Wir sind die Zukunft unserer Kinder

Crosslearning, Bildung 4.0 

Die Schule der Zukunft, wo alle Menschen von kleinauf das lernen, was im Leben wirklich wichtig ist. Keine Reform, sondern eine Bildungsrevolution.

Für das brachliegende Potential, das mit unserem jetzigen System unvorstellbar ist.


 

 

 98% aller Kinder bis 5 Jahre sind hochbegabt,

aber nur noch 2% der Schulabgänger

aus Alphabet, einem Film von Erwin Wagenhofer

 

Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern,

Miete oder Versicherungen. Aber ich

kann ne Gedichtanalyse schreiben.

In 4 Sprachen.

Naina, Schülerin


Bulimielernen versus erfahren, verstehen, gestalten

Was passiert, wenn Werte & Demokratie Hauptfach werden und Schule Spaß macht?

Früh übt sich ... Crosslearning

Lebensinhalte zum Hauptfach machen, Alltag begreifen, Kulturen verstehen, Demokratie, Wissen & Werte erfahren, um sie leben zu können. Möglich mit einem mehrdimensionalen Schulmodell: Crosslearning. Ein System, das in der Lage ist, Werte und Begabungen zu erkennen, zu entfalten und Gemeinschaft zu stärken.

Von Klasse 1 bis 12/13


Die Ziele
unverändert stark 

  • Stärkung der Gemeinschaft und des Bewusstseins für unser multikulturelles Erbe – im kleinen (Familie) wie im großen (Deutschland, Europa und die Welt)
  • Erhalt unserer faszinierenden Umwelt
  • Wirtschaft, Wissenschaft & Forschung zum Wohle aller
  • Demokratie, Frieden & Freiheit

 

Die Kernpunkte ungewohnt stark

  1. Systemisch: Grundlegend neues, da mehrdimensionales Lehrverständnis. Vernetzung von Lehr- und Lerninhalten mit einer bewussten, an der Praxis orientierten Wahrnehmung der Zusammenhänge aller Bereiche auf allen Ebenen.
  2. Inhaltlich: Elementar neue Lehrinhalte. Schätzungsweise 50% neue Kernunterrichtsfächer sowie eine wesentliche Überarbeitung der verbleibenden und nützlichen Inhalte.
  3. Politisch/kulturell: Demokratie & Soziale Kompetenz als Hauptfächer.

 

 

 

Das Warum-Video 
Susanne Fritz, Nov 2017 


Ist-Zustand:

Der Technik sei Dank: Wir hatten noch nie so enorme Möglichkeiten, uns umfassend zu informieren, wie heute. Begleiterscheinung: Fast unbemerkt platzen wir im Alltag und Schulalltag mit dieser Fülle aus allen Nähten, es will einfach nicht alles Wissen reinpassen in den Menschen. Nun drohen wir an dem Versuch zu scheitern, Hochleistungsmaschinen zu züchten, begleitet von Nebenwirkungen wie Angst und Persönlichkeitsverlust. Wir verlieren an Tiefe. Glücklicherweise gibt es KI und Industrie 4.0 - wir können das Anhäufen von enzyklopischem Wissen der von uns selbst erschaffenen Künstlichen Intelligenz überlassen und uns unseren Stärken widmen - Werte, Kreativität, Schöpfung & Gestaltung. Denn wenn Technik und Maschinen immer besser werden, müssen wir uns fragen: Worin wollen wir besser werden?

Das Crosslearning-Bildungskonzept ist wesentlicher Teil einer Antwort.

 

Soll-Zustand:

Das Leben selbst findet vernetzt statt. Das nehmen wir zum Vorbild und wechseln von der separierten, eindimensionalen zur vernetzten, mehrdimensionalen Unterrichtsform. Dazu kommt ein neues Thema: An allen Schulen von der ersten bis zur letzten Klasse wird Demokratie Hauptfach. Bisher ist Demokratie eine Episode im Geschichtsunterricht, die Theorie verliert in der Praxis zusehends an Kraft. Aber was Demokratie wirklich bedeutet, wie man sie lebt, welchen Wert und lebendigen Inhalt unsere Grundgesetzte im Alltag haben, das ist so reichhaltig, davon sollte man gar nicht genug bekommen können.

 

 

Wir brauchen nicht mehr Geld auf der Welt, sondern mehr Soziale Kompetenz.

DAS KONZEPT

 Schule mit Sinn ~ erleben, verstehen, prägen

                              

Unterrichtsform  CROSSLEARNING
Wir lernen gleichermaßen vom Leben und für das Leben. Deshalb ist die vernetzte Unterrichtsform so vielversprechend. Oder hat unser Grundgesetz nichts mit Philosophie zu tun, Biologie nichts mit Geographie, Kunst nichts mit Geschichte, Physik nichts mit Mathematik, Mathematik nichts mit Musik und Chemie nichts mit Poesie? Crosslearning ist unglaublich variabel und facettenreich. Diese besondere Form des Lernens wird eine große Hilfe sein für gesellschaftliche und kulturelle Erfolge in allen Bereichen unseres Lebens. So wie das Internet weitaus mehr ist, als nur eine zufällige technische Errungenschaft. Das world wide web ist ein Spiegel unseres natürlichen Lebensraumes. Die Komplexität all dessen ist sicher eine verständliche Betrachtungsweise. Doch in der Einfachheit des grundlegenden Verständnisses von Vernetzung liegt ein ganz eigener Schatz verborgen. Das Wissen um die Verbindung allen Seins mit allen abhängigen Konsequenzen. 

 

CROSSWORKING  

Bildung muss immer dual oder trial sein. Wo es möglich ist, sollen sich Gesamtschule, Universität und handwerkliche Ausbildungsbetriebe auf dem gleichen Gelände oder in der Nähe befinden. So dass alle Lernenden einen möglichst großen Einblick haben in alle Lehrbereiche. Es macht Sinn, dass Schüler mal eine Vorlesung besuchen, Studenten Vorträge in einer Klasse halten, oder Handwerker eine Vorlesung an der Uni geben. Keine Bildung ohne Praxis, denn das ist, als würde man Sehenden stets die Augen verbinden. Zu wissen, wie sich eine Herdplatte anfühlt, erhöht die Bereitschaft, die Entstehung von Hitze physikalisch zu verstehen.

 

CROSSCOMPETENCE

Stärken & Schwächen. Jeder Schüler hat Stärken, auch lernschwächere. Deshalb geben lernschwächere Schüler in ihren Stärken selber Unterricht oder Unterstützung in anderen Klassen. Das festigt ihr Selbstbewusstsein und erhöht interessanterweise ihre Verständnisfähigkeit in den Bereichen, wo sie selber schwächer sind.

 

Die neuen Schulfächer - 10 Beispiele.
Wähle dein neues Lieblingsfach.


1. Hauptfach  SOZIALE KOMPETENZ

Soziale Kompetenz ist der höchste aller menschlichen Maßstäbe. Bei allem was wir tun. Menschliche Eigenschaften, die innere Haltung als elementare Voraussetzung für eine gesunde und friedliche Gesellschaft. Insbesondere Führungspositionen dürfen nur in zweiter Linie durch Fachwissen erlangt werden, denn dass Projekte und sogar Firmen auch ohne fachliche Ausbildung ‚sehr gut‘ geleitet werden können, dafür gibt es seit Jahrhunderten und -tausenden unzählige Beispiele. Die größte Zerstörungskraft hingegen, auch unternehmerisch, ist viel zu eng verknüpft mit mangelnder Humanität. Unsere Umwelt und der Mensch mit seinen Wesenszügen, persönlichen Stärken und Schwächen müssen im Vordergrund stehen. Die fachliche Kompetenz, die vergleichsweise leicht zu lernen ist, und die heute kurzlebiger denn je ist, muss der sozialen Kompetenz untergeordnet sein. Soziale Kompetenz muss mit anspruchsvollen Parametern ein gesellschaftliches, erfahrbares und messbares Merkmal werden. Keine oder kaum soziale Kompetenz zu besitzen, das muss bei der Auswahl von Führungspositionen ein Ausschluss- und Entlassungskriterium sein.

 

2. Hauptfach  DEMOKRATIE
Würde man eine Umfrage machen, was Demokratie bedeutet - wie viele könnten das beantworten? Das Grundgesetz erst. Was steht da drin, wer hat es geschrieben und warum? Was bedeutet das Grundgesetz im Alltag und wie sieht es mit der Realität aus? Hat das Grundgesetz praktische Gültigkeit? Welchen realen und globalen Platz haben Humanität und Würde in unserer Gesellschaft? Echte Demokratie macht Spass. Aber wie echt ist unsere Demokratie? Und wie echt kann sie sein?

 

Eine organisierte und strukturierte Gemeinschaft muss es möglich machen, dass alle Mitglieder von ihr profitieren und dass das höchste unserer Gesetze wahr ist: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ein Ganzes besteht immer aus der Summe seiner Einzelteile. Wenn die Bedürfnisse von zu vielen Menschen unberücksichtigt bleiben, verlieren das gesprochene und das geschriebene Wort an Glaubwürdigkeit, die Menschen wenden sich ab, die Gemeinschaft zerbricht. Demokratie muss man nachhaltig erleben, um sie zu verstehen und daran zu glauben. Dann wird man sie auch wählen. Deshalb muss Demokratie Chefsache werden. Insbesondere in Schulen, um früh darauf einzuwirken. Egal, welche Kultur, egal ob arm oder reich – was Menschen an Anerkennung und Werten in ihrer familiären Umgebung nicht finden, was an Problemen und Mustern in einzelnen Familien nicht ge- und erlöst werden kann, das muss die Gemeinschaft bewältigen. Am Besten so früh wie möglich, um Muster über Generationen hinweg zu durchdringen. Demokratie als Hauptfach, im Kindergarten, von der 1. bis zur letzten Klasse, für alle. Erleben. Verstehen. Prägen.

 

Kernfächer

3. ENGLISCH

Was ist die meistgesprochene Sprache der Welt? bad english. Crosslearning english funktioniert nach dem kiss-Prinzip: Reduzierung des klassischen Englischunterrichts auf Basics, aber alle anderen Unterrichtsfächer werden bereits ab der ersten Klasse auf Englisch gehalten. Nicht ständig, aber temporär und zyklisch wechselnd. Erst sprechen, dann schreiben. keeps learning native.

 

4. MATHEMATIK

Wie heißt es so unschön: Mathe ist ein Arschloch. Das liegt aber nicht an Mathematik selber, sondern an der schlechten Vermittlung, was Mathe wirklich ist. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet die Kunst des Lernens. Wovon man im Unterricht nicht viel spürt. Dabei ist Mathematik so eine wundervolle Wissenschaft. Sie durchdringt alle Bereiche unseres Lebens, Musik, Natur, und in den Primzahlen soll sogar der Schlüssel zum Universum liegen. Mathematik ist beeindruckend. Sie kann komplex sein mit kryptischen Formeln, oder ganz einfach mit 0 und 1, dem Binärcode als Grundlage für jede Form digitaler Informationsübermittlung. Würde man den Schülern* die Anwendbarkeit und den Nutzen deutlich machen - viele würden Mathe lieben. Ist es nicht schon spannend wie ein philosophischer Krimi, dass selbst die Wissenschaft immer noch darüber rätselt, ob Mathematik wirklich entdeckt oder erfunden wird?

 

5. UMWELT, ZUKUNFT & VISIONEN

Unsere Umwelt ist unser Lehrmeister. Dieses Fach muss fester Bestandteil eines jeden Schulalltags sein, bei dem Schüler und Lehrer gleichermaßen von- und miteinander lernen und über alle Klassen hinweg gemeinsam Zukunft erschaffen. Mit F&E-Kursen zu unterschiedlichen Themen und einer besonderen Form des Crosslearnings: Wahlkurse, die klassenunabhängig angeboten werden, also gemischt für Schüler aller Klassen. Durch die altersunterschiedliche Besetzung der Wahlkurse wird das Verständnis füreinander gestärkt und das Gemeinschaftsgefühl wird intensiver. Das schafft Raum für viele positive Überraschungen, denn man muss sich wundern, wie beeindruckend pragmatisch Erstklässler und wie innovativ und visionär Fünftklässler sein können. Das sind Wesensschätze, die es zu bewahren gilt. In unserem jetzigen Schulsystem verlieren wir diese Fähigkeiten meist, um uns dann die nächsten 30 Jahre+ mit Sinnsuche zu beschäftigen. Dieses Fach ist mindestens so wichtig wie die Demokratie selbst, denn es beschäftigt sich besonders mit unserer Verbindung zur Umwelt und den existenziellen Auswirkungen unseres Handelns auf unsere natürliche und lebensspendende Umgebung. Weltweit.

 

6. MULTIKULTUR & GESCHICHTE

Wie sagte6 doch der 4-jährige Niklas, als Hip Hopper Fard ihn fragte, ob in seinem Kindergarten auch Ausländer sind: "Nein, da sind Kinder." Geschichte selbst ist multikulti. Und wird es auch immer bleiben. Heute brauchen wir mehr denn je kulturübergreifenden Unterricht. Zuhause in den eigenen vier Wänden ist internationale Vereinigung kaum zu leisten. Von kleinauf in der Schule - nicht nur nebeneinander, sondern miteinander - das kann nachhaltig friedensrettend sein. Die Themen müssen alle Lebensbereiche betreffen. Kochen ist sicher der Klassiker zum Einstieg in den Austausch. Aber auch Religion, Tradition, Sprache, Kunst, Architektur, Musik, Politik, Gesellschaftsform, Muse & Muße gehören dazu - alles, was eben eine Kultur und deren Entstehung und Wesen ausmacht. Gegeben wird der Unterricht über bestimmte Zeiträume auch von Schülern und Eltern einer Kultur für die anderen Schüler und Eltern, oder von älteren Schülern einer Kultur vor jüngeren Klassen und umgekehrt. One world, one future (Dr. Motte, Love Parade 1998).

 

7. MUT & ZIVILCOURAGE

Im August 2012 stellten sich im Rahmen eines Schulprojekts 20 Großstadtkinder aus Hamburg der Herausforderung einer Alpenüberquerung. Zu Fuß ging es in 16 Tagen von Berchtesgaden nach Brixen in Italien. Wanderschüler Felix Landwehr berichtet. 3 Oder die Challenges der Zukunftsschule Schleswig-Holstein 4: Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof; Triathlon; Wanderritt zur Ostsee; Auf den Spuren der deutschen Geschichte wandeln (Mauerweg); Anderen Menschen helfen – uvm. So kann Schule aussehen.

Die Themen Zivilcourage, Mut und Verantwortung gehören unbedingt als reales Unterrichtsfach in die Schule. Verantwortung macht Spaß! In Familie, Schule und Beruf. Zivilcourage ist ebenfalls vorteilhaft. Alleine ist das schwer zu lernen, aber in der Gemeinschaft ist es fast ein Kinderspiel. Zivilcourage ist kollektiv und basiert auf gemeinsamen Werten und Handlungsweisen. Mut ist individueller. Was für den einen ein leichtes ist, z.B. ein Umzug, kann den anderen große Überwindung kosten. Selbstbewusstsein kann und muss man fördern, denn Selbstvertrauen ist heilsam, nicht nur für das Individuum. In manch einer Königs- oder Präsidentenfamilie sind Mut und Gemeinschaftssinn fester Bestandteil der Erziehung. Z.B. klettern kleine und große Kinder hoch auf Bäume und man schaut, wie sie mit gegenseitiger Hilfe wieder herunter kommen. Mein persönliches Favourite für Mut: Philosophiestudenten, die in einer schriftlichen Zwischenprüfung nur eine Frage beantworten sollten: Was ist Mut? Ein Student gab bereits nach kurzer Zeit ein weißes, fast leeres Blatt ab, auf dem stand lediglich: Das ist Mut.

 

8. GELD & BUSINESS

In den 50er Jahren lag die durchschnittliche Überlebensdauer einer Firma bei angenehmen 61 Jahren, aber schon 1980 nur noch bei 25 Jahren und 2012 bei nur noch 18 Jahren. Alle Firmen sind davon betroffen, weltweit und auch die großen Player5. Muss man junge Menschen auf solche Entwicklungen nicht vorbereiten? Das betrifft doch alle, zukünftige Mitarbeiter genauso wie Unternehmer. Deshalb: Weicher Übergang von Schule zum Beruf, der früh beginnt und sich langsam steigert. Berufung erkunden und live in den Beruf hineinwachsen - auf der ersten Schule für Sustainable Business only. Hier entwickeln Schüler eigene Projekte (auch auf englisch), wie z.B. das Eckerförder Schulprojekt www.rauteck.de, das aus Gurtverschlüssen Förde-Öffner macht und aus Gurten Handtaschen und Portemonnaies. Von der Produktentwicklung über Finanzplanung bis zum Vertriebs – praxisorientiert lernen die Schüler die Regeln der Wirtschaft kennen, und stellen neue Regeln auf. So ein Konzept flächedeckend in unseren Schulen – da dürfte so manche visionäre Erfindung bei herauskommen.

Durch die Praxis kommen wichtige Fragen bereits vor der Pubertät auf den Tisch und können von den Schülern authentisch beantwortet werden. Was ist wichtig bei der Berufswahl? Beruf oder Berufung, Familie, Job und die Verknüpfung von beidem, selbständig oder angestellt, kreativ, handwerklich, sportlich, erfinderisch, kaufmännisch oder sogar drei Sachen, warum nicht?

                     Mit dabei: Thema Geld - künstliches Tauschmittel - der Dreh- und Angelpunkt der Welt. Aber leider ist unser heutiges Finanzwesen für die meisten immer noch ein Mysterium. Wie soll man Zukunft gestalten, wenn man mit den elementarsten Mechanismen unserer Wirtschaft nicht vertraut ist? Den Verfehlungen inklusive. Mißbrauch von Geld und Macht gibt es zwar, seit es Menschen gibt, nur sind die Risiken heute gefährlicher denn je. Es wird Zeit, einen anderen Blick auf die einst so harmlose und wundervolle Erfindung Geld zu werfen. Wir müssen darüber aufklären, dass das mit Abstand meiste Geld gar nicht existiert: Es handelt sich um Illusionen verschiedensten Ursprungs, in Sekunden ausgedacht. Nicht nur Kredite, wenn sich Geschäftbanken aus 100€ Mindestereserve bei der EZB ganz (l)egal 10.000€ Kredit ausdenken können. Oder Themen wie Kapitalismus, Sinn und Unsinn von Zins- und Zinseszinsen und noch vieles mehr. Wollen wir in einer Zeit leben, wo Visionen dem Zufall überlassen bleiben und eine einzige künstliche Illusion weltbeherrschend ist? Erst wenn Menschen im Bilde sind und sich mit diesem Wissen trotzdem für die Aufrechterhaltung dieser Illusionen entscheiden, dann mag es so sein. Einstweilen ist es an der Zeit, über die am stärksten ausgeprägte Sucht weltweit zu sprechen: Die Abhängigkeit von Geld und Macht. Wie bei jeder anderen Sucht gibt es Abhängige und Co-Abhängige, viele sind sogar beides. Wie kann es sein, dass so viele Menschen so stark mit dieser Sucht infiziert sind, es aber kaum jemand zugibt, geschweige denn, dass es konkrete Heilungsmethoden gäbe? Faktisch gibt es nur sehr wenig Menschen (mit und ohne Geld), die wirklich unabhängig von Geld sind. Es scheint nur leider, dass wir von dieser kollektiven Erkenntnis weit entfernt sind. Die selbstzerstörerische Realität ist, dass das mit Ende des Mittelalters abgeschaffte Faustrecht gar nicht wirklich abgeschafft wurde. Vielmehr ist es heute das weltweit am stärksten beanspruchte Recht überhaupt: Wo das Geld ist, ist die Macht. Diese Sucht kann uns heute zerstören. Bedenken Sie bitte, dass Weltkriege erst möglich sind, seitdem es uns die Technik möglich macht.

                Diese Herausforderungen gehen uns alle an und sind keineswegs eine Frage der Schuld von Politikern oder Bankstern. Alles steckt in uns allen, alle Menschen kommen aus unserer Mitte. Würden wir sämtliche Politiker durch unsere Familien, Freunde oder Bekannte austauschen - wir würden es wohl kaum besser machen. Hier ein kleines Experiment, das sich auch für Schulklassen immer wieder hervorragend eignet. Probieren Sie Politik selber aus, indem Sie 6 bis vlt. 20 Menschen zu einem Spieleabend einladen. Jeder der Anwesenden bekommt einen Bundesministerposten, inkl. Präsident und Kanzleramt. Zunächst dürfen sich alle ein Amt aussuchen, ist eine Position von mehreren Personen begehrt, wird man eine Regelung finden. Und dann geht es los, machen Sie Politik. Wie? Fangen Sie einfach an, über Ihre Inhalte und Ziele zu sprechen. Schauen Sie, was passiert... Langweilig wird es nicht, soviel sei versprochen. Vielleicht haben Sie danach sogar ein paar Freude weniger. Auch hieran werden Sie hier gut erkennen, dass unsere jetztige Bildung keine Säule für Politik oder Demokratie ist, die vielmehr mit Unwissenheit und am allermeisten mit Emotionen zu tun hat - überall auf der Welt.

Ein Land zu leiten und zusammenzuhalten, bleibt eine schwere Aufgabe (Politik ist direkte Demokratie pur), der Sucht nach Illusionen, Geld und Macht nicht zu erliegen, eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist es, dieser Sucht und den Risiken eine existenzielle Aufmerksamkeit zu widmen.

Wir dürfen unseren Kindern durchaus mehr Realität zutrauen und sollten mit ihnen gemeinsam die Möglichkeiten des Umgangs mit, der Haltung zu und die Auswirkungen von Geld neu entdecken. Es ist überhaupt von elementarer Bedeutung, dass Lehrer und Schüler gemeinsam lernen, denn in unserer schnelllebigen Zeit ist es schier unmöglich, dass Lehrer oder Professoren über viele Jahre hinweg Wissensvorbilder sein können.

 

9. PHILOSOPHIE

Philosophie bedeutet Freund der Weisheit. Freunde hat die Weisheit sicher mehr, als wir uns in unserer Gesellschaft der traurig separierten Lebensformen vorstellen können. Im Crosslearning Modell werden Philosophie-Stunden nicht (nur) von Lehrkräften geführt, sondern maßgeblich von Rentnern für und mit Schülern. Wer hat denn mehr zu reflektieren, als Menschen mit Lebenserfahrung? Jeder kann philosophieren und tut es auch. Zu recht. Ein bewusster philosophischer Austausch zwischen Jung und Alt, zwischen Lebenshunger und Erfahrung, Innovation und Tradition - und beide treffen sich auf der Ebene der Wünsche, Sehnsüchte, Betrachtungen und Visionen. Wie bereichernd muss solch ein Austausch sein, wenn er weit verbreitet ist.

 

10. SCHAUSPIELEREI erwünscht

Ob Auto, Wohnung, Miete oder Wahlen – von kleinauf Alltag spielen in Form von überzogenen, absurden oder tragischlustigen Theaterstücken und Filmen. Neben verschiedenen Einzelstücken stellen wir uns eine never-ending Longlife-Serie vor, an der Lehrer und Schüler aus verschiedenen Klassen teilhaben, so manch einer vielleicht sogar noch nach seiner Schul- oder Lehrzeit. In schauspielerischen Szenarien werden erwünschte und unerwünschte AlltagsEffekte und Zusammenhänge erlebbar gemacht. Von Familie und Wohnungssuche über Finanzkrise bis hin zur EU-Familie, alles ist darstellbar. Wenn Menschen bereits von kleinauf spielerisch an den großen Zusammenhängen, Werten sowie Chancen und Risiken teilhaben, besteht die Hoffnung, dass sich ein praktisches und sehr widerstandsfähiges Gemeinschafts-Bewusstsein nachhaltig entwickelt. Die Leidenschaft vieler Menschen, in Rollen zu schlüpfen, macht es möglich. Leichter kann man kaum lernen.

 

 

ALLGEMEINER SPIRIT

 

~ Natur & Technik. Dazwischen der Mensch. IT, Robotik & Co. - der Nutzen einer jeden Technik wird umso größer, je unabhängiger wir von der Technik bleiben; und je mehr wir die Natur verstehen, desto größer werden unsere Erfindungen werden. Ob zur Erweiterung des Geistes (spielend lernen durch Gamification), als Therapie (mit Videospielen gegen Demenz) oder einfach zur Entspannung oder Vereinfachung – revolutionäre Techniken werden ein wesentlicher Baustein der nahen Zukunft sein. eSport, Hightech Lehrmethoden und -Techniken gehören beim Crosslearning-Konzept genauso zum Unterricht, wie das Erlernen handwerklicher oder landwirtschaftlicher Grundlagen und einfache Überlebensstrategien in der freien Natur. Denn am Tagesende ist doch KI nicht weniger als der bescheidene Versuch, ein der Natur ebenbürtiges System zu erschaffen. Die bewusste Verbindung zur Natur zu ignorieren oder zu vernachlässigen, wäre weder künstlich noch natürlich intelligent. Crosslearning-These: Bewusstsein ist die Mengenlehre aus Emotionaler Intelligenz und Ratio. KI dient dazu, unser Bewusstsein zu erweitern, unserem Wesen näherzukommen und unsere Möglichkeiten auszuschöpfen. Andersherum werden unsere emotionalen und sensitiven Entscheidungen maßgeblich den Nutzen und die Ausrichtung von KI beeinflussen. Bestenfalls bewusst.

 

~ Wollen wir Geschichte schreiben, oder lesen? Warum also wird so viel mehr Geschichte von früher gelehrt, mehr Literatur von anno dazumal gelesen oder Kunst von sonst wann betrachtet, als aus der Gegenwart? Auch und insbesondere in der Schule sollte man viel mehr das Jetzt verstehen und in die Vergangenheit nur Sidesteps machen. Dann kann man auch besser in die Zukunft blicken.

 

~  Geschlechtsorientierter Unterricht Kein Mensch ist geschlechtsneutral, weder innerlich noch äusserlich. Unterricht sollte temporär dem geschlechtsnatürlichen Bewegungs- und Kommunikationsempfinden angepasst und der Wesensfindung hilfreich sein, anstatt eine natürliche Entwicklung in einheitlichen unbeweglichen Frontalunterricht pressen zu wollen. Ebenfalls wichtig: Beim weiterführenden Sexualkundeunterricht vor und in der Pubertät sollte es gemeinsame, aber auch geschlechtergetrennte Stunden geben, um ein dialoggeschütztes Umfeld schaffen.

 

~ Individualität vor Konformität zugunsten von Originalität, denn individuell bedeutet einzigartig und selbstbestimmt, das Gegenteil ist unpersönlich. Weg vom mürbe machenden Einheitsbrei über 9 bis 20 Jahre. Überlassen wir das Anhäufen von enzyklopischem Wissen KI, Künstlicher Intelligenz. Kümmern uns lieber um das, was unser Hirn auch schafft und wo unsere Stärke und unser Potenzial liegt. Die Codes für Nachhaltigkeit liegen in früh begonnener Prägung und mehr denn je in der richtigen Mischung aus Individualität und Konformität. Sind wir uns in den gesellschaftlichen Werten einig und gehen konform, bildet die Konformität das geschützte Umfeld für Individualität und Originalität. Vorausgesetzt, das Versprechen zur Verpflichtung der Werte wird eingehalten. Und darum geht es in diesem Konzept: Wie lerne und erfahre ich, was wirklich wichtig ist im Leben und wie stehe ich dafür ein. Vielleicht entwickeln oder fördern wir so ein natürliches, kollektives Bewusstsein.

 

~ Perfektionismus ist der Tod des Genialen. Unser Drang nach Perfektionismus ist löblich, solange es um Forscherdrang, Zuverlässigkeit oder eine gewisse Aufgeräumtheit geht. Wandelt sich aber Perfektionismus in die Angst des Versagens und den Krampf des Scheiterns, wird er zerstörerisch. Stichwort kryptische alltagsuntaugliche Schulbildung. Am Tagesende ist Perfektionismus eine Illusion, denn es gibt doch nichts, was so perfekt sein könnte, dass es für immerdar gut und unübertreffbar wäre. Die Unübertreffbarkeit selbst ist die eigentliche Perfektion, in der Wandlung und der unendlichen Vielfalt an Möglichkeiten liegt die wahre Genialität.

Die Veränderung anzuerkennen, zu ehren und zu achten, bedeutet, mit dem Tod selbst Frieden zu schliessen. Nur wenn etwas stirbt, kann etwas neues daraus erwachsen. Der Tod ist der Samen und das Beet für Wachstum und Unvorstellbarkeit. Im Kleinen wie im Großen. Man mag an einem scheinbar perfekten Produkt, einem Prozess, einer Struktur oder auch an einer Ideologie festhalten um jeden Preis – weil es in Anbetracht des Ungewissen Halt gibt – so wird man doch die Veränderung selbst nie aufhalten, der Tod, die Veränderung wird je nach Festhalten nur als schmerzhaft empfunden. Man beraubt sich zugleich dem tiefen Gefühl, die Erde oder Wurzel für etwas Neues und Grösseres zu schaffen oder zu sein. Die Lösung und Erlösung liegt in der ausgewogenen Intuition, bis wohin etwas so genussvoll gut ist, dass sich daran festzuhalten lohnt, und wann es Zeit ist loszulassen. Bei ausgedienten Produkten oder ins Leere laufenden Forschungsprozessen ebenso wie bei eingefahrenen Gesellschaftsstrukturen. Wenn offensichtlich ist, dass es nicht perfekt ist, eben weil es nicht rund läuft, da hilft Mut zum Experimentellen. Schlicht gesagt: Ausprobieren, manchmal bar jedweder Argumente. Die größte Kür liegt auf jeden Fall darin, in einer Gemeinschaft unterschiedliche Stationen in einem Veränderungsprozess (an-) zu erkennen, ähnlich einem Staffellauf. Jung und alt. Wenn zwei Läufer zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Schuhen laufen, so können sie doch beide für die gemeinsame Sache unterwegs sein. Den einen hätte es ohne den anderen nicht gegeben, und der andere könnte ohne den einen seinen Teil nicht vollenden. Am Tagesende haben beide den gleichen Prozess durchlaufen.

Genialität, Intuition oder Loslassen? Nennen Sie diesen Punkt, wie es Ihnen beliebt. Entscheidend ist: Veränderung kann man lernen und erfahren, und diese Erfahrung kann man teilen und fördern.

 

DIE SCHULNOTEN
Nicht das Kind sollte eine schlechte Note bekommen, sondern der Lehrer. 
Das jetzige Schulnotensystem unterteilt Menschen in wertvoll und wertlos. Eine Tragödie. 
Zensuren sind der Rohrstock des Mittelalters. Darum nehmen Jugendliche Tabletten. Wir als Erwachsene müssen lernen, den Kindern zu vermitteln, wie ihre Fähigkeiten und Interessen im Kontext zu Fachwissen stehen. Das heisst konkret, dass wir zusammen mit jedem einzelnen Kind  zwei Sachen herausfinden müssen:

1. Welches Wissen ist für das Kind persönlich von Wert? Um individuelle Stärken auszubauen oder um Schwächen abzubauen oder einfach aus Interesse.

2. Da das Kind nicht weiß, wieviel Wissen es gibt, was davon es selbst weiß und versteht, was davon nützlich sein kann im Allgemeinen, aber vor allen Dingen im Besonderen, all das müssen wir dem Kind helfen, spürbar zu erkunden. Wenn ein Kind Mathe nicht versteht und schon gar nicht den Sinn, was soll ihm dann eine 5 bringen?? Ausser, sich als Verlierer zu fühlen. 

Mit allem, was ein Mensch versteht, kann er bewusst und proaktiv etwas anfangen, und - wenn er möchte, darauf aufbauen. Wenn ein Kind das kleine 1x1 versteht, die Nützlichkeit im Alltag erfährt, dürfte es wenig Probleme damit haben. Es wäre besser, verlockender und erfahrungsreicher, mit den Kindern einkaufen zu gehen und danach die Geschichten aus den Schulbüchern live nachzustellen (Monni hat 20 Äpfel und möchte gerne ...), anstatt ihnen theoretische Formeln aufzuzwingen und die Geschichten nur aus Büchern zu "erzählen".

Am Tagesende muss man mit großer Achtsamkeit zusammen mit dem Kind herausfinden, wie wichtig oder unwichtig dieser oder jener Teil von Mathematik für das Kind wirklich ist, wie sehr es sich dafür interessiert und was es damit anfangen kann. All das im Kontext zu anderen Themen (Schulfächern), denn nichts wirkt für sich alleine. 
Zur Klarstellung: Es geht nicht darum, dass die Kinder sich ständig die Rosinen rauspicken, also nur das machen, was ihnen leicht fällt. Unsinn, nicht umsonst gibt es das Fach "Heruasforderungen". Neugier und Forscherdrang bei den Kindern wecken (das geht mit einer 5 schwerlich) und ihnen beibringen, dass in Hürden, Herausforderungen, Rückschlägen und Überwindungen ein ganz eigener Schatz verborgen liegt. Wenn die Herausforderung (heute das Schwere, Unverständliche) bestraft wird, bleibt die Motivation auf der Strecke. Wie könnte man ein Kind, das aufrichtig motiviert ist, mit einer 5 bestrafen?
Menschen mitnehmen, und nicht abstempeln. 


 vergiss dein mehrsein nicht

alice


Liebe Leser,

 

vielleicht war es unser Wunsch, übermenschlich zu sein, der uns in blindem Bildungs- und Leistungswahn in die Irre geleitet hat. Vielleicht war es auch einfach nur Gewohnheit. Sätze wie „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ mögen für die Vergangenheit durchaus ihre Berechtigung gehabt haben, bis vor nicht allzu langer Zeit war der Überlebensalltag existenziell, mangels Technik und Fortschritt haben sich viele Fragen nicht gestellt. Das ist heute anders. Und der Quantensprung in Sachen Technik liegt ja erst noch vor uns, da ist so manches alte Modell hinderlich. Schätzungsweise 50% der jetzigen Lehrinhalte und -art sind sinnbefreit und behindern den Menschen stark in seiner Potentialentfaltung; Lehrern abzuverlangen, unnütze (=nicht nützliche) Theorien zu vermitteln, ist bezugloser Zwang für alle Seiten und kann nur nach hinten losgehen. Deshalb beinhaltet der Crosslearning-Lehrplan auch mindestens zu 50% neue Inhalte und Wege.

 

Bildung ist die Wurzel der Zukunft.

Für eine nachhaltige Zukunft brauchen wir ein nachhaltiges Bewusstsein. Ein natürliches Gleichgewicht zu schnelllebigen Entwicklungen. In neu gedachter Bildung liegt der Schlüssel zu einer hochentwickelten Gesellschaft.

 

Der Graben zwischen separierter und vernetzter Unterrichtsform ist schmal, aber tief. Das ist gut, denn es bedeutet, dass der Wechsel ein im Verhältnis kleiner Schritt mit großer Wirkung ist. Aufgrund von Erfahrungen ist davon auszugehen, dass man mit einem Abschluss an einer Schule nach dem Crosslearning-System Schulabgängern mit klassischem Abitur um Längen voraus sein wird. Mit dieser Schul- und Bildungsform wird über Begabungen, Talente und Erfahrungen Humanität aktiv erlebbar und brachliegender Schöpfungs- und Entwicklungsdrang freigesetzt. Eine Schule mit Sinn, in der jeden seinen Platz finden kann. Freude und Verstehen sind starke Zugpferde.

Wir haben heute die größten Völkerbewegungen seit Menschengedenken. Sei es aufgrund von Naturkatastrophen, aus kriegerischer Not, aufgrund wirtschaftlicher Vorteile, einfach aus Interesse oder aus Liebe. Kulturelle Entspannung ist existenziell geworden. Je jünger Menschen sind und den natürlichen und selbstverständlichen Umgang bewusst miteinander erfahren, desto friedlicher sollte dieser Prozess verlaufen. Mit multikulturellem Crosslearning begegnen wir den zunehmenden kulturellen Differenzen fokussiert und von innen heraus.

 

Unser Bildungswesen mit neuem Spirit zu beleben, ist eine Mammutaufgabe, ein grosses Schiff wendet man nicht so schnell. Aber das ist auch in Ordnung. Anfangen ist wichtig. Crosslearning ist eine Vision. Jedes neue Schulmodell hat einmal mit einer ersten Schule begonnen. So auch Crosslearning. Dieses Konzept bedeutet für Eltern, Lehrer und Schüler, starre Formen zu durchbrechen, Potentiale zu entfalten und gemeinsam spannende neue Wege zu erkunden. Crosslearning ist im Geiste von Verbundenheit, Erleben und Verstehen eine starke Grundlage für nachhaltigen Frieden. Denn um langfristig die Kette von Krieg und Frieden durchbrechen zu können, ist es aussichtsreicher, bei den Kindern zu beginnen. Muster seiner eigenen Erziehung und Umstände zu verändern, ist für einzelne eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Gemeinsam ist vieles möglich. Früh übt sich ...

Susanne Fritz

Mrz 2017

 

 

Josephin Fritz, 22:

Geb. 1994 in Köln, 2000 Einschulung mit 5, nach 12 Schuljahren im Alter von 17 Abitur in Hamburg, anschließend Europatour, von März 2013 bis März 2015 Jurastudium in Hamburg, seit Oktober 2015 Publizistikstudium an der Universität Wien, Bachelor voraussichtlich 2018.

 

Mit 5 wurde ich eingeschult und gehörte später zum ersten Jahrgang mit verkürztem Abitur, das ich trotz Realschulempfehlung nach 12 Jahren mit 17 abgeschlossen habe. Ich hatte einige sehr gute Lehrer und eine starke Klassengemeinschaft, trotzdem gab es diversen Unterricht, den wir einfach abgesessen oder gar nicht verstanden haben. Mathematik gehörte bei den meisten dazu. Mit einem 2,5er Abitur bin ich zwar zufrieden, aber eine freie Studienwahl ist damit in Deutschland nicht möglich. Bei der Berufswahl war die Schule auch nicht hilfreich. Durch meine drei kleinen Brüder (11 und 2x9) betrachte ich die Schulzeit aus der Distanz nochmal differenzierter. Sehr gerne wüsste ich auch die Hochschulbildung grundlegend reformiert.

 

 

Susanne Fritz, 50:

1966 geboren und aufgewachsen in Goslar, Abi 86, danach Triale Ausbildung bei der Krankenkasse, anschließend Lehramtsstudium in Gießen begonnen und 92/93 desillusioniert aber erleichtert abgebrochen, und bereits seit 1991 begleite ich KMU beim Auf- und Ausbau. 93 nach Köln, dort zunächst angestellt tätig für professionelle StartUps sowie erste Nebenselbständigkeit für große Events. 2000 nach Hamburg, dort bis Ende 2015 mit Business & Projekt Management selbständig. Insgesamt konventionelles Business en masse. Viel erlebt und doch nie angekommen. Kein Wunder, zwar steckte ich beruflich in der richtigen Haut, befand mich aber inhaltlich im falschen Berufsorbit. Die Berufung lag im Paralleluniversum. Für diese Erkenntnis habe ich Jahre gebraucht. 2015 endlich den Sprung ins kalte Wasser gewagt und nach einigen Irrwegen 2016/17 als freiberufliche Unternehmensberaterin mit Fokus auf das Dritte Level, CSR und Impact Consulting die Umlaufbahn gewechselt.  Gründung der Crowdunion gGmbH im März 2017. 

 

Als meine Tochter vor 17 Jahren eingeschult wurde, war ich überrascht, wie sehr mich die Auswahl der richtigen Schule beschäftigt hat. Ich empfand einen regelrechten Druck, möglicherweise die falsche Entscheidung zu treffen. Aber die darauffolgenden 12 Jahre wusste ich auch warum. Rückblickend kann ich also sagen: Seitdem ich in den 90er Jahren mein Lehramtsstudium nach ca. 2 ½ Jahren desillusioniert abgebrochen habe, hat mich dieses Thema nicht mehr losgelassen. Irgendwann war es reif.

 


Wenn du das Ende von dem erreicht hast, was du wissen solltest,

stehst du am Anfang dessen, was du fühlen solltest.

Khalil Gibran

MEILENSTEINE

 

Unser Bildungswesen mit neuem Spirit zu beleben, ist eine Mammutaufgabe, ein grosses Schiff wendet man nicht so schnell. Umso wichtiger ist Anfangen.  Ich konnte Crosslearning bereits bei verschiedenen Organisationen präsentieren und es macht durchweg Eindruck und stößt auf positives Interesse. Aber die meisten schrecken vor der Größe zurück. Dabei ist es doch grade die Größe der Umstände, die solch ein Konzept notwendig macht.

Unser Bildungswesen zu revolutionieren, sei aufwendig und teuer, sagen sie. Ich sag Es nicht zu tun, ist teurer. Die Grösse dieses Konzeptes ist der Grösse unserer Herausforderungen geschuldet. Die kann man nicht mit Kleingeistigkeit bewältigen.  

 

Top of all Lehrplanentwicklung. In Zusammenarbeit mit einem Bildungsträger und/oder einer Universität. Es braucht ein Team bestehend aus festen und je nach Fach und Fachstufe wechselnden Mitarbeitern.

Neben Pädagogen sollen auch Schüler zum Aufbauteam gehören und Eltern, die ihre Kinder erfolgreich selber unterrichten, wie z.B. Familie Schwörer, die mit ihren Kindern auf einem Segelschiff die Welt bereisen oder Kira und Angelo Kelly. Erfahrene Werte-Teamplayer für dieses Projekt zu gewinnen, wäre eine grosse Bereicherung.

 

Crosslearning soll in bestehende Schulen implementiert werden. Aber es soll auch ein Pilotmodell geben:

Die all-inclusive Modellschule und gleichzeitig Crosslearning Bildungs & Forschungs-Einrichtung.

Wer möchte seine Kinder nicht von Kleinauf an solch einer Schule wissen?

 

Der zweite Meilenstein  ist die Erstellung eines Plans zur Umsetzung & Implementierung. Gefolgt von Kapitalbeschaffung für die Aufbauarbeit sowie Standortanalyse und -auswahl für die all-inclusive Modellschule. Es gibt viele gute Gründe, dieses Modell auf dem Land an einem strategisch, geografisch und strukturell günstigen Ort zu starten: In und von der Natur lernen, Bewusstsein, Gesundheit, verbesserte Lerneffekte inklusive. Umwelt muss man erleben, um ihre Großartigkeit zu achten.

 

Mit Interesse von der Bevölkerung und Unterstützung von Bundesregierung/ Bildungsministerium sollen ausserdem bestehende Schulen beraten werden, wie Crosslearning step by step an interessierten Schulen schon frühzeitig umgesetzt werden kann.

 

 

Der dritte Meilenstein  ist die Crosslearning Bildungs- & Forschungs-Einrichtung.

  • (1) von (6): Kapitalbeschaffung für die Vor- und Aufbauarbeit.
  • (2) Akquise und Zusammenstellung eines Teams.
  • (3) Die wichtigste Aufgabe: Lehrplanentwicklung. Ein Lehrplan wird der Gesellschaft immer nützlich sein – völlig egal, wie unsere Zukunft aussieht, ob düster oder rosig.
  • (4) Standortanalyse und -auswahl sowie Finanzplanung für Umsetzung und Aufbau. 
  • Perspektive Land: Es gibt viele gute Gründe, ein Pilotmodell nicht - wie man annehmen möchte - in einer Großstadt, sondern auf dem Land an einem strategisch, geografisch und strukturell günstig gelegenen Ort zu starten: In und von der Natur lernen, Bewusstsein, Gesundheit, verbesserte Lerneffekte inklusive. Umwelt muss man erleben, um ihre Großartigkeit zu achten. Deshalb: Erstes Modell auf dem Land mit Klassenreisen zum Crosslearning-Piloten. Praxiserfahrung hat im gesamten Crosslearningkonzept einen hohen Stellenwert, sie ist wie einpflanzen. Anders Theorien, ohne Praxis sind sie für die meisten Menschen wie VOCs, flüchtig. Crosslearning ist ein innovativer Ansatz, die Attraktivität von Werten und Zusammenhängen für immer mehr Menschen real erlebbar zu machen.
  • (5) Mittelbeschaffung für den (6) Aufbau des Modells (2020) an einem passenden Standort auf dem Land, vorzugsweise in Zusammenarbeit mit einem Kindergarten und bestenfalls mit einem Internatsbereich, der temporär auch Eltern und Kinder aufnehmen kann, um Externen die Teilnahme ab der 1. Klasse zu ermöglichen.

 

Hilf mit, ein Mammut zum Leben zu erwecken.

 

Ein flächendeckend neues Bildungssystem verändert den gesellschaftlichen Spirit. Erfreulicherweise müssen wir darauf nicht warten, bis die ersten Schulabgänger in 25 Jahren in die Berufswelt eintreten, sondern schon während der Schulzeit verändert Crosslearning das Umfeld von Schülern und Lehrern bei Eltern, Verwandten, Freunden und Bekannten. Schon die Entwicklung und Publizierung solch eines Bildungsmammuts macht ganz viel mit den Menschen, insbesondere, wenn man die Bevölkerung am Entwicklungsprozess beteiligt. Vorzugsweise durch Einreichen von Ideen und Werten, wie die Prägung unserer Kinder aussehen soll.

Was ist den Menschen wichtig?

 

Dafür soll es neben online-Umfragen Workshops, Informations- und Diskussionsveranstaltungen geben. Hope to see you.

 


 

Unser Bildungswesen zu revolutionieren, sei aufwendig und teuer, heißt es. Es nicht zu tun, ist teurer.

good to know – Schule heute

 

 

Lange dachte man, Latein in der Schule sei zwangsläufige Voraussetzung für ein Medizinstudium. Heute weiß man es besser. Leider haben wir es versäumt, über dieses Erkenntnistellerchen hinauszuschauen. Noch sehr viele unserer Lehrinhalte sind überhaupt nicht alltagstauglich und so unnütz wie ein Eierschneider, aber den wüßte man wenigsten anzuwenden. E=mc2 oder die Binomischen Formeln sind unbesehen ehrwürdige Entdeckungen. Aber wer kann denn wirlich etwas damit anfangen? Bei den meisten reicht der Satz des Pythagoras doch höchstens zur 8000€ Frage bei „Wer wird Millionär“. Doch wann sitzt man da schonmal? Es ist tragisch, das weitaus mehr als diese wenigen Formeln nicht in Erinnerung geblieben ist. Fazit: Inhaltlich und strukturell ist unser jetziges Schulsystem wenig modern und sinngebend. Es ist realitätsfremd, schwerfällig und trotz vieler Details monoton. Ein paar Beispiele:

 

In vielen, wenn nicht sogar in allen Kriegen seit Menschengedenken ist etwas geschehen, was bisher weitestgehend unberücksicht geblieben ist: Wenn es Krieg gab, wurden aus Arbeitern Soldaten und aus Unternehmern Offiziere. Währenddessen vollbrachten Frauen im Hintergrund wahre Wunder. Sie versorgten nicht nur weiterhin die Familie, sondern wurden zudem Arbeiterinnen und Unternehmerinnen. Ohne nennenswerte Bildung. Sie waren es, die Familien und das Land mehr denn je zusammenhielten. War ein Krieg beendet und die Männer kamen zurück, waren es die Frauen, die aufräumten. Dann gingen sie zurück zu den ihnen zugeteilten familiären und häuslichen Aufgaben. Noch nie hat man jemanden nach einem Krieg sagen hören, dass Frauen einen schlechten Job gemacht hätten.

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In Deutschland haben wir einen starken Mittelstand, der auch die Wiege für die Konzernstrukturen ist. Alles aufgebaut durch die alten Hasen, die als Kriegs- und Nachkriegsgeneration schwere Zeiten durchgemacht haben, manche sogar zweimal. Sehr erfolgreiche Unternehmer, viele stehen heute noch an der Spitze ihrer Firmen. Gängige Schulbildung? Volksschule, im Anschluss daran gings direkt ums wirtschaftliche Überleben. Die meisten dieser Unternehmer schämen sich für ihren geringen Schulabschluss, auch heute noch. Was unnötig und verwunderlich ist, da man sich fragen muss, wie viel erfolgreicher hätten die Unternehmer denn noch sein können? Nicht nur die Stärke des Mittelstandes macht überraschend deutlich, wie unwichtig Schule für wirtschaftlichen Erfolg ist. Viele Beispiele zeigen sogar, dass unsere unpraktische Bildungsprügel für die konventionelle Wirtschaft zunehmend schädlich ist. Vielleicht ist den alten Hasen nicht bekannt, dass die Unzufriedenheit von Unternehmern über Hochschulabsolventen stark steigt. Vor allem junge Mitarbeiter mit Bachelor- und Masterabschluss schneiden schlecht ab. Lt. WELT7 geht das aus einer Personalleiterbefragung des Münchener Ifo-Instituts hervor, die vierteljährlich unter 1000 Firmen erhoben wird. Der Präsident der Universität Hamburg, Dieter Lenzen, rät sogar davon ab, überhaupt in Deutschland zu studieren. Halleluja.

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Bleibt die Frage, welchen Einfluss Schule auf humanitäre Werte und gesellschaftlichen Erfolg hat. Endlosliste: Brutalster Kinderraub und -handel, um Schokolade zu produzieren für unsere Komfortzone, grausamste Hundeproduktion für ein bisschen Fell an Jacken und Mützen zum Angucken, oder eine Rente, die sich auch aus Verbrechen an Menschen refinanziert. Die Riester-Rente, die initiiert wurde durch Herrn Walter Riester - Jahrgang 43, Volksschule / kein Abitur, aber eine Rente, die er zusammen mit vielen verantwortlichen Führungskräften, die Abitur und studiert haben, auf den Weg gebracht hat. Weder wenig noch viel Schule hat den Riester-Wahnsinn verhindert. Wenn Artikel 1 unseres Grundgesetzes an unserer Haustür endet, gilt es dann überhaupt. Darf das alles wirklich (l)egal sein?

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Bereits seit Anfang der 2000er bekam ohne (gutes) Abitur fast niemand mehr einen Ausbildungsplatz bei einer Bank. Warum eigentlich? Hat das Abitur unser Banken- und Finanzsystem auch nur für 5 Pfennig verbessert oder vermindern Abiturienten tatsächlich das Risiko der nächsten Finanzkrise? Wird Schülern in Klasse 11-13 überhaupt irgendetwas besonderes beigebracht, was für eine Bankausbildung notwendig wäre? Euklidische Geometrie ... aha. Aber unser Grundgesetz oder etwas zum Thema Datenschutz? Leider Fehlanzeige. Nicht nur die Haspa z.B. ist König im Datenbusiness. Testen Sie es selbst, fragen Sie mal live die Mitarbeiter in den Filialen vor Ort - den meisten ist überhaupt nicht klar, was schon den jüngsten Kunden an Datenfreigabe abgerungen wird zur Marktausschlachtung. Ist dafür das Abitur gut? Ganz zu schweigen von den grossen Finanzvergehen. Hat irgendein Studium das verhindert?
Wer weiß denn schon, dass das meiste Geld auf der Welt ausgedacht ist und gar nicht existiert?! Es wurde nie gedruckt. Viele Kredite zum Beispiel denken unsere Geschäftsbanken sich einfach aus - ungefähr in dem Moment, wenn ein Vertrag unterschrieben wird. Aus dem Nichts einen Kredit einem Konto gutgeschrieben, durch Eintippen in einen Computer, simsalabim, Geld ist geboren. Geschäftsbanken "machen" sich Geld einfach selbst - crazy, oder?! Deshalb machen Banken dicht, wenn auf einmal alle ihr Geld abheben wollen. Illusion kann man zwar buchen, aber eben nicht abheben.

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Ein Bekannter Bj. 64 ist Kommissar bei der Kripo. Er hat in den 80ern direkt nach dem Realschulabschluss bei der Polizei angefangen. Aufgrund des Schulabschlusses ist seine Karriere heute als Oberkommissar beendet, mehr geht nicht. Ich (SF) bin drei Jahre länger zur Schule gegangen und habe Abitur gemacht. Ehrlicherweise, weil ich damals absolut keine Idee hatte, was ich sonst tun sollte. Aber selbst wenn ich erst 15 Jahre später zur Polizei gegangen wäre und somit 18 praktische Jahre weniger Erfahrung hätte als mein Bekannter, dürfte ich heute Hauptkommissar werden, und sogar Präsident. Er nicht. Weil er vor über 30 Jahren trotz 33 harten Jahren Polizeidienst kein Abitur gemacht hat. Irgendwas muss ich damals in den drei Jahren wohl verpasst haben, was so wichtig war für einen Hauptkommissar. Ob das die Kriminellen beeindruckt, wenn man sich auf die Schulter babbt "Abitur"?

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Wenn ich junge Menschen frage, welche Themen sie bei der Berufswahl besonders beschäftigen, kommt oft der Satz vor "Womit kann ich viel Geld verdienen?" Ist das der Lebensinhalt, den wir unseren Kindern vorleben und mitgeben? Nicht Visionen, sondern Illusionen?

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Es gibt heute erstaunlich viele Abiturienten mit einem 1er Abi. Das muss man sich mal überlegen: 13-15 Punkte in allen Fächern. Deutsch, Mathe, Englisch, Sport, Physik, Erdkunde, Geschichte, Chemie, Bio, .... Ist das Abitur so leicht geworden? Nein, aber die Techniken für das Auswendiglernen. Die Kinder selbst, Schüler wie Studenten, nennen es Bulimielernen. Hat also dieses Bildungssystem in Zeiten, in denen die Techniken zum Trainieren des Kurzzeitgedächtnisses immer besser werden, tatsächlich etwas mit echter Intelligenz zu tun? Wohl kaum. Das System der Gänsestopfleber lässt wenig Raum für persönliches auch nicht für echtes und wertvolles Potential - rein was geht, Zufuhr und Inhalt quantitativ. Aber wenn man sich dann sogar mit einem 1,1er Abi an einer Uni bewirbt, bekommt man trotzdem oft genug eine Absage mit der statistischen Info, man stehe auf Platz 1387 der Warteliste. Und hat man endlich einen Platz und schafft einen Abschluss und hat sogar einen Job, sagt einem die Marktforschung vierteljährlich, die Unternehmer seien verstärkt unzufrieden. 15-20 Jahre hatte man keine wirkliche Wahl, wurde dumm theoretisiert und wenig inhaltsvoll in die Welt entlassen, um als Dankeschön Mecker zu ernten. Das soll dann der Ausgangspunkt für die berufliche Zukunft sein? Da kannst du doch ohne über Los zu gehen direkt beim Psychiater anklopfen und schonmal einen Termin machen.

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Viele Studiengänge kommen in Deutschland für die meisten nur in greifbare Nähe, wenn sie ein 1er Abi haben. Und der Rest? Studiert, was übrig bleibt. Zum Beispiel Jura, das kann jeder studieren. Ein ohnehin schon schweres Studium, das sicherlich als B-Wahl nicht leichter wird, wenn man das eigentlich gar nicht studieren möchte. Und wer es durchhält - macht es wirklich besssere Juristen aus diesen jungen Menschen?

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Wieviele junge Menschen nehmen Aufputschmittel und Psychopharmaka, weil sie schon früh dem Druck an Schulen nicht standhalten?! Anstatt, dass ein Aufschrei durch die ganze Gesellschaft geht und man massiv die Ursachen dafür behebt, nein! Da bauen wir lieber die Ursachen weiter aus. Herzlichen Glückwunsch!

 

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Heute wird man nicht  mehr reich durch Arbeit, sondern durch Kapital. Da das immer weniger Menschen haben, werden Lebensstart und -weg immer schwieriger. Vitamin B zählt mehr denn je, aber auch das wird Mangelware. Analog dazu sind wir gesellschaftlich darauf geprägt, dass nicht-reich-werden-wollen kein Lebensinhalt ist. So steht der Beruf über der Berufung. Wenn man nicht grade Fußballgott ist, sind in unserer Kultur Begabungen nice to have, aber in der Regel gibt es keine ernsthaften Anstrengungen, die wahren Talente und Gaben zu erkennen, die ohne Frage ein jeder Mensch hat. Vielmehr ist es genau anders herum: Fähigkeiten werden als erstrebenswert bestimmt (BWLer, Popstar, reich sein), und in diese Formen sucht man die Kinder mit aller mentaler Gewalt zu pressen, begleitet von Geigenunterricht, Schachturnieren und Kinderyoga. Kein Bäumeklettern. Bäume?

Manchmal möchte man meinen, der Mensch sei ein faktenresistentes Wesen, das auf Schmerz und Unheil steht. Wieviel echtes und wertvolles Potential für menschliche wie technische Hochentwicklung uns dadurch verloren geht, das können offensichtlich nur die wenigsten erahnen. Kein Vertrauen in die Menschen, das macht mich traurig.

 

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Schlußwort

 

 

Im internationalen Vergleich möchte ich gar nicht sagen, dass unsere europäischen Umstände einem halb leeren Glas entsprechen. Ich frage mich nur, warum wir uns mit einem halb vollen Glas begnügen sollen, wenn es doch um das Leben selbst geht. Dass wir heute überhaupt informiert sind, ist wesentlich mehr der Erfindung Internet zu verdanken, als tatsächlich unserer Bildung. Ist das nicht erschreckend? Und wussten Sie, dass immer mehr Schüler ihren Schulabschluß feiern, indem sie sich zum Bücherverbrennen treffen wie zu einer heimlichen Hexenverbrennung?

Kryptische Bildung – Fehlbildung ohne bei den wichtigen Fragen des Lebens im Bilde zu sein, fördert Unwissenheit und verursacht Zwänge und Nebenwirkungen wie Persönlichkeitsverlust, Depressionen und vor allen Dingen manifestiert es ohnehin schon schlimme Irrwege.

Möchten wir dieses fragwürdige Paralleluniverum aufrechterhalten, oder haben wir den Mut, unserer Intuition zu trauen und uns unseren Stärken zu öffnen? Es ist an der Zeit. Immerhin reden wir von Menschen und nicht von Maschinen. Lassen Sie uns herausfinden, ob wir nicht nur die Technik, sondern auch uns selbst hochentwickeln können.

 

 

 

Hier geht's zu Crowdunion, die gemeinnützige GmbH, die sich für diese Bildungsrevolution einsetzt.


 

 

* In fast allen Texten verzichte ich auf eine genderneutrale Ausdrucksweise; es liest sich besser und ich bevorzuge zudem das Genus, also das grammatikalische Geschlecht, das alle biologischen Geschlechter einbezieht. So ist die Leiche erfreulicherweise nicht nur weiblich.

 

1  http://www.alphabet-film.com/

2  Naina http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schuelerin-naina-legt-nach-schulkritik-eine-twitter-pause-ein-a-1013443.html

3  Herausforderung Alpenüberquerung http://globetrotter-magazin.de/magazinartikel/reformschule-winterhude-herausforderung-alpenueberquerung

4  http://www.zukunftsschule.sh/index.php?id=414&spid=4330

5  Lebensdauer einer Firma  

Vgl.:  . Studie zur sogenannten "Schöpferischen Zerstörung" des US-Wirtschaftsexperten Richard N. Foster. Als Grundlage für seine Studie diente der "S&P 500"-Index, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA umfasst.

. Europäische Unternehmensdemografie des Statistischen Bundesamtes, Wiesbaden 2013; Methodischer Ansatz und Ergebnisse 2005-2010

. Studien von Alex Coad vom Max Planck Institut für Ökonomik in Jena: "The Exponential Age Distribution and the Pareto Firm Size Distribution" im "Journal of Industry, Competition and Trade" sowie "Investigating the Exponential Age Distribution of Firms" im "Economics: The Open-Access, Open-Assessment E-Journal"

6  Niklas, 4 Jahre, https://www.youtube.com/watch?v=TjsI5EkDZCU

7  Welt https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article160092392/Zufriedenheit-der-Firmen-ueber-Hochschul-Absolventen-sinkt.html