings nicht der gemeine Steuerzahler. Das versteht er sicher.
    (Hallo Bundesregierung: Nur Scheisse im Kopf, oder was?)

  • Nicht zu vergessen die Antiobiotikaresistenzen, die unser aller Gesundheit ruinieren und lebensgefährlich sind. Das dürfte wohl für manchen Bundesbürger tödlich sein. Fahrlässige Gesundheitsschädigung ist das mindestens.

  • Weil schlechte Nahrung krank macht, treibt das die Gesundheitskosten in die Höhe. Dazu addiere man Pharmaindustriekartellbetrug, Medikamentenbetrug, Diagnosebetrug, Behandlungsbetrug, Apothekenbetrug, Betrug von Krankenhäusern etc. pp - wenn wir all das nicht auch noch hätten - unsere Krankenversicherungsbeiträge könnten bei der Hälfte liegen. Das stelle und rechne man sich mal vor.

  • Man nimmt, wo man kann - nun sollen wir uns für angebliches Tierwohl auch noch bestehlen lassen.

  • Und als ob all das nicht schlimm genug wäre, hört und liest man von organisiertem Sklavenhandel in der Fleischindustrie, hier in Deutschland!

 

 

Ist Ihnen eigentlich was aufgefallen? Dass das Unwohl des Rindes nicht an der sogenannten Initiative Tierwohl teilnimmt? Ist das gut oder schlecht, was meinen Sie?