Früh übt sich ... Crosslearning

Was passiert, wenn Demokratie Hauptfach wird und Schule Spass macht?


Die Technik macht es möglich: Wir hatten noch nie so enorme Möglichkeiten, uns umfassend zu informieren, wie heute. Begleiterscheinung: Fast unbemerkt platzen wir im Alltag und Schulalltag mit dieser Fülle aus allen Nähten, es will einfach nicht alles Wissen reinpassen in den Menschen. Wir verlieren an Tiefe und drohen an dem Versuch zu scheitern, Hochleistungsmaschinen zu züchten, begleitet von Nebenwirkungen wie Angst und Persönlichkeitsverlust. Glücklicherweise gibt es KI - wir können das Anhäufen von enzyklopischem Wissen der von uns selbst erschaffenen Künstlichen Intelligenz überlassen und uns endlich unseren Stärken widmen: Schöpfung, Gestaltung und Kreativität.


 

 

 

98% aller Kinder bis 5 Jahre sind hochbegabt, aber nur noch 2% der Schulabgänger

aus Alphabet, einem Film von Erwin Wagenhofer

 

Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen.

Naina, Schülerin


Wenn Technik und Maschinen immer besser werden, müssen wir uns fragen: Worin wollen wir besser werden?

Das Crosslearning-Bildungskonzept ist Teil einer Antwort, mit einem klaren Wertefokus und nachhaltigen Zielen:

  • Stärkung der Gemeinschaft und des Bewusstseins für unser multikulturelles Erbe - im kleinen (Familie) wie im großen (Deutschland, Europa und die Welt)
  • Erhalt unserer faszinierenden Umwelt
  • Wirtschaft, Wissenschaft & Forschung zum Wohle aller
  • Demokratie, Frieden & Freiheit

 

 

ZUSAMMENFASSUNG

Die wesentlichen Kernpunkte des Crosslearning-Konzeptes


1. Systemisch: Grundlegend neues, da mehrdimensionales Lehrverständnis. Vernetzung von Lehr- und Lerninhalten mit einer bewussten, an der Praxis orientierten Wahrnehmung der Zusammenhänge aller Bereiche auf allen Ebenen. Transparenz und Aufklärung inklusive.

2. Inhaltlich: Elementar neue Lehrinhalte. Schätzungsweise 50% neue Kernunterrichtsfächer sowie eine wesentliche Überarbeitung der verbleibenden und nützlichen Inhalte.

3. Politisch/kulturell: Demokratie als Hauptfach, durchgängig und für alle.

 

 


Die Strategie zur Umsetzung ist hier nicht veröffentlicht, bitte erfragen Sie das Papier.

Schule mit Sinn ~ erleben, verstehen, prägen                

Unterrichtsform

CROSSLEARNING

Wir lernen gleichermaßen vom Leben und für das Leben. Deshalb ist die vernetzte Unterrichtsform so vielversprechend. Oder hat unser Grundgesetz nichts mit Philosophie zu tun, Biologie nichts mit Geographie, Kunst nichts mit Geschichte, Physik nichts mit Mathematik, Mathematik nichts mit Musik und Chemie nichts mit Poesie? Crosslearning ist unglaublich variabel und facettenreich. Diese besondere Form des Lernens wird eine große Hilfe sein für gesellschaftliche und kulturelle Erfolge in allen Bereichen unseres Lebens. So wie das Internet weitaus mehr ist, als nur eine zufällige technische Errungenschaft. Das world wide web ist ein Spiegel unseres natürlichen Lebensraumes. Die Komplexität all dessen ist sicher eine verständliche Betrachtungsweise. Doch in der Einfachheit des grundlegenden Verständnisses von Vernetzung liegt ein ganz eigener Schatz verborgen. Das Wissen um die Verbindung allen Seins mit allen abhängigen Konsequenzen.  

 

Hauptfach

DEMOKRATIE

Würde man eine Umfrage machen, was Demokratie bedeutet - wie viele könnten das beantworten? Das Grundgesetz erst. Was steht da drin, wer hat es geschrieben und warum? Was bedeutet das Grundgesetz im Alltag und wie sieht es mit der Realität aus? Hat das Grundgesetz praktische Gültigkeit? Welchen realen und globalen Platz haben Humanität und Würde in unserer Gesellschaft? Echte Demokratie macht Spass. Aber wie echt ist unsere Demokratie? Und wie echt kann sie sein?

 

Eine organisierte und strukturierte Gemeinschaft muss es möglich machen, dass alle Mitglieder von ihr profitieren und dass das höchste unserer Gesetze wahr ist: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ein Ganzes besteht immer aus der Summe seiner Einzelteile. Wenn die Bedürfnisse von zu vielen Menschen unberücksichtigt bleiben, verlieren das gesprochene und das geschriebene Wort an Glaubwürdigkeit, die Menschen wenden sich ab, die Gemeinschaft zerbricht. Demokratie muss man nachhaltig erleben, um sie zu verstehen und daran zu glauben. Dann wird man sie auch wählen. Deshalb muss Demokratie Chefsache werden. Insbesondere in Schulen, um früh darauf einzuwirken. Egal, welche Kultur, egal ob arm oder reich – was Menschen an Anerkennung und Werten in ihrer familiären Umgebung nicht finden, was an Problemen und Mustern in einzelnen Familien nicht ge- und erlöst werden kann, das muss die Gemeinschaft bewältigen. Am Besten so früh wie möglich, um Muster über Generationen hinweg zu durchdringen. Demokratie als Hauptfach, im Kindergarten, von der 1. bis zur letzten Klasse, für alle. Erleben. Verstehen. Prägen.

 

Kernfächer (Auszug)

ENGLISCH

Was ist heute die meistgesprochene Sprache der Welt?

bad english. Crosslearning english (french...) funktioniert nach dem kiss-Prinzip: Reduzierung des klassischen Englischunterrichts auf Basics, aber alle anderen Unterrichtsfächer werden bereits ab der ersten Klasse auf Englisch gehalten. Nicht ständig, aber temporär und zyklisch wechselnd. Erst sprechen, dann schreiben. keeps learning native.

 

MATHEMATIK

Wie heißt es so unschön: Math is an asshole. Das liegt aber nicht an Mathematik selber, sondern an der schlechten Vermittlung, was Mathe wirklich ist. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet die Kunst des Lernens. Wovon man im Unterricht nicht viel spürt. Dabei ist Mathematik so eine wundervolle Wissenschaft. Sie durchdringt alle Bereiche unseres Lebens, Musik, Natur, und in den Primzahlen soll sogar der Schlüssel zum Universum liegen. Mathematik ist beeindruckend. Sie kann komplex sein mit kryptischen Formeln, oder ganz einfach mit 0 und 1, dem Binärcode als Grundlage für jede Form digitaler Informationsübermittlung. Würde man den Schülern* die Anwendbarkeit und den Nutzen deutlich machen - viele würden Mathe lieben. Ist es nicht schon spannend wie ein philosophischer Krimi, dass selbst die Wissenschaft immer noch darüber rätselt, ob Mathematik wirklich entdeckt oder erfunden wird?

 

UMWELT, ZUKUNFT & VISIONEN

Unsere Umwelt ist unser Lehrmeister. Dieses Fach muss fester Bestandteil eines jeden Schulalltags sein, bei dem Schüler und Lehrer gleichermaßen von- und miteinander lernen und über alle Klassen hinweg gemeinsam Zukunft erschaffen. Mit F&E-Kursen zu unterschiedlichen Themen und einer besonderen Form des Crosslearnings: Wahlkurse, die klassenunabhängig angeboten werden, also gemischt für Schüler aller Klassen. Durch die altersunterschiedliche Besetzung der Wahlkurse wird das Verständnis füreinander gestärkt und das Gemeinschaftsgefühl wird intensiver. Das schafft Raum für viele positive Überraschungen, denn man muss sich wundern, wie beeindruckend pragmatisch Erstklässler und wie innovativ und visionär Fünftklässler sein können. Das sind Wesensschätze, die es zu bewahren gilt. In unserem jetzigen Schulsystem verlieren wir diese Fähigkeiten meist, um uns dann die nächsten 30 Jahre+ mit Sinnsuche zu beschäftigen. Dieses Fach ist mindestens so wichtig wie die Demokratie selbst, denn es beschäftigt sich besonders mit unserer Verbindung zur Umwelt und den existenziellen Auswirkungen unseres Handelns auf unsere natürliche und lebensspendende Umgebung. Weltweit.

 

MULTIKULTUR & GESCHICHTE

Wie sagte6 doch der 4-jährige Niklas, als Hip Hopper Fard ihn fragte, ob in seinem Kindergarten auch Ausländer sind: "Nein, da sind Kinder." Geschichte selbst ist multikulti. Und wird es auch immer bleiben. Heute brauchen wir mehr denn je kulturübergreifenden Unterricht. Zuhause in den eigenen vier Wänden ist internationale Vereinigung kaum zu leisten. Von kleinauf in der Schule - nicht nur nebeneinander, sondern miteinander - das kann nachhaltig friedensrettend sein. Die Themen müssen alle Lebensbereiche betreffen. Kochen ist sicher der Klassiker zum Einstieg in den Austausch. Aber auch Religion, Tradition, Sprache, Kunst, Architektur, Musik, Politik, Gesellschaftsform, Muse & Muße gehören dazu - alles, was eben eine Kultur und deren Entstehung und Wesen ausmacht. Gegeben wird der Unterricht über bestimmte Zeiträume auch von Schülern und Eltern einer Kultur für die anderen Schüler und Eltern, oder von älteren Schülern einer Kultur vor jüngeren Klassen und umgekehrt. One world, one future (Dr. Motte, Love Parade 1998).

 

HERAUSFORDERUNGEN - ZIVILCOURAGE, MUT & VERANTWORTUNG

Im August 2012 stellten sich im Rahmen eines Schulprojekts 20 Großstadtkinder aus Hamburg der Herausforderung einer Alpenüberquerung. Zu Fuß ging es in 16 Tagen von Berchtesgaden nach Brixen in Italien. Wanderschüler Felix Landwehr berichtet. 3 Challenges der Zukunftsschule Schleswig-Holstein 4: Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof; Triathlon; Wanderritt zur Ostsee; Auf den Spuren der deutschen Geschichte wandeln (Mauerweg); Anderen Menschen helfen – das gefällt. So kann Schule aussehen.

Die Themen Zivilcourage, Mut und Verantwortung gehören unbedingt als reales Unterrichtsfach in die Schule. Verantwortung macht Spaß. In Familie, Schule und Beruf. Und Zivilcourage ist ebenfalls vorteilhaft. Alleine ist das schwer zu lernen, aber in der Gemeinschaft ist es fast ein Kinderspiel. Zivilcourage ist kollektiv und basiert auf gemeinsamen Werten und Handlungsweisen. Mut ist individueller. Was für den einen ein leichtes ist, z.B. ein Umzug, kann den anderen große Überwindung kosten. Selbstbewusstsein kann und muss man fördern, denn Selbstvertrauen ist heilsam, nicht nur für das Individuum. In manch einer Königs- oder Präsidentenfamilie sind Mut und Gemeinschaftssinn fester Bestandteil der Erziehung. Z.B. klettern da kleine und große Kinder hoch auf Bäume und man schaut, wie sie mit gegenseitiger Hilfe wieder herunter kommen. Anderes schönes Beispiel für Mut: Philosophiestudenten, die in einer schriftlichen Zwischenprüfung nur eine Frage beantworten sollten: Was ist Mut? Ein Student gab bereits nach kurzer Zeit ein weißes, fast leeres Blatt ab, auf dem stand lediglich: Das ist Mut.

 


Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag mehr zu arbeiten

Konfuzius


 

 

GELD & BUSINESS

In den 50er Jahren lag die durchschnittliche Überlebensdauer einer Firma bei angenehmen 61 Jahren, aber schon 1980 nur noch bei 25 Jahren und 2012 bei nur noch 18 Jahren. Alle Firmen sind davon betroffen, weltweit und auch die großen Player5. Muss man junge Menschen auf solche Entwicklungen nicht vorbereiten? Das betrifft doch alle, zukünftige Mitarbeiter genauso wie Unternehmer. Deshalb: Weicher Übergang von Schule zu Studium oder Ausbildung, der früh beginnt und sich langsam steigert. Berufung erkunden und live in den Beruf hineinwachsen - auf der ersten Schule für Sustainable Business. Hier entwickeln Schüler eigene Projekte (auch auf englisch), wie z.B. das Eckerförder Schulprojekt www.rauteck.de, das aus Gurtverschlüssen Förde-Öffner macht und aus Gurten Handtaschen und Portemonnaies. Von der Produktentwicklung über Finanzplanung bis zum Vertriebs – praxisorientiert lernen die Schüler die Regeln der Wirtschaft kennen. Stellen Sie sich das flächedeckend in unseren Schulen vor – da dürfte so manche visionäre Erfindung bei herauskommen.

Durch die Praxis kommen wichtige Fragen bereits vor der Pubertät auf den Tisch und können von den Schülern authentisch beantwortet werden. Was ist wichtig bei der Berufswahl? Beruf oder Berufung, Familie, Job und die Verknüpfung von beidem, selbständig oder angestellt, kreativ, handwerklich, sportlich, erfinderisch, kaufmännisch oder sogar drei Sachen, warum nicht?

Mit dabei: Thema Geld - ein künstliches Tauschmittel - der Dreh- und Angelpunkt der Welt. Aber leider ist unser heutiges Finanzwesen für die meisten immer noch ein Mysterium. Wie soll man Zukunft gestalten, wenn man mit den elementarsten Mechanismen unserer Wirtschaft nicht vertraut ist? Den Verfehlungen inklusive. Mißbrauch von Geld und Macht gibt es zwar, seit es Menschen gibt, nur sind die Risiken heute gefährlicher denn je. Es wird Zeit, einen anderen Blick auf die einst so harmlose und wundervolle Erfindung Geld zu werfen. So müssen wir z.B. darüber aufklären, dass das mit Abstand meiste Geld gar nicht existiert: Es handelt sich um Illusionen verschiedensten Ursprungs, in Sekunden ausgedacht. Nicht nur Kredite, wenn sich Geschäftbanken aus 100€ Mindestereserve bei der EZB ganz (l)egal 10000€ Kredit ausdenken können. Oder Themen wie Kapitalismus, Sinn und Unsinn von Zins- und Zinseszinsen und noch vieles mehr. Wollen wir in einer Zeit leben, wo Visionen dem Zufall überlassen bleiben und eine einzige künstliche Illusion weltbeherrschend ist? Erst wenn Menschen im Bilde sind und sich mit diesem Wissen trotzdem für die Aufrechterhaltung dieser Illusionen entscheiden, dann mag es so sein. Einstweilen ist es an der Zeit, über die am stärksten ausgeprägte Sucht weltweit zu sprechen: Die Abhängigkeit von Geld und Macht. Wie bei jeder anderen Sucht gibt es Abhängige und Co-Abhängige, viele sind sogar beides. Wie kann es sein, dass so viele Menschen so stark mit dieser Sucht infiziert sind, es aber kaum jemand zugibt, geschweige denn, dass es konkrete Heilungsmethoden gäbe? Faktisch gibt es nur sehr wenig Menschen (mit und ohne Geld), die wirklich unabhängig von Geld sind. Es scheint nur leider, dass wir von dieser kollektiven Erkenntnis noch weit entfernt sind. Die selbstzerstörerische Realität ist, dass das mit Ende des Mittelalters abgeschaffte Faustrecht gar nicht wirklich abgeschafft wurde. Vielmehr ist es heute das weltweit am stärksten beanspruchte Recht überhaupt: Wo das Geld ist, ist die Macht. Diese Sucht kann uns zerstören. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang bitte, dass Weltkriege erst möglich sind, seitdem es uns die Technik erlaubt.

 

Diese Herausforderungen gehen uns alle an und sind keineswegs eine Frage der Schuld von Politikern oder Bankstern. Alles steckt in uns allen und alle Menschen kommen aus unserer Mitte. Würden wir sämtliche Politiker durch unsere Familien, Freunde oder Bekannte austauschen - wir würden es wohl kaum besser machen. Hier ein kleines Experiment, das sich auch für Schulklassen hervorragend eignet und ohne Vorbereitung möglich ist. Probieren Sie Politik selber aus, indem Sie 6 bis vlt. 20 Menschen zu einem Spieleabend einladen. Jeder der Anwesenden bekommt einen Bundesministerposten, inkl. Präsident und Kanzleramt. Zunächst dürfen sich alle ein Amt aussuchen, ist eine Position von mehreren Personen begehrt, wird man eine Regelung finden. Und dann geht es los, machen Sie Politik. Wie? Fangen Sie einfach an, über Ihre Inhalte und Ziele zu sprechen. Schauen Sie, was passiert... Langweilig wird es nicht, soviel sei versprochen. Vielleicht haben Sie danach sogar ein paar Freude weniger. Auch hieran werden Sie hier gut erkennen, dass unsere jetztige Bildung keine Säule für Politik oder Demokratie ist, die vielmehr mit Unwissenheit und noch mehr mit Emotionen zu tun haben, wie überall auf der Welt.

Ein Land zu leiten und zusammenzuhalten, bleibt eine schwere Aufgabe (Politik ist direkte Demokratie pur), der Sucht nach Illusionen, Geld und Macht nicht zu erliegen, eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist es, dieser Sucht und den Risiken eine existenzielle Aufmerksamkeit zu widmen.

Wir dürfen unseren Kindern durchaus mehr Realität zutrauen und sollten mit ihnen gemeinsam die Möglichkeiten des Umgangs mit, der Haltung zu und die Auswirkungen von Geld neu entdecken. Es ist überhaupt von elementarer Bedeutung, dass in vielerei Hinsicht Lehrer und Schüler gemeinsam lernen. In unserer schnelllebigen Zeit ist es schier unmöglich, dass Lehrer oder Professoren über viele Jahre hinweg Wissensvorbilder sein können.


 vergiss dein mehrsein nicht

alice


SOZIALE KOMPETENZ, FÜHRUNGSFÄHIGKEITEN & TEAMWORK

In diesen Bereich fällt auch das Selbstverständnis von Gleichberechtigung. Der Fokus liegt auf menschlichen Eigenschaften als elementare Voraussetzung für eine gesunde und friedliche Gesellschaft. Insbesondere Führungspositionen dürfen nur in zweiter Linie durch Fachwissen erlangt werden, denn dass Projekte und sogar Firmen auch ohne fachliches KnowHow wirtschaftlich sehr gut geleitet werden können, dafür gibt es seit Jahrhunderten und -tausenden unzählige Beispiele. Die größte Zerstörungskraft hingegen, auch unternehmerisch, ist viel zu oft eng verknüpft mit mangelnder Humanität. Der Mensch mit seinen Wesenszügen, persönlichen Stärken und Schwächen muss im Vordergrund stehen, die fachliche Kompetenz, die vergleichsweise leicht zu lernen ist, muss der sozialen Kompetenz untergeordnet sein, und die muss mit anspruchsvollen Parametern ein gesellschaftliches, erfahrbares und messbares Merkmal werden. Keine oder kaum soziale Kompetenz zu besitzen, das muss bei der Auswahl von Führungspositionen ein Ausschluss- und Entlassungskriterium werden.

 

PHILOSOPHIE

Philosophie bedeutet Freund der Weisheit. Freunde hat die Weisheit sicher mehr, als wir uns in unserer Gesellschaft der traurig separierten Lebensformen vorstellen können. Im Crosslearning Modell werden Philosophie-Stunden nicht (nur) von Lehrkräften geführt, sondern maßgeblich von Rentnern für und mit Schülern. Wer hat denn mehr zu reflektieren, als Menschen mit Lebenserfahrung? Jeder kann philosophieren und tut es auch. Zu recht. Ein bewusster philosophischer Austausch zwischen Jung und Alt, zwischen Lebenshunger und Erfahrung, Innovation und Tradition - und beide treffen sich auf der Ebene der Wünsche, Sehnsüchte, Betrachtungen und Visionen. Wie bereichernd muss solch ein Austausch sein, wenn er weit verbreitet ist.

 

GESCHLECHTSORIENTIERTER UNTERRICHT

Kein Mensch ist geschlechtsneutral, weder innerlich noch äusserlich. Unterricht sollte temporär dem geschlechtsnatürlichen Bewegungs- und Kommunikationsempfinden angepasst und der Wesensfindung hilfreich sein, anstatt eine natürliche Entwicklung in einheitlichen unbeweglichen Frontalunterricht pressen zu wollen. Jungs haben einen ganz anderen Bewegungsdrang! Ebenfalls wichtig: Beim weiterführenden Sexualkundeunterricht kurz vor und in der Pubertät sollte es gemeinsame, aber auch geschlechtergetrennte Stunden geben, um ein dialoggeschütztes Umfeld schaffen.

 

ALLGEMEINER SPIRIT

~ Natur & Technik. Dazwischen der Mensch. IT, Robotik & Co. - der Nutzen einer jeden Technik wird umso größer, je unabhängiger wir von der Technik bleiben; und je mehr wir die Natur verstehen, desto größer werden unsere Erfindungen werden. Ob zur Erweiterung des Geistes (spielend lernen durch Gamification), als Therapie (mit Videospielen gegen Demenz) oder einfach zur Entspannung oder Vereinfachung – revolutionäre Techniken werden ein wesentlicher Baustein der nahen Zukunft sein. Hightech Lehrmethoden und -Techniken gehören beim Crosslearning-Konzept genauso zum Unterricht, wie das Erlernen handwerklicher oder landwirtschaftlicher Grundlagen und einfache Überlebensstrategien in der freien Natur. Denn am Tagesende ist doch KI nicht weniger als der bescheidene Versuch, ein der Natur ebenbürtiges System zu erschaffen. Die bewusste Verbindung zur Natur zu ignorieren oder zu vernachlässigen, wäre weder künstlich noch natürlich intelligent. Crosslearning-These: Bewusstsein ist die Mengenlehre aus Emotionaler Intelligenz und Ratio. KI dient dazu, unser Bewusstsein zu erweitern, unserem Wesen näherzukommen und unsere Möglichkeiten auszuschöpfen. Andersherum werden unsere emotionalen und sensitiven Entscheidungen maßgeblich den Nutzen und die Ausrichtung von KI beeinflussen. Bestenfalls bewusst.

~ Individualität vor Konformität zugunsten von Originalität, denn individuell bedeutet einzigartig und selbstbestimmt, das Gegenteil ist unpersönlich. Weg vom mürbe machenden Einheitsbrei über 9 bis 20 Jahre. Überlassen wir das Anhäufen von enzyklopischem Wissen KI, Künstlicher Intelligenz. Kümmern uns lieber um das, was unser Hirn auch schafft und wo unsere Stärke und unser Potenzial liegt. Die Codes für Nachhaltigkeit liegen in früh begonnener Prägung und mehr denn je in der richtigen Mischung aus Individualität und Konformität. Sind wir uns in den gesellschaftlichen Werten einig und gehen konform, bildet die Konformität das geschützte Umfeld für Individualität und Originalität. Vorausgesetzt, das Versprechen zur Verpflichtung der Werte wird eingehalten. Und darum geht es in diesem Konzept: Wie lerne und erfahre ich, was wirklich wichtig ist im Leben und wie stehe ich dafür ein. Vielleicht entwickeln oder fördern wir so ein natürliches, kollektives Bewusstsein.

~ Wollen wir Geschichte schreiben, oder lesen? Warum also wird so viel mehr Geschichte von früher gelehrt, mehr Literatur von anno dazumal gelesen oder Kunst von sonst wann betrachtet, als aus der Gegenwart? Auch und insbesondere in der Schule sollte man viel mehr das Jetzt verstehen und in die Vergangenheit nur Sidesteps machen. Dann kann man auch besser in die Zukunft blicken.

~ Crossworking. Wo es möglich ist und sich anbietet, sollten Gesamtschule, Universität und sogar z.B. handwerkliche Ausbildungsbetriebe sich auf dem gleichen Gelände befinden. So dass alle Lernenden einen möglichst großen Einblick haben in alle Lehrbereiche. Es macht Sinn, dass Schüler mal eine Vorlesung besuchen können, Studenten Vorträge in einer Klasse halten, oder Handwerker eine Vorlesung an der Uni geben. Überhaupt sollten Studiengänge nur noch dual oder trial sein. Keine Bildung ohne Praxis, denn das ist, als würde man einem Blinden ein Bild erklären. Praxis ist das A und O. Zu wissen, wie sich eine Herdplatte anfühlt, erhöht die Bereitschaft, die Entstehung von Hitze physikalisch zu verstehen.

~ Crosscompetence. Jeder Schüler hat Stärken, auch lernschwächere. Deshalb geben lernschwächere Schüler in ihren Stärken selber Unterricht oder Unterstützung in niedrigeren Klassen. Das festigt ihr Selbstbewusstsein und erhöht interessanterweise ihre Verständnisfähigkeit in den Bereichen, wo sie selber schwächer sind.

~ Schauspielerei erwünscht! Ob Auto, Wohnung, Miete oder Wahlen – von kleinauf Alltag spielen in Form von überzogenen, absurden oder lustigen Theaterstücken und Filmen. Neben verschiedenen Einzelstücken stellen wir uns eine never-ending Longlife-Serie vor, an der Lehrer und Schüler aus verschiedenen Klassen teilhaben, so manch einer vielleicht sogar noch nach seiner Schul- oder Lehrzeit. In schauspielerischen Szenarien werden erwünschte und unerwünschte AlltagsEffekte und Zusammenhänge erlebbar gemacht. Von Familie und Wohnungssuche über Finanzkrise bis hin zur EU-Familie, alles ist darstellbar. Wenn Menschen bereits von kleinauf spielerisch an den großen Zusammenhängen, Werten sowie Chancen und Risiken teilhaben, besteht die Hoffnung, dass sich ein praktisches und sehr widerstandsfähiges Gemeinschafts-Bewusstsein nachhaltig entwickelt. Die Leidenschaft vieler Menschen, in Rollen zu schlüpfen, macht es möglich. Leichter kann man kaum lernen.

 

 

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Liebe Leser,

 

vielleicht war es unser Wunsch, übermenschlich zu sein, der uns in blindem Bildungs- und Leistungswahn in die Irre geleitet hat. Vielleicht war es auch einfach nur Gewohnheit. Sätze wie „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ mögen für die Vergangenheit durchaus ihre Berechtigung gehabt haben, bis vor nicht allzu langer Zeit war der Überlebensalltag existenziell, mangels Technik und Fortschritt haben sich viele Fragen nicht gestellt. Das ist heute anders. Und der Quantensprung in Sachen Technik liegt ja erst noch vor uns, da ist so manches alte Modell hinderlich. Schätzungsweise 50% der jetzigen Lehrinhalte und -art sind sinnbefreit und behindern den Menschen stark in seiner Potentialentfaltung; Lehrern abzuverlangen, unnütze (=nicht nützliche) Theorien zu vermitteln, ist bezugloser Zwang für alle Seiten und kann nur nach hinten losgehen. Deshalb beinhaltet der Crosslearning-Lehrplan auch mindestens zu 50% neue Inhalte und Wege.

 

Bildung ist die Wurzel der Zukunft.

Für eine nachhaltige Zukunft brauchen wir ein nachhaltiges Bewusstsein. Ein natürliches Gleichgewicht zu schnelllebigen Entwicklungen. In neu gedachter Bildung liegt der Schlüssel zu einer hochentwickelten Gesellschaft.

 

Der Graben zwischen separierter und vernetzter Unterrichtsform ist schmal, aber tief. Das ist gut, denn es bedeutet, dass der Wechsel ein im Verhältnis kleiner Schritt mit großer Wirkung ist. Aufgrund von Erfahrungen ist davon auszugehen, dass man mit einem Abschluss an einer Schule nach dem Crosslearning-System Schulabgängern mit klassischem Abitur um Längen voraus sein wird. Mit dieser Schul- und Bildungsform wird über Begabungen, Talente und Erfahrungen Humanität aktiv erlebbar und brachliegender Schöpfungs- und Entwicklungsdrang freigesetzt. Eine Schule mit Sinn, in der jeden seinen Platz finden kann. Freude und Verstehen sind starke Zugpferde.

Wir haben heute die größten Völkerbewegungen seit Menschengedenken. Sei es aufgrund von Naturkatastrophen, aus kriegerischer Not, aufgrund wirtschaftlicher Vorteile, einfach aus Interesse oder aus Liebe. Kulturelle Entspannung ist existenziell geworden. Je jünger Menschen sind und den natürlichen und selbstverständlichen Umgang bewusst miteinander erfahren, desto friedlicher sollte dieser Prozess verlaufen. Mit multikulturellem Crosslearning begegnen wir den zunehmenden kulturellen Differenzen fokussiert und von innen heraus.

 

Unser Bildungswesen mit neuem Spirit zu beleben, ist eine Mammutaufgabe, ein grosses Schiff wendet man nicht so schnell. Aber das ist auch in Ordnung. Anfangen ist wichtig. Crosslearning ist eine Vision. Jedes neue Schulmodell hat einmal mit einer ersten Schule begonnen. So auch Crosslearning. Dieses Konzept bedeutet für Eltern, Lehrer und Schüler, starre Formen zu durchbrechen, Potentiale zu entfalten und gemeinsam spannende neue Wege zu erkunden. Crosslearning ist im Geiste von Verbundenheit, Erleben und Verstehen eine starke Grundlage für nachhaltigen Frieden. Denn um langfristig die Kette von Krieg und Frieden durchbrechen zu können, ist es aussichtsreicher, bei den Kindern zu beginnen. Muster seiner eigenen Erziehung und Umstände zu verändern, ist für einzelne eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Gemeinsam ist vieles möglich. Früh übt sich ...

Susanne Fritz

Mrz 2017

 

 


Wenn du das Ende von dem erreicht hast, was du wissen solltest,

stehst du am Anfang dessen, was du fühlen solltest.

Khalil Gibran


Unser Bildungswesen zu revolutionieren, sei teuer? Es nicht zu tun, ist teurer.

good to know - Schule heute

 

Lange dachte man, Latein in der Schule sei zwangsläufige Voraussetzung für ein Medizinstudium. Heute weiß man es besser. Leider haben wir es versäumt, über dieses Erkenntnistellerchen hinauszuschauen. Noch sehr viele unserer Lehrinhalte sind überhaupt nicht alltagstauglich und so unnütz wie ein Eierschneider, aber den wüßte man wenigsten anzuwenden. E=mc2 oder die Binomischen Formeln sind unbesehen ehrwürdige Entdeckungen. Aber wer kann denn wirlich etwas damit anfangen? Bei den meisten reicht der Satz des Pythagoras doch höchstens zur 8000€ Frage bei „Wer wird Millionär“. Doch wann sitzt man da schonmal? Schlimmer ist, das viel mehr als diese wenigen Formeln kaum in Erinnerung geblieben sind. Inhaltlich und strukturell ist unser jetziges Schulsystem wenig modern und sinngebend. Es ist realitätsfremd, schwerfällig und trotz vieler Details monoton. Wir sind verbildet. Ein paar Beispiele:

 

In vielen, wenn nicht sogar in allen Kriegen seit Menschengedenken ist etwas geschehen, was bisher weitestgehend unberücksicht geblieben ist: Wenn es Krieg gab, wurden aus Arbeitern Soldaten und aus Unternehmern Offiziere. Währenddessen vollbrachten Frauen im Hintergrund wahre Wunder. Sie versorgten nicht nur weiterhin die Familie, sondern wurden zudem Arbeiterinnen und Unternehmerinnen. Ohne nennenswerte Bildung. Sie waren es, die Familie und Land mehr denn je zusammenhielten. War ein Krieg beendet und die Männer kamen zurück, waren es die Frauen, die aufräumten. Dann gingen sie zurück zu den ihnen zugeteilten familiären und häuslichen Aufgaben. Noch nie hat man jemanden nach einem Krieg sagen hören, dass Frauen einen schlechten Job gemacht hätten.

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In Deutschland haben wir einen starken Mittelstand, aufgebaut durch die alten Hasen, die als Kriegs- und Nachkriegsgeneration schwere Zeiten durchgemacht haben, manche sogar zweimal. Sehr erfolgreiche Unternehmer, viele stehen heute noch an der Spitze ihrer Firmen. Gängige Schulbildung? Volksschule, im Anschluss daran gings direkt ums wirtschaftliche Überleben. Die meisten dieser Unternehmer schämen sich für ihren geringen Schulabschluss, auch heute noch. Was unnötig und verwunderlich ist, da man sich fragen muss, wie viel erfolgreicher hätten die Unternehmer denn noch sein können? Die Stärke des Mittelstandes macht doch überraschend deutlich, wie unwichtig Schule für wirtschaftlichen Erfolg ist. Viele Beispiele zeigen sogar, dass zu viel unpraktische Bildungsprügel für die konventionelle Wirtschaft zunehmend schädlich ist. Vielleicht ist den alten Hasen nicht bekannt, dass die Unzufriedenheit von Unternehmern über Hochschulabsolventen stark steigt. Vor allem junge Mitarbeiter mit Bachelor- und Masterabschluss schneiden schlecht ab. Lt. WELT7 geht das aus einer Personalleiterbefragung des Münchener Ifo-Instituts hervor, die vierteljährlich unter 1000 Firmen erhoben wird. Der Präsident der Universität Hamburg, Dieter Lenzen, rät sogar davon ab, überhaupt in Deutschland zu studieren. Halleluja.

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Bleibt die Frage, welchen Einfluss Schule auf humanitäre Werte und gesellschaftlichen Erfolg hat. Endlosliste: Brutalster Kinderraub und -handel, um Schokolade zu produzieren für unsere Komfortzone, grausamste Hundeproduktion für ein bisschen Fell an Jacken und Mützen zum Angucken, oder eine Rente, die sich auch aus Verbrechen an Menschen refinanziert. Die Riester-Rente, die initiiert wurde durch Herrn Walter Riester - Jahrgang 43, Volksschule / kein Abitur, aber eine Rente, die er zusammen mit vielen verantwortlichen Führungskräften, die das Abitur haben, auf den Weg gebracht hat. Weder wenig noch viel Schule hat den Riester-Wahnsinn verhindert. Wenn Artikel 1 unseres Grundgesetzes an unserer Haustür endet, gilt es dann überhaupt. Darf das alles wirklich (l)egal sein?

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Bereits seit Anfang der 2000er bekam ohne (gutes) Abitur fast niemand mehr einen Ausbildungsplatz bei einer Bank. Warum eigentlich? Hat das Abitur unser Banken- und Finanzsystem auch nur für 5 Pfennig verbessert oder vermindern Abiturienten tatsächlich das Risiko der nächsten Finanzkrise? Wird Schülern in Klassen 11-13 überhaupt irgendetwas besonderes beigebracht, was für eine Bankausbildung notwendig wäre? Euklidische Geometrie ... aha. Aber unser Grundgesetz oder etwas zum Thema Datenschutz? Leider Fehlanzeige. Nicht nur die Haspa z.B. ist König im Datenbusiness. Testen Sie es selbst, fragen Sie mal die Mitarbeiter in den Filialen vor Ort - den meisten ist überhaupt nicht klar, was schon den jüngsten Kunden an Datenfreigabe abgerungen wird zur Marktausschlachtung. Ist dafür das Abitur gut? Ganz zu schweigen von den grossen Finanzvergehen. Hat irgendein Studium das verhindert?
Wer weiß denn schon, dass das meiste Geld auf der Welt ausgedacht ist und gar nicht existiert?! Es wurde nie gedruckt. Viele Kredite zum Beispiel denken unsere Geschäftsbanken sich einfach aus - ungefähr in dem Moment, wenn ein Vertrag unterschrieben wird. Aus dem Nichts einen Kredit einem Konto gutgeschrieben, durch Eintippen in einen Computer, simsalabim, Geld ist geboren. Geschäftsbanken "machen" sich Geld einfach selbst - crazy, oder?! Deshalb machen Banken dicht, wenn auf einmal alle ihr Geld abheben wollen. Illusion kann man zwar buchen, aber eben nicht abheben.

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Ein Bekannter Bj. 64 ist Kommissar bei der Kripo. Er hat in den 80ern direkt nach dem Realschulabschluss bei der Polizei angefangen. Aufgrund des Schulabschlusses ist seine Karriere heute als Kommissar beendet, mehr geht nicht. Ich (SF) bin drei Jahre länger zur Schule gegangen und habe Abitur gemacht. Ehrlicherweise, weil ich damals absolut keine Idee hatte, was ich sonst tun sollte. Aber selbst wenn ich erst 15 Jahre später zur Polizei gegangen wäre und somit 18 praktische Jahre weniger Erfahrung hätte als mein Bekannter, dürfte ich heute Hauptkommissar werden, vielleicht sogar Präsident. Er nicht. Weil er vor über 30 Jahren trotz 33 harten Jahren Polizeidienst kein Abitur gemacht hat. Irgendwas muss ich damals in den drei Jahren wohl verpasst haben, was so wichtig war für einen Hauptkommissar. Ob das die Kriminellen beeindruckt, wenn man sich auf die Schulter babbt "Abitur"?

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Wenn ich junge Menschen frage, welche Themen sie bei der Berufswahl besonders beschäftigen, kommt oft der Satz vor "Womit kann ich viel Geld verdienen?" Ist das der Lebensinhalt, den wir unseren Kindern vorleben und mitgeben? Nicht Visionen, sondern Illusionen?

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Es gibt heute erstaunlich viele Abiturienten mit einem 1er Abi. Das muss man sich mal überlegen: 13-15 Punkte in allen Fächern. Deutsch, Mathe, Englisch, Sport, Physik, Erdkunde, Geschichte, Chemie, Bio, .... Ist das Abitur so leicht geworden? Nein, aber das Auswendiglernen. Hat also dieses Bildungssystem in Zeiten, in denen die Techniken zum Trainieren des Kurzzeitgedächtnisses immer besser werden, tatsächlich etwas mit echter Intelligenz zu tun? Wohl kaum. Das System der Gänsestopfleber lässt wenig Raum für persönliches - rein was geht, Zufuhr und Inhalt quantitativ. Aber wenn man sich dann mit einem 1,0er Abi an einer Uni bewirbt, bekommt man trotzdem oft genug eine Absage mit der statistischen Info, man stehe auf Platz 1387 der Warteliste. Und hat man endlich einen Platz und schafft einen Abschluss und hat sogar einen Job, muss man sich anhören, die Unternehmer seien verstärkt unzufrieden. 15-20 Jahre hatte man keine wirkliche Wahl, wurde dumm theoretisiert und wenig inhaltsvoll in die Welt entlassen, um als Dankeschön Mecker zu ernten. Das soll dann der Ausgangspunkt für die berufliche Zukunft sein? Da kannst du doch ohne über Los zu gehen direkt beim Psychiater anklopfen und schonmal einen Termin machen.

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Wenn man nicht grade Fußballgott ist, sind in unserer Kultur Begabungen nice to have, aber in der Regel gibt es keine ernsthaften Anstrengungen, die wahren Talente und Gaben zu erkennen, die ohne Frage ein jeder Mensch hat. Vielmehr ist es genau anders herum: Fähigkeiten werden als erstrebenswert bestimmt (BWLer, Popstar, reich sein), und in diese Formen sucht man die Kinder mit aller mentaler Gewalt zu pressen, begleitet von Geigenunterricht, Schachturnieren und Kinderyoga. Kein Bäumeklettern. Bäume?

 

Manchmal möchte man meinen, der Mensch sei ein faktenresistentes Wesen, oder er steht auf Schmerz und Unheil.

 

 

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Im internationalen Vergleich möchte ich gar nicht sagen, dass unsere europäischen Umstände einem halb leeren Glas entsprechen. Ich frage mich nur, warum wir uns mit einem halb vollen Glas begnügen sollen, wenn es doch um das Leben selbst geht. Dass wir heute überhaupt informiert sind, ist doch wesentlich mehr der Zufallserfindung Internet zu verdanken, als tatsächlich unserer Bildung. Ist das nicht erschreckend? Und wussten Sie, dass immer mehr Schüler ihren Schulabschluß feiern, indem sie sich zum Bücherverbrennen treffen wie zu einer heimlichen Hexenverbrennung?

Kryptische Bildung ohne bei den wichtigen Fragen des Lebens im Bilde zu sein, fördert Unwissenheit und verursacht Zwänge und Nebenwirkungen wie Persönlichkeitsverlust, Depressionen und schlimme Irrwege. Möchten wir dieses fragwürdige Paralleluniverum aufrechterhalten, oder haben wir den Mut, unserer Intuition zu trauen und uns unseren Stärken zu öffnen?

 

Es ist an der Zeit. Immerhin reden wir von Menschen und nicht von Maschinen. Lassen Sie uns herausfinden, ob wir nicht nur die Technik, sondern auch uns selbst hochentwickeln können.

 


 

 

 

 

* In fast allen Texten verzichte ich auf eine genderneutrale Ausdrucksweise; es liest sich besser und ich bevorzuge zudem das Genus, also das grammatikalische Geschlecht, das alle biologischen Geschlechter einbezieht. So ist die Leiche erfreulicherweise nicht nur weiblich.

 

1  http://www.alphabet-film.com/

2  Naina http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schuelerin-naina-legt-nach-schulkritik-eine-twitter-pause-ein-a-1013443.html

3  Herausforderung Alpenüberquerung http://globetrotter-magazin.de/magazinartikel/reformschule-winterhude-herausforderung-alpenueberquerung

4  http://www.zukunftsschule.sh/index.php?id=414&spid=4330

5  Lebensdauer einer Firma  

Vgl.:  . Studie zur sogenannten "Schöpferischen Zerstörung" des US-Wirtschaftsexperten Richard N. Foster. Als Grundlage für seine Studie diente der "S&P 500"-Index, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA umfasst.

. Europäische Unternehmensdemografie des Statistischen Bundesamtes, Wiesbaden 2013; Methodischer Ansatz und Ergebnisse 2005-2010

. Studien von Alex Coad vom Max Planck Institut für Ökonomik in Jena: "The Exponential Age Distribution and the Pareto Firm Size Distribution" im "Journal of Industry, Competition and Trade" sowie "Investigating the Exponential Age Distribution of Firms" im "Economics: The Open-Access, Open-Assessment E-Journal"

6  Niklas, 4 Jahre, https://www.youtube.com/watch?v=TjsI5EkDZCU

7  Welt https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article160092392/Zufriedenheit-der-Firmen-ueber-Hochschul-Absolventen-sinkt.html