Sexismus ohne Sex (2,5 Min)

Teil 2:

Gleichberechtigung ist auch so eine deutsche Gesellschaftslüge. In fast 70 Jahren hat keine Bundesregierung ernsthaft etwas unternommen, Gleichberechtigung durch zu set zen. 70 Jahre! Haben Sie eigentlich eine Ahnung davon, wie sich das anfühlt, Woche für Woche, Jahr für Jahr? Dabei haben viele Frauen doppelt soviel geleistet, dreimal soviel ertragen, aber nicht halb soviel verdient wie Männer. Das ganze ist umso bitterer, wenn man auf 12 Jahre Regierung mit weiblichen Führungspositionen blickt. Man müsste die Bundesregierung auf Schadensersatz verklagen. 

Ich bin's echt leid, verständnisvoll und nachsichtig sein zu müssen. Insgesamt fordere ich deutlich mehr Unterstützung! Und ein bisschen hopp hopp bitte, vorzugsweise wie auf der Autobahn, in einem Mindesttempo. Es geht immerhin um nichts weniger als um Menschen und Menschlichkeit und den Einsatz für eine gesunde und friedliche Gesellschaft, die leider grade weltweit und rasant zerbricht. Eine Männerwelt, das möchte ich nochmal betonen. Ob wir Frauen es besser machen, das weiß ich nicht. Aber bisher wurde uns doch sehr überwiegend der Versuch verweigert. Was die Leistung von Frauen angeht, war es nie eine Frage des Könnens. Wer das nicht erkennt, ist mit Blindheit geschlagen, die anderen wollen das auch nicht sehen.

Aber Sie können sich sicher sein: Wenn Frauen kollektiv genauso einen schlechten Job machen und wir dann einfach nur noch mehr Menschen sind, die so aktiv Raubbau an Mensch, Tier und Umwelt betreiben, dann würde ich mich ebenso dagegen auflehnen, wie ich es jetzt tue. Ich glaube jedoch an die Vermutung der Schweizer Studie (über antrainiertes Belohnungszentrum im Gehirn. Männer sind egoistischer, Frauen teilen eher) und deshalb setze ich auch so massiv auf eine elementar Bildung 4.0 – weil ich daran glaube, dass wir uns umprogrammieren können. Uns alle. Das müssen wir sogar. Denn wenn Frauen gezwungenermaßen deutlich weniger sozial sein müssen und wir Mädchen nicht mehr so sozial erziehen können, weil wir nur so zu unserem Recht kommen - wer ist denn dann in Zukunft noch sozial gebildet??

Männern, die sich mit Sexismus nicht auskennen, spreche ich die Qualifikation ab, darüber urteilen zu können. Die anderen wissen, wovon ich rede.

Im Grunde ist Sexismus eine Form von Sklaverei. Ok, seit Kurzem brauchen wir uns in Detuschland nicht mehr sexuell belästigen, nötigen oder vergewaltigen lassen müssen, ein Nein reicht jetzt. Ja hallo? Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein! Erbärmlich ist, dass es so lange gedauert hat. Wie viele hundert Jahre sollen wir denn noch auf Chancengleichheit und Selbsztbestimmung warten? Wie lange soll es den weit verbreiteten Sexismus, den Alltagssexismus ohne Sex noch geben: Verbalsexismus und Machtsexismus?! Der Nährboden für alle extremen Formen des Sexismus. Es ist auch genau dieser Sexismus, der viele Frauen beruflich und privat in eine stark benachteiligte Position bringt. Beispiel am Klassiker und perfider Berufsalltag: In oder nach einem Gespräch ist die gängigste Ausrede des Mannes - sei es für mangelnde Kooperation oder schlechte Bezahlung - dass es angeblich nur um die Qualifikation und nur um die Sache gegangen sei. Stimmt aber nicht. Frauen können trotzdem unterscheiden, ob es wirklich um die Sache ging, oder ob vielmehr persönliche Befindlichkeiten des Mannes begleitet von abwertendem Verhalten das Gespräch geprägt haben. Befindlichkeiten, die eben nichts mit der Sache zu tun haben, von Männern, die sich hinter der angeblichen Sache nur allzu leicht verstecken. Machtmißbrauch, chronisch männlicher Boykott. Eingehüllt in Minderwertigkeitskomplexe oder Gehässigkeit, schlecht getarnt hinter scheinbarer Professionalität, begleitet von niveaulosen und beleidigenden Sätzen, die nicht für 5 Pfennig ins Business gehören. Da versucht Mann es sich schön einfach zu machen. Klappt ja auch meistens. Das ist Alltag, nix mit Artikel 3 Grundgesetz.
Natürlich ist nicht jeder Mann sexistisch und nicht jeder sexistische Mann ist gleichstark und jeden Tag sexistisch, und auch nicht allen Frauen gegenüber. Zumindest nicht so offensichtlich. Anders als aussenstehende Männer erkennen Frauen aber sehr gut, welcher Mann berufliches von persönlichem weder unterscheiden kann noch unterscheiden will. Fast jede Frau kann wohl davon berichten. Oder wie stellen Sie sich Sexismus ganz real im Alltag vor? Dass einer ins Büro kommt mit einem Ausweis oder ein Plakette wo draufsteht Guten Tag, ich bin Sexist. 

Aussenstehende Männer, die nicht sexistisch sind, erkennen das selten. Interessiert sie ja auch nicht, oder? Nicht alle, aber die meisten von ihnen sind uninteressiert und unwissend oder naiv und wissen meist gar nicht, wo denn da das Problem ist... Wären sie eine Frau, wär das ganz schnell anders. 

 

Sexismus Teil 1 - Gleichberechtigung - keine Zeit für Emanzipation

 

12.11.17


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