MiG

Konzept für ein ziemlich besseres (Berufs-)Leben


MiG (ehemals funderbird) ist die Urmutter aller meiner Konzepte. Die Grundidee reifte von 2006 bis 2008, aber erst 2013 erkannte ich durch Crowdfunding das ganze Bild. Heute weiss ich, dass die MiG Erkenntnis viel mehr ist als einfach nur eine Möglichkeit. 


 

Die Qual der Wahl

Auf der Suche nach dem beruflichen Sinn des Lebens und dem richtigen Konzept dafür, hatte ich für eine ernsthaft bessere = friedlichere und fortschrittlichere Welt die Wahl zwischen A Geld abschaffen oder B möglichst vielen Menschen viel Geld ermöglichen. Alles dazwischen ist Nährboden für Missbrauch. In Anbetracht der Überzeugungsarbeit habe ich mich mit MiG für den leichteren Weg entschieden, also B. Hinsichtlich der besseren Aussichten wäre A sinnvoller. Hinsichtlich der Realität ebenfalls, denn wir befinden uns bereits auf bestem Wege, Geld ganz abzuschaffen. Die Illusion des Geldes übersteigt die Realwirtschaft schon heute bei weitem, Tendenz rasant steigend. Wir müssten nur noch unsere Sichtweise auf die Möglichkeiten zu Wirtschaften ohne Geld erweitern.

 

B: Möglichst vielen Menschen viel Geld ermöglichen
Wir können 6-fach davon profitieren: 3x monetär, 2x Umweltbonus und 1x eine bessere Welt.

 

Wir befinden uns in 007 Bastelhausen in der Schraubenemil GmbH mit 45 Mitarbeitern, die seit vielen Jahren sehr erfolgreich ist. Die Firma wird von zwei Geschäftsführern geleitet, alleiniger Gesellschafter ist Herr Emil, 72 Jahre, kinderlos. Herr Emil will in den Ruhestand gehen und endlich seine Firma verkaufen. Er weiß zwar nicht, was er auch noch mit dem vielen zusätzlichen Geld aus dem Firmenverkauf machen soll, aber weiterarbeiten ist ja auch keine Lösung.
Frl. Fritz ist die Sekretärin von Herrn Emil und erzählt ihm von MiG, da sie schon seit Jahren kleine Beträge in MiGinvestiert. Herr Emil findet die Idee gut und MiG hat das Kapital, nämlich von der Crowd/den Investoren/den Bürgern, also verkauft Herr Emil seine Firma an MiG. MiG ist neue Gesellschafterin der Firma, Herr Emil genießt seinen Lebensabend.

Als nun Hauptverantwortliche ändert MiG den Gesellschaftsvertrag und nimmt neue Personal- und Geschäftsmaximen auf (s.u.). Unter anderem werden zukünftig die Gewinne der Schraubenemil GmbH aufgeteilt zwischen den Mitarbeitern und MiG. Wenn du also glücklicherweise Mitarbeiter der Schraubenemil GmbH bist, profitierst du einfach1 davon. Oder du bist nicht Mitarbeiter der Schraubenemil GmbH, aber du bist vielleicht MiG-Investor aus der Crowd, dann bist du einfach2 am Gewinn von MiG beteiligt. Denn der Geweinnanteil, den MiG bekommt, der wird aufgeteilt zwischen MiG (und deren Mitarbeitern) und den Investoren /der Crowd - also auf alle Bürger, die in MiG investiert haben. Es gibt zwar weniger aufzuteilen, als bei anderen Beteiligungsgesellschaften, weil ja vorher schon ein Gewinnanteil an die Mitarbeiter der einzenen Firmen (z.B. die Schraubenemil GmbH) gegangen ist. Aber MiG ist ja nicht nur an der Schraubenemil GmbH beteiligt, sondern an vielen guten Firmen - es gibt genug aufzuteilen.

einfach1 + einfach2 = zweifach: Wenn es nach und nach immer mehr Menschen (Crowd/Bürger) gibt, die in MiG investieren und MiG sich an immer mehr Firmen beteiligen kann, wird es eines Tages sicher auch passieren, dass ein Bürger in einer Firma arbeitet, wo MiG auf einmal Inhaberin ist. Und wenn dieser Bürger, so wie Frl. Fritz, auch noch in MiG investiert hat, profitiert dieser Bürger zweifach: Er bekommt seine Gewinnbeteiligung aus MiG und mehr Gehalt von seiner Firma. 

zweifachx = Benefit dreifach: Wo werden immer mehr Menschen aus der Bevölkerung, also Hinz und Kunz, Müller, Meyer, Schulz, du und ich, er, sie, es ihre Produkte kaufen? Bei Firmen von MiG. Weil sie die Idee gut finden. Nach und nach mehr und mehr Umsatz = mehr und mehr Gewinn bei MiG-Firmen, für immer mehr Menschen durch immer mehr Menschen/Käufer. Das ist Geben und Nehmen in Balance. Das ist ein Kreislauf, eine gesunde Spirale, und nicht ein Fass ohne Boden!

Umweltboni 1+2: MiG fördert, fokussiert und potenziert ökologisch und ökonomisch sinnvolle Entwicklungen, vielleicht sogar stärker als jedes andere Konzept. Und der Bürger? Er hat jetzt viel mehr Geld - er kann es sich nun leisten und kauft viel mehr ökologische Produkte & Dienstleistungen. Das alles ist sehr gut für die Umwelt. Gut für Deutschland, gut für andere.

 

PS: Viele Jahre später, nach einem wundervollen Lebensabend, hat Herr Emil sein Vermögen der MiG Gesellschaft vermacht. 

 

 

Personal-Maximen

 

TOP MAXIME

Möglichst vielen Menschen viel Geld ermöglichen.

Ausschüttungsfähige Gewinne werden anteilig zu den Gehältern gleichberechtigt auf alle Mitarbeiter verteilt. Wobei natürlich weiterhin genügend Kapital als Rücklage gebildet wird. 

HONORARE

Ausschüttungen sind auf die Jahresgehaltshöhe begrenzt; mit Überschüssen werden weitere Beteiligungen an anderen Firmen/Projekten nach diesem Modell ermöglicht. 

15,-€/Std. Mindestlohn, nur in Ausnahmen 12,-€ und auch nur zeitlich begrenzt. (Ich persönlich konnte in keiner Branche, z.B. auch in der Gastronomie nicht feststellen, dass das nicht bezahlbar ist.)

Gehälter, Tantiemen oder Prämien von Geschäftsführern oder geschäftsführenden Gesellschaftern sind gut, aber reglementiert.

Honorierung von Elternschaft d.h. ganz konkret, dass Mitarbeiter in Elternzeit oder Partner von Mitarbeitern, die sich um die Kinder der Mitarbeiter kümmern, von dem Unternehmen teil-honoriert werden. Wenn Mütter oder Väter sich um ihre Kinder kümmern, halten sie damit der arbeitenden Bevölkerung den Rücken frei. Das sollte auf Gegenseitigkeit beruhen! Jede Stunde, die sich jemand der Kindererziehung widmet, ist eine gute und wertvolle Stunde. Wir sollten das ab sofort demütig und dankbar honorieren.

ZEIT & AUSZEIT

Urlaub und Zeiteinsatz werden durch die Mitarbeiter weitestgehend eigenverantwortlich bestimmt.

Anspruch auf 26 Tage bezahlten Mindesturlaub, und zwar für alle. Der Urlaubsanspruch steigt mit dem Alter, nicht mit der Aufgabe. Alternativ: Komplett freie Urlaubswahl.

Eigene Jobzeitkonten: Mehrarbeit/nicht genommener Urlaub kann angespart werden für längere Auszeiten.

Timesharing: Bei Momo klaut man Zeit, bei MiG verschenkt man sie. Mehrarbeit/nicht genommener Urlaub kann an einen Kollegen verschenkt oder in einem allgemeinen Topf gesammelt werden. Vielleicht hat jemand mal einen sehr kranken Angehörigen, den er begleiten möchte. Jeder von uns kann vielleicht schon morgen eines von beiden sein - der Kranke oder der Begleitende. Sollte eine Gesellschaft so etwas nicht tragen können?!

INHALTE

Jobtauschbörse intern, sei es örtlich, inhaltlich oder zeitlich.

Insight Day (Erkenntnistag): Um gegenseitiges Verständnis für die Aufgaben anderer zu bekommen oder um sein Interesse an einer anderen Aufgabe zu prüfen, tauscht jeder Mitarbeiter seinen Job für ein paar Stunden (ein- bis zweimal im Jahr?) mit einem anderen Mitarbeiter. Nach dem Zufallsprinzip; das erhöht die Wertschätzung für andere und auch die eigenen Aufgaben.

Berufsausübung, solange wie jeder kann und möchte. Der eine kürzer, der andere länger. Ich bin sicher - bei entsprechender Würdigung und Bedeutsamkeit der Tätigkeit möchte man gerne länger (s)einem Beruf nachgehen.

Step-by-step Ausstieg aus dem Berufsleben, also nicht abrupt, sondern langsam z.B. mit einem 3-2-1-Modell (30-20-10 Std. pro Woche, oder 3-2-1 Tage pro Woche).

NoGos

Sanktionen wie hohe persönliche Geldstrafen plus Schadensersatzforderungen, fristlose Entlassung, Strafanzeige u.w. für Führungsverantwortliche (Vorstände, Geschäftsführer, Management) bei Nachweis von Betrugsfällen wie bei VW werden je nach Führungsgrad bereits individuell im Mitarbeitervertrag geregelt. Die Tür für Ausreden wird verschlossen. Freies Land - wer lieber betrügt, darf gerne woanders Vorstand sein.

Kronzeugenregelung Firmeninterne Regelungen, dass Mitarbeiter geschützt und honoriert werden, die Betrugsfälle aufdecken. Manche nennen das Petzen, andere nennen es Zivilcourage.

DUES

MiG wie auch jede andere Firma von MiG verpflichtet sich im Gesellschaftsvertrag zum Solidaritätsgedanken, ganz im Sinne von CSR (Corporate Social Responsibility); auch dahingehend, dass Gesellschafter nicht ohne Folgen diesen elementaren Gesellschaftszweck, also eine solidarische Berücksichtigung der Gemeinschaft, verändern/rückgängig machen können. Sollte der Gesellschaftsvertrag jemals elementar zum Nachteil der Gemeinschaft geändert werden, so z.B. nur unter der Voraussetzung des Freikaufens, und zwar mit Regelungen, die so teuer sein müssen, dass kein Gesellschafter sich das jemals leisten möchte.

und vieles mehr – an guten Ideen wird es nicht mangeln




Der Weg

Alle Mitarbeiter werden nicht an der Gesellschaft, aber an den Firmengewinnen beteiligt, und zwar anteilig zu ihren Gehältern.

Wir machen das, was sich schon seit Jahrzehnten hervorragend bewährt hat: Wir gründen eine Beteiligungsgesellschaft und kaufen verschiedenste erfolgreiche Firmen: Das leckere Restaurant von nebenan, das Autohaus zwei Straßen weiter, das neue Franchise-Natur-Modelabel aus der Hauptstadt, oder ein Bauunternehmen aus Norddeutschland, eine Hotelkette aus Süddeutschland, eine Logistikfirma aus Westdeutschland, oder ein Forschungsunternehmen aus Ostdeutschland. Jede Firma wirtschaftet genauso erfolgreich wie bisher: Bezahlte Geschäftsführer behalten wie gehabt ihre Verantwortung -  neue Inhaberin/Gesellschafterin ist die MiG-Beteiligungsgesellschaft. Diese neue Unternehmerin entscheidet per Gesellschaftsvertrag: Der Großteil der Firmengewinne wird anteilig nach Gehältern auf alle Mitarbeiter verteilt. 

 

Der Mensch steht im Mittelpunkt, die Bestimmung des Geldes ist erfüllt. Ökonomisch & ökologisch ein Meilenstein.

 

Viele Bürger des Landes (das ist die Crowd) investieren gemeinsam kleine oder große Beträge in MiG, unabhängig davon, ob sie Unternehmer oder Investoren sind, oder ob und wo sie selber angestellt sind. Mit dem investierten Kapital kauft MiG andere Firmen oder Anteile von Firmen. Die Crowd wird zum Invest überzeugt durch das folgendes Argument: Für den Kauf einer Firma ist die Einführung neuer Personal-Maximen zwingende Voraussetzung. Ohne Aufnahme dieser Maximen wird eine Firma nicht gekauft. Sondern eine andere.

Es geht dabei nicht darum, jemandem Geld wegzunehmen und als Dankeschön dafür auch noch die Verantwortung abgeben! Das ist ja der traurige Ist-Zustand: Die Bevölkerung erarbeitet/produziert alle Produkte, sie kauft/bezahlt alle Produkte, und sie trägt die Verantwortung; sei es als Mitarbeiter durch Lohnkürzungen oder Entlassung; oder als Verbraucher, der zum Beispiel durch den Kauf von Produkten eine Firma vor dem Konkurs rettet; oder durch Bankkredite oder Steuervergünstigungen, die auch der Verbraucher finanziert/trägt. Tatsächlich bürdet also die wirkliche Verantwortung auf den Schultern der ganzen Bevölkerung. Und das ist nicht nur bei Betrug so, aber bei Betrug wird es besonders deutlich. 

Soll-Zustand: MiG tritt an die Stelle des Gesellschafters, angestellte Geschäftsührer leiten die Firma wie gehabt und die Mitarbeiter in der gekauften Firma behalten grds. ihre Positionen und Aufgaben. Als neuer Gesellschafter trägt MiG die Verantwortung als solcher. Und verteilt u.a. das Geld neu. MiG greift damit an der Wurzel an und leitet das Geld bereits dort um, wo es erwirtschaftet wird und wo Geld seine Richtung einschlägt zu arm oder reich. 
Bei der Gelegenheit wüsste ich gerne den Begriff Arbeitnehmer abgeschafft, denn mit der Suggestion, man nehme Arbeit und auch noch Geld und der Unternehmer sei der, der Arbeit und Geld gibt, spiegeln die Begriffe irrtümliche Einseitigkeit und zwangsbehaftete Dankbarkeit wider. Die meisten Unternehmer sind ohne ihre Angestellten nichts. Ohne die Kaufkraft der Bürger sind alle Unternehmen nichts. Die Bevölkerung erarbeitet und erwirtschaftet alles und sie ist gleichermaßen Kunde ihrer eigenen Produktivität. Unternehmen sind lediglich Schleusen, in denen das Produkt von der Herstellung zum Gebrauch wechselt. Es gibt keinen Grund, Unternehmern an diesen Wendepunkten besonderen Reichtum zuzuteilen.

 

Um Geld zu erwirtschaften, braucht es nicht eine Person, sondern?

 

Wenn man in jeder Firma Mitarbeiter entlassen würde und der Unternehmer die Aufgaben dieser Mitarbeiter selber übernehmen müsste, wieviel könnte er dann noch erwirtschaften? Das kann man bis auf 0 Mitarbeiter runterkalkulieren. Man kann also jedem Mitarbeiter in einer Firma tatsächlich einen bestimmten Umsatzanteil zuordnen. Wieviel Umsatz macht ein Unternehmer, wenn er alles alleine machen muss? Vielleicht nicht 0,-€, aber doch sehr sehr viel weniger als jetzt. Sind die Mitarbeiter nicht ihren Umsatz wert ? 

Firmengewinne auf alle verteilen, Gehaltshöhe selbst bestimmen, Mitarbeiter, die ihren Chef wählen, Urlaub nicht mehr einreichen, sondern einfach machen und noch viel mehr - Utopie oder Pragmatismus? Hier kann man lesen, dass hervorragend funktioniert, was nicht sein darf und doch sein kann.

 

Urlaub nach Gusto. Was ändert sich eigentlich, wenn jeder soviel Urlaub nehmen kann, wie er will? Die Erfahrungen einiger amerikanischer Unternehmen zeigen: nicht das, was man erwartet. Brandeins 08/2012
Teams sind die besseren Chefs. Nicht einsame Entscheider, sondern Teams sind die besseren Führungskräfte. Hamburger Abendblatt Jan. 2015
Gehaltshöhe selbst bestimmen. Die Mitarbeiter* der Eimsbütteler Agentur Elbdudler bestimmen selbst, wieviel sie verdienen. Zeit 04/2014
Wir sind die Firma. Süddeutsche Zeitung, Leitartikel in „Beruf & Karriere“ vom 03./04. Jan. 2015 
Wir sind Chef. Demokratische Unternehmen: Wie sie funktionieren und warum sie erfolgreicher sind Enorm 01 2016 ....
Spiegel. Top of all ! 1974, die Initiative des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, 50% des Verlages an die Mitarbeiter abzugeben und später nochmal 0,5% dazu. Das war und ist SPEKTAKULÄR ! Aber wie lautet heute noch das ewige Argument dagegen? Mit vielen Häuptlingen könne man keine Firma führen. Ok, einfach ist das nicht, aber welche Firmenführung ist schon einfach? Und immerhin schreiben wir das Jahr 2016 und den Spiegel gibt es noch, oder?! Viel zu oft ist nämlich gar nicht das Konzept/die Idee schlecht, sondern vielmehr die Einstellung dazu. Und viel zu oft sind es doch genau diese schlechten Einstellungen, die ein gutes Konzept kaputt machen (wollen und/oder können). Und es sind auch tatsächlich genau diese schlechten Einstellungen und Entscheidungen, die eine ganze Welt kaputt machen (wollen und/oder können).

  

Vom Investor zum Impactor

 

MiG will nicht mit vielen Häuptlingen arbeiten, sondern greift an einem anderen Hebel an, an dem größten Hebel überhaupt. Geld.

Geld spielt auch bei uns die zentrale Rolle, aber mit neuen Karten. Die alten sind abgegriffen und auch nicht die saubersten. Ausserdem brauchen wir Modelle für neue Firmenkulturen, die über die o.g. Einzelstücke hinausgehen. MiG ist solch ein Modell, denn es spezialisiert sich auf futuristische Mitarbeiter- und Geschäfts-Modelle sowie auf aktives Social Entrepreneurship und offensive CSR.

Was passiert denn, wenn den Menschen kollektiv wirtschaftliche Immunität ermöglicht wird? Verschiedenste Modelle oder Selbstversuche zeigen, dass Freiräume, Schaffensdrang und Verantwortungsbewußtsein entstehen, wenn man finanziell den Rücken frei hat. Der Berliner Michael Bohmeyer geht sogar soweit und sagt "Im bedingungslosen Grundeinkommen schlummert eines der größten Potenziale, um unsere Gesellschaft einen Schritt nach vorne zu bringen."  mein-grundeinkommen.de
Selbst beim Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit in Bonn weiß man durch Forschungen und Versuche, dass Menschen keineswegs in Lethargie verfallen, sobald sie nicht mehr um das Einkommen kämpfen müssen. “Im Gegenteil, sie nehmen plötzlich Dinge in die Hand, die man ihnen gar nicht zugetraut hätte.“ so Alexander Spermann, Direktor Abreitsmarktpolitik Deutschland am IZA Bonn. Spiegel 07/2014 
Die ungeplanten Auswirkungen des Elterngeldes bestätigen das ebenfalls. War das Elterngeld doch dazu gedacht, den Kindersegen anzuregen, führt es tatsächlich dazu, dass Mütter und Väter früher und gerne wieder arbeiten wollen, und es auch tun. Durchweg interessante Entwicklungen und überraschende Erkenntnisse mit hervorragender Perspektive. 

Wenn das nicht noch ein Grund mehr ist.... Für eine weltweit gesundende Gesellschaft ist die Umverteilung des Geldes eine unumgängliche Voraussetzung. Wir können lernen und erfahren, wie es ist, wenn wir uns nicht nur die Pflichten teilen, sondern auch das Geld. Es ist mehr als genug da, Panik ist also unbegründet. Und deshalb ist es auch nur logisch und konsequent, das Erwirtschaftete direkt auf alle zu verteilen. Dafür braucht es Mut, Experimentierfreude und eine gesunde Portion Pragmatismus. Hinter der Neuverteilung verbirgt sich eine Größe und ein Erfolgs-Potenzial, das für viele noch unvorstellbar ist. 
Gegner solcher neuen Konzepte und Ideen haben als negative Argumente nur ihre Theorie, der Wunsch ist Vater des Gedankens. Befürworter aber haben das, was man braucht: Reale praktische Beispiele mit positiven Ergebnissen! Theorie versus Praxis. Warum also an der Theorie festhalten und sich von der Illusion aufhalten lassen? 

 

So wie man Menschen nicht fragt, ob es in Ordnung ist, dass man sie schlecht behandelt,

so würde ich sie auch nicht fragen, ob sie einverstanden sind, wenn man sie gut behandelt.

 Ich würde es einfach tun.

 

 


Menschen lieben es, produktiv zu sein. Das zu Honorieren, macht diese Sehnsucht nicht geringer.
Bitte lesen Sie meinen Beitrag über Energien, und was sie mit uns machen.


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MiG Kurzkonzept für Kooperationspartner
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CSR & Crowdfunding

Corporate Social Responsibility, CSR, unternehmerische Gesellschafts- und Sozialverantwortung - das gilt es mit Taten zu beleben, die über die Abhängigkeit von Wohltätigkeit hinausgehen. Wo Politik und Wirtschaft sich schwer tun oder sogar versagen, beantwortet Crowdfunding wie kaum eine andere Möglichkeit das kollektive Bedürfnis nach CSR. Die Crowd, die Bürger helfen sich selbst, wohlhabend oder nicht-wohlhabend, aber alle, die sich in dieser Sache einig sind. Das World Wide Web macht es möglich.

Das Potential wird deutlich, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet. Nach Schätzungen des auf Crowdfunding spezialisierten Marktforschungsunternehmens Massolutionen liegt das Volumen 2013 für über Crowdfunding finanzierte Projekte weltweit bei 5,1 Mrd. USD (2012 über 2,7 Mrd. USD und 2011 über 1,5 Mrd. USD). Laut fortune und einer Studie der Weltbank soll der weltweite Crowdfunding-Markt bis zum Jahr 2025 auf 96 Milliarden USD pro Jahr anschwellen; s. Fortune 04/2014 Mit 3,7 Mrd. USD ist Nordamerika nach wie vor der größte Markt für Crowdfunding, gefolgt von Europa mit etwa 1,3 Mrd. USD. Innerhalb Europas stellt Deutschland den wichtigsten Markt. Mit 27% verzeichen soziale Projekte den mit Abstand größten Wachstumsmarkt (gefolgt von gewerblich 17%, Film 12% u.w.). Das MiG-Beteiligungsmodell ist sozial, der Benefit gilt dem Großteil der Bevölkerung. 

 

Struktur & Finanzierung

1.  Funder = Investoren & Crowd statten MiG mit Kapital aus, das dazu eingesetzt wird, sich an Firmen oder Projekten zu beteiligen. Das Investment erfolgt in Form von partiarischen Nachrangdarlehen.

2.  Die Stimmrechte verbleiben wie gehabt bei den durch Gesellschaftsvertrag verpflichteten Gesellschaftern.

3.  Die Rendite aller Funder ist (bewußt) gering, vorrangig ist der Benefit, dass bei beteiligten Unternehmen Angestellte von der Gewinnverteilung und anderen Werten profitieren. Dafür ist durch die Beteiligungsgesellschaft aber auch das Risiko von Fehlinvestitionen geringer.

4.  Um dieses Konzept zu möglichst großer Bekanntheit und Präsenz in der Gesellschaft zu führen, wird es aufgebaut und beworben über das Konzept „crowdfunding upgrade“. Crowdfunding ist das intelligente Sprungbrett für eine flächendeckende Finanzierung und schnelle Verbreitung dieser CSR Idee. Dennoch benötigt dieses einfache aber sehr wirkungsvolle Vorzeigemodell Anschubkapital von Einzelinvestoren, die gewonnen werden müssen.

5.  Möglichkeiten für die Crowd zum Invest in MiG finden fortlaufend und regelmäßig statt. Interessante Firmen oder Projekte werden auf der hauseigenen Crowdfunding-Website von MiG detailliert vorgestellt.

6.  Die Entwicklung und die Ergebnisse aller Firmen und Projekte werden den Fundern im Internet/Intranet durchsichtig präsentiert. An MiG beteiligte Funder voten für die Firmen, an denen sie sich eine Beteiligung wünschen; später steht jedem Funder, der MiG regelmäßig mit mindestens 100,-€ pro Jahr unterstützt, ein jährliches Stimmrecht zu (je Firma/ Projekt ein Voting). Stimmrechte sind nicht an die Fundinghöhe gekoppelt, um Finanzstarke nicht zu bevorzugen. Das ist ein wichtiger Punkt, denn grade das Geld soll ja nicht den Ausschlag geben, sondern die Menschen mit gleichberechtigten Stimmen. Ein Mensch, eine Stimme.

Kennen Sie die Geschichte „Der Äthiopier“ von Ferdinand von Schirach aus seinem Buch „Verbrechen“? (zu erhalten z.B. bei Piper) Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Inspiriert davon stelle ich mir auch Beteiligungen an besonderen Projekten im Ausland vor. Die Unterstützung solcher Projekte erfolgt ebenfalls über MiG. Nach dem Vorbild „Ärzte ohne Grenzen“ könnten erfahrene Unternehmer und Fachkräfte vor Ort freiwillig für eine Weile ihre Hilfe zur Selbsthilfe einbringen.

Oder wollen wir wirklich so weitermachen wie bisher? Haben wir überhaupt eine überlebensfähige Alternative? Geld ganz abschaffen vielleicht, ginge das? Es ist die Frage, wie es sich mit der Geldsucht verhält: So wie mit der Abhängigkeit von Zigaretten, Alkohol oder Drogen, dass es also ganz ohne ginge? Oder wie mit der Sucht nach Essen - ohne geht es nicht, es ist nur die Frage der Menge und der Balance? Immerhin verzeichnet die Geld- und Machtsucht weltweit die mit Abstand größte Anzahl Abhängiger und Co-Abhängiger; mit den irresten Ausreden beider Seiten, dass man gar nicht abhängig sei. Wollen wir das wirklich? Abhängig sein? Oder wollen wir unabhängig sein als einzig mögliche Grundlage für geistige und körperliche Bewegungsfreiheit.

MiG steht für ein offensives, aktives und profitables Social Entrepreneurship wie kein anderes mir bekanntes Konzept. Wenn wir wiklich eine bessere Welt wollen, gehört die konsequente Neuverteilung des Geldes zwangsläufig dazu. Alles andere ist geschminkt.

Dieses Konzept ist eine Vision, von der ich zutiefst überzeugt bin. Und von der ich hoffe, dass sie sich früher oder später durchsetzen wird. Je früher desto besser. Wie wär es mit jetzt? Wenn wir mal vorspulen zu einer 50 Mio € Marke: Das hört sich viel an, aber ist es das wirklich? Denken wir an die 13 Mrd€ pa Steuerhinterziehung in Deutschland, an die ersten 15 Mrd USD aus dem VW Betrug, an die deutsche Steuerverschwendung von geschätzten 30 Mrd € pro Jahr oder an die geschätzten 50 Mrd € per anno aus deutschen Kartellschäden etc. pp - wir kommen sicher schnell auf weit über 100 Milliarden Euro pro Jahr! Das sind doch alles Gelder, die bereits durch die Crowd finanziert wurden! Zwar nicht über Crowdfunding, aber durch Crowdstolen, wenn man so will. 

Mit nur 0,05%! davon = 50 Mio € könnte MiG sich allein in Deutschland an 50-250 Firmen mit bis zu 30 Mitarbeitern beteiligen. Wenn man den Fokus dann noch auf eine Region läge, würde damit Stärke konzentriert werden. Die Themen persönliche Idetifizierung, Engagement und Fachkräftemangel wären in solchen Firmen und Regionen wahrscheinlich ein Tabu. Insgesamt dürfte das schon nach vergleichsweise kurzer Zeit eine enorme Bereicherung für die Gegend sein. Was für ein Schneeballeffekt! An wie vielen Firmen könnten wir uns wohl mit den gestohlenen 100 Milliarden € beteiligen?


Liebe Leser,

falls Sie sich bis hierher durchgerungen und geschlungen haben - erstmal Danke dafür! Und falls Sie das Gefühl haben, das Konzept irgendwie nicht zu verstehen, oder es macht Sie ratlos oder gar wütend - lassen Sie mich sagen: Ich selbst habe Jahre gebraucht, um meine eigene Idee in ihrer Tiefe und Größe zu verstehen. Es liegt nicht am Konzept selbst, denn das ist beinah einfach. Der grundsätzliche Aufbau einer Beteiligungsgesellschaft, die Struktur, und sogar die Ergebnisse - das ist erprobt und bewiesen. Was es so schwer macht, ist die immense innere Blockade zur Neuverteilung des Geldes. Das größte Risiko an diesem Konzept ist der Gewinn. 
Wenn Sie MiG mit Geld unterstützen und mit Einsatz und KnowHow etwas Grosses bewegen wollen - bitte melden Sie sich. Und lassen Sie uns alle gemeinsam die Gesellschaft einen entscheidenden Schritt nach vorne bringen. 

 

CSR, Crowdfunding, crowdsourcing, Change Management, Impact Investing,

Social Business, Social Turn Around Management, open innovation,

Transparenz, Glaubwürdigkeit, Entwicklung und 7-Meilenstiefel.

 

MiG

 ist ein Konzept für die Welt der technischen Revolution mit Bots und künstlicher Intelligenz.

Eine Welt, in der wir mehr denn je Kreativität und Schöpfungskraft brauchen werden.

 

 

Eine Idee von

Susanne Fritz

SL, August 2016

HH, Entwurf 2013

Idee 2006-2008

 

 


mission statement - to whom it may concern

 

PRO = Soll-Zustand und Werte, für die MiG steht

+ Für Unabhängigkeit von Wohltätigkeit 
+ Jeder der mag, darf gerne mehr als ein Auto fahren, mehr als ein Haus besitzen, in seinem eigenen Pool schwimmen, ein goldenes Bad haben, gerne auch dreimal im Jahr in den Urlaub fliegen, Motorboot cruisen, eine Weltreise machen,

+ eine Familie gründen mit so vielen Kindern wie er möchte,

+ studieren, wer will, wenn er will und was er will.

Wobei viele das gar nicht alles haben/machen wollten. Aber was viel mehr Menschen dann wollten, kaufen und bezahlen können:

+ Ökologisch und sozial verträgliche Produkte und Dienstleistungen. Die Nachfrage danach würde enorm ansteigen!

+ Als erstes natürlich ökologische Nahrung, die damit aus der Nische käme und auch die Tierhaltung maßgeblich verändern würde. Ökologische Tierhaltung muss man sich leisten und bezahlen können. Zwang hilft da wenig.

+ Oder ökologische Schokolade, ohne organisierten Kinderraub und -handel und ohne Versklavung.

+ Ökologische Kleidung, die nicht unter umweltzerstörenden, gesundheits-schädlichen und menschenunwürdigen Umständen produziert wurde.

+ Ökologische Möbel und nachhaltiger Häuserbau.

+ Viele neue Autos würden gekauft werden, aber Elektroautos, was auch die technische Entwicklung endlich rapide vorantreiben würde. Und noch viel mehr.

+ Alle Firmen, besonders auch kleine und finanziell instabile Unternehmen, die die ökologische Richtung trotz aller Widrigkeiten schon eingeschlagen haben, würden davon profitieren, ihre klassische Konurrenz überholen und eine höhere Kundenzuwendung genießen. Qualität wäre bezahlbar.
+ Kaufkraft ist eine sehr machtvolle Kraft für positive Veränderung.

Ist das nicht der bessere Weg, als der ewige Kampf gegen das Geld bzw. gegen Machtmißbrauch durch Geld?? In diesem Sinne Dank an alle Kämpfer: Gewerkschaften, Greenpeace, WeMove, Campact und alle anderen! Dennoch - ist das nicht auf Dauer ein mühseliges Unterfangen und letztlich ein Kampf gegen Windmühlen? Gibt es nicht ein mächtigeres Mittel? Doch, gibt es! Eine starke Finanz- und Kaufkraft für alle! Das ist die unumgängliche Voraussetzung für eine positive humanitäre Zukunft. Nicht nur in Deutschland, aber hier könnten wir doch schonmal damit anfangen.

 

CONTRA = Ist-Zustand, dem MiG sich entgegen stellt

- Gegen Krieg.

- Gegen Abhängigkeit von Wohltätigkeit, denn wohltätig sein zu können, ist eine Sache, es sein zu müssen, eine andere.
- Über 20 Mio Menschen leben in Deutschland unter oder an der Armutsgrenze.

- Fast 1 Mio Rentner müssen jobben, weil ihre Rente nicht reicht, über 10% davon sind 74 Jahre oder älter. Trotzdem verzeichnen wir in Deutschland geschätzte:
- 13 Milliarden € Steuerhinterziehung pro Jahr,
- 250 Milliarden € per anno in Europa aus Kartellschäden/Kartellabsprachen, davon vielleicht 50 Milliarden € in Deutschland,
- xy milliardenschwere fragwürdige Steuererleichterungen für Firmen, wobei die fragwürdige Höhe schwer zu beziffern ist, aber dafür haben wir noch
- 30 Milliarden € Steuerverschwendung pro Jahr,
- 15 Milliarden € mindestens aus dem VW-Betrug, aber es wird wohl ein Mehrfaches werden,
- xy Milliarden aus weiteren Betrugsdelikten von VW und anderen Firmen, denn es wär ja zu schön um wahr zu sein, wenn das der einzige Fall wäre, Tendenz steigend.
Zwischensumme? Weit über 100 Mrd € = 100.000.000.000 €. 

Pro Jahr.
100 Mrd € die jedes Jahr in den Besitz sehr wohlhabender Menschen fließen. Menschen, die doch letztes Jahr schon ein Geldentsorgungsproblem hatten.
100 Mrd € mit der 20 Mio Armutsgrenzler schlagartig aus selbiger geholt wären und mit denen Rentner arbeiten dürften und nicht müssten.

Weit über 100 Mrd € die bereits von der Crowd/von den Bürgern finanziert wurden, die aber nicht wieder bei ihr landen. Über 100.000.000.000 € Crowdstolen. Jahr für Jahr.

Bezüglich des MiG-Modells ist das aber tatsächlich nur die Spitze des Eisberges, der kleinere Teil und nur der Nebeneffekt der MiG-Idee, denn es sollen ja nicht nur die Betrugs- und Verschwendungsmilliarden dorthin gehen, wo sie hingehören, sondern vor allen Dingen sollen aus den Billionen Firmen-Umsätzen jedes Jahr die vielen 100 Milliarden € Gewinne an die Crowd fließen, das ist das große Ziel, das ist die wahre Bereicherung der Gesellschaft Deutschland. Das ist MiG xl.

 

 


 Wir brauchen in Deutschland dringend eine neue Unternehmenskultur.

Eine Kultur der Community, der Glaubwürdigkeit und des Respekts.

Denn Betrug der Wirtschaft ist keine Ausnahme. Sondern in den meisten 

Unternehmen fester Bestandteil und wichtiger Gewinnfaktor.

Alles getragen und finanziert von der Bevölkerung.

Auch die Auswirkungen. Die besonders.

 

Seit vielen Jahren bin ich nun hauptsächlich für kleinere und sehr starke und erfolgreiche Mittelstandsunternehmen tätig. Über 100 Stück an der Zahl. Und in den meisten Firmen verdienen die Geschäftsführenden Gesellschafter ein Vielfaches (!) von dem, was alle anderen Mitarbeiter im Jahr zusammen  verdienen. Bevor Sie weiterlesen: Lehnen Sie sich bitte einmal zurück und überschlagen das kurz mal … Ich kann Ihnen versichern, dass viele Mitarbeiter sich dessen gar nicht bewußt sind. Woher sollen sie das auch wissen? Übrigens ist das mit der persönlichen Haftung und den unglaublichen Risiken von Gesellschaftern und Unternehmern in der Form ein Ammenmärchen! Die Bevölkerung glaubt das zwar und wird auch in dem Glauben gelassen, grad so als wär die Erde eine Scheibe. Vielleicht hat sich das auch manch ein Unternehmer so oft eingeredet, dass er es sogar selber glaubt.... Wie viele oder eher wenige Menschen wissen überhaupt, dass bereits Wohlhabende, aber vor allen Dingen Reiche ein ganz besonderes Problem haben? Nämlich ein Geldentsorgungsproblem. Wenn Sie grade den Kopf schütteln, weil Sie das für Nonsens halten, dann gehören Sie offensichtlich nicht zu dieser Gruppierung. Aber alle anderen wissen, wovon ich spreche. Interessanterweise scheint es keine Besitzgrenze zu geben, die reiche Menschen veranlasst zu sagen: Jetzt hab ich genug, das reicht mir. Vielmehr ist es so, dass zunehmender Wohlstand oft sogar noch mehr Begehrlichkeit nach Reichtum weckt. Zeitgleich wird es immer schwieriger, das Mehr-Geld gut unterzubringen, weil analog die Angst zunimmt, dass Mehr immer weniger Wert wird. Den Banken will und kann man seinen Reichtum kaum anvertrauen, selbst, wenn dort mehr als nur klägliche 100.000,-€ abgesichert wären. Und so besteht ein entscheidender Teil des Reichtumalltags daraus, sich immer mehr Gedanken um das viele Geld zu machen; der eigentliche Geschäftszweck (Schrauben herstellen, Kleidung verkaufen oder was auch immer) rückt in den Hintergrund. Und was sich Unternehmer dann ausdenken, um unnötigerweise noch mehr Geld zu verdienen - da erlebt man die skurrilsten Sachen. Leider ist auch der aktuelle VW Skandal ein trauriges Beispiel dafür. VW war in keiner Notlage, nötig gewesen wäre das nicht. Ein korrekter Umgang mit den Anforderungen wäre wahrscheinlich deutlich günstiger gewesen. Und die ersten 15 Milliarden USD, die in die USA gehen, sind doch bei weitem nicht der einzige Schaden. Was für ein Werteverfall! Dafür müssten mindestens 2-10 Jemande wegen Betrugs zu Haftstrafen verurteilt werden. Ohne Bewährung.

 

Entsprechend findet die Idee der MiG Beteiligungsgesellschaft manch ein Unternehmer ziemlich skurril und so gab es kaum sachliche Antworten auf meine Fragen: Glauben Sie, dass man Intelligenz am Kontostand messen kann? Würden Sie mehr Verantwortung begrüßen, gerne mehr Kapazitäten und Potential freisetzen? Würden Sie sich freuen, wenn Ihre Leute gut gelaunt und voller Tatendrang in die Firma kommen? Unbequem habe ich Unternehmer auch gefragt, warum denn der stattliche Gewinn nicht einfach (mehr) auf alle Mitarbeiter verteilt werden kann oder warum so manch ein Mitarbeiter für mickrige 100,-€ Gehaltserhöhung kämpfen muss wie ein Löwe und dann auch die nächsten 5 Jahre bloß nicht nochmal ankommen soll. Die Erwirtschaftung eines Gewinns ist schließlich nicht nur mit Arbeitgebern möglich, es braucht die Arbeitskraftgeber genau so.  Bevorzugte Antwort der Unternehmer „Weil ich der Kopf bin?!!“.

So so - und was ist ein Kopf ohne Körper?...

 

Zum Beispiel Steuerhinterziehung. Das ist etwas, wozu die meisten Angestellten gar keine Möglichkeit haben. Und wenn doch, dann in der Regel nur mit Unterstützung ihrer Arbeitgeber, z.B. wenn Löhne teilweise schwarz bezahlt werden. Vermutlich ist Steuerhinterziehung eine Begleiterscheinung von geschätzten 99% der Unternehmer *. Klar, wir haben Höchststeuerlasten von ca. 50%, also einer Höhe, wovon Angestellte weit entfernt sind. Und weil sie ja schon genug Steuern zahlen, ist das für viele Wohlhabende hinter verschlossenen Türen gerne auch die Rechtfertigung für die verschiedensten Steuerhinterziehungsmodelle. Bedingt sogar verständlich. Merkwürdig ist nur, dass das Beklagen von zu hohen Steuern nicht verstummt unabhängig von der Höhe der Hinterziehung, also selbst dann, wenn z.B. die steuerhinterzogenen Einkünfte höher sind als das versteuerte Einkommen selbst. Aber rechnen wir doch mal einen geringeren Höchststeuersatz durch, oder am Besten gleich wie von der AFD gefordert, einen gemeinsamen Steuersatz von 25% für alle. Das klingt so schön gerecht. Und Gerechtigkeit ist doch wichtig. Schöne emotionale Erpressung.

 

Steuerrechnung Teil 1 - ein gemeinsamer Steuersatz von 25% aus der möglichen Sicht von Unternehmern:

Man nehme die steuergemeldeten Einkünfte, addiere das hinterzogene Schwarzgeld dazu und berechne dann anhand der tatsächlich gezahlten Steuern den daraus ermittelten und geleisteten Steuersatz. Huch, der is ja viel kleiner als er sein sollte. Na geht doch. Aber man kann sich ja trotz dieser positiven mathematischen Gleichung noch über zu hohe Spitzensteuersätze beschweren, Frechheit siegt, warum nicht?! Da die AfD für deutlich geringere und einheitliche Steuersätze eintritt - vielleicht sind die ja ein guter Ansprechpartner. Offensichtlich sogar. Immerhin kommt ein Großteil der AfD-Wähler aus der Top-Verdiener-Liga in unserem Land ...

 

Steuerrechnung Teil 2 - ein gemeinsamer Steuersatz von 25% aus der Sicht von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten:

Mitarbeiter übrigens, die einen Teillohn schwarz bekommen, haben selten etwas davon, da solche Mitarbeiter in der Regel sowohl offiziell als auch inoffiziell gleichermaßen schlecht bezahlt werden. Aber egal, also 25% für alle. Das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt aller Versicherten lag 2014 bei knapp 2876,-€ monatlich. Aktuell ist es bei Steuerklasse IV und 1 Kind so, dass davon für Steuern, Soli und Sozialverischerung ca. 36% runtergehen, bleiben netto ungefähr 1840,-€ übrig. Bei einem einheitlichen Steuersatz von 25% lägen wir bei den gleichen 2876,-€ brutto aber bereits bei gesamten Lohnnebenkosten von 47% und damit nur 1.524,-€ netto. Der gleiche Mitarbeiter hätte also schlagartig jeden Monat über 300,-€ weniger, also nur noch etwas mehr als die Hälfte des Bruttolohns für sich und die Familie zur Verfügung. Halleluja!

Man sollte dabei auch bedenken, dass die Kosten für Gesundheits- und Altersabsicherung bei Mitarbeitern bereits einen Großteil ihrer Einnahmen fressen, da ist also nicht mehr viel Luft. Wohingegen die existenzielle Krankenversicherung von Unternehmern im kleinen 0,%-Bereich liegt, da ist viel Luft. Wie bei der Steuerhinterziehung (die ja vielleicht für die Altersversorgung ist, wer weiß). Wenn wir also wirklich mal bei einem einheitlichen Steuersatz von 25% sein sollten, können wir ja gleich noch den Krankenkassenzusatzbeitrag für Mitarbeiter erhöhen, wenn wir schon dabei sind. Oder warum nehmen wir nicht überhaupt einfach pauschal 50% vom Bruttolohn, dann muss man nicht immer so viel rechnen... 

 

Viele Unternehmer habe ich so ganz nebenbei gefragt, was sie machen würden, wenn man ihnen sagte, dass sie ab morgen nur noch 2500€ brutto monatlich bekommen würden. Das entspricht ungefähr dem durchschnittlichen Bruttoentgelt in Deutschland. Können Sie sich vorstellen, was die häufigste Spontanantwort der Unternehmer war? "Ich würde mich umbringen". Sie sind schockiert? Dann hören Sie dies: Ich habe Unternehmer kennengelernt, die das tatsächlich wahr gemacht haben. Haben Sie eine Ahnung wieviele Menschen sich umbringen würden, wenn alle so denken würden? Nicht nur Deutschland wär recht leergefegt... Aber mit oder ohne Selbstmord - solche Äusserungen, solche Einstellungen zeigen, wie unterirdisch beleidigend die jetzige Bezahlung der meisten Menschen ist. Von Honorierung kann man da wirklich nicht sprechen.

Wenn ein Großteil der Firmen-Gewinne über die Gehälter an viele verteilt wird, landen auch die Steuern anstatt über irgendwelche Steuertrick-Modelle oder -Oasen tatsächlich dort, wo sie hingehören – bei den Menschen. Das wird dann über die Lohnsteuer geschehen, aber auch über die Umsatzsteuer, denn wenn allen mehr Geld zur Verfügung steht, werden sicher die meisten auch mehr kaufen. Was kann es besseres geben als ein reiches Land? Das eröffnet doch einen neuen Blick. Wenn alle Unternehmen sogar nur 50% der offiziellen Gewinne, die sie an die Gesellschafter, also sich selbst ausschütten, an die Mitarbeiter abgeben würden – die daraus resultierenden Möglichkeiten und Perspektiven sind kaum vorzustellen. Auch sperrige Firmen müssten zwangsläufig nachziehen, denn sicherlich würden Mitarbeiter solch ein Klima bevorzugen - den Gegnern ginge irgendwann gutes Personal aus. Und sicherlich hätten wir dann auch die kollektive Kraft, unsere Politik mal so richtig auf die Spur zu bringen!

 

By the way - nicht, dass ich zum heutigen Zeitpunkt unbedingt gegen Steuerhinterziehung bin; wie auch? Schließlich hab ich in unsere Politik nicht mehr Vertrauen, als in die Wirtschaftsgier. Politik als Hure der Wirtschaft oder andersherum - da beißt sich die Katze also in den Schwanz, Regen und Traufe, Sie wissen schon. Und trotzdem - bei allen Auswertungen, die eine klare Sprache sprechen, leben wir immer noch in einer Zeit, in der eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung den Beigeschmack des Verräters hat. 

Und das Konzept, Mitarbeiter grundlegend am Erfolg eines Unternehmens zu beteiligen, passt hervorragend zu diesem neuen Erwachen. Und ganz nebenbei und zwanglos beugt es Steuerhinterziehung und -verlust vor. Die geschätzte Summe der Steuerhinterziehung belief sich in Deutschland in den letzten Jahren auf über 13 Milliarden € per anno (vgl. die Ausführungen und Tabelle 3.1 Seite 24 zur Schattenwirtschaft und Steuerhinterziehung in Deutschland und andere OECD Staaten von Prof. Dr. DDr.h.c. Friedrich Schneider, Institut für Volkswirtschaftslehre Johannes Kepler Universität Linz). Zum Vergleich: Das Haushaltsdefizit lag im gleichen Jahr bei 1,7 Mrd. €, diese Lücke wär also schon gestopft. Pro Jahr über 13 Mrd. € = 13.000.000.000 €, das mach durchschnittlich pro Monat über 1 Mrd. €. Damit könnte man auch über 1 Million Menschen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von 1.000,-€ versorgen. Jeden Monat ! Wenn man flächendeckend ein Firmenmodell wie MiG durchsetzen würde, kann man sogar davon ausgehen, dass es kaum noch Menschen geben wird, die ein BGE (bedingungsloses Grundeinkommen) überhaupt brauchen. Aber finanzieren kann man es auf jeden Fall. Und es würde ein Land in jeder Hinsicht sehr reich machen. 

 

Mal ehrlich: In Zeiten, in denen sich frühere Industriellenfamilien gegenüber heutigen Konzernstrukturen wie kleine Zwerge ausnehmen - ist in Anbetracht all dessen eine Diskussion über die Senkung von Spitzensteuersätzen ernsthaft akzeptabel? 

Aber: Die meisten Unternehmer werden das nicht freiwillig tun. Also müssen wir es selbst machen. Was wär also, wenn wir das ändern? Welche Risiken gilt es zu bedenken? Und wessen Risiken sind es? Welche Chancen stehen dem entgegen und wem stehen sie offen? Was passiert, wenn wir dem Berufsleben eines jeden Einzelnen mit Anerkennung und Respekt auf Augenhöhe begegnen? Die Verteilung des Profits muss zwangsläufig dazu gehören. Solange das nicht so ist, bleiben wir doch im Zeitalter der Leibeigenschaft hängen.

Wenn Mitarbeiter endlich anfangen, sich selbst angemessen zu schätzen, und wenn Unternehmer es ihnen gleichtun, dann sollte gerechtere monetäre Verteilung selbstverständlich sein. Wer oder was sind wir denn, wenn der Wert des Geldes über den des Menschen gestellt wird?