Kollektives StartUp: Drittes Level

Wenn man den Dritten Sektor das Dritte Level nennt, versteht man, was geht. Unbestritten ist, dass der Mensch immer und überall natürlichen Gesetzen unterlegen ist. Polarität ist so ein unüberwindbares Gesetz, das gilt auch im Business. Unsere schnelllebige Zeit (eine Entwicklung, die ich persönlich sehr mag) braucht eine langlebige Polarität. Die ist nur in nachhaltigen Werten zu finden. Unser Umgang mit Geld spielt dabei aktuell die grösste und unumgängliche Hauptrolle. Eine neues kolletives Bewusstsein zu Geld betrifft alle Menschen, Arme, Wohlhabende und Reiche, denn alle Menschen kommen aus unserer Mitte, jeder könnte jeder sein. Nun macht diese extrem schnelllebige Zeit mit Tendenz zu noch schneller uns alle zwangsläufig zu Kurzstreckenläufern, auch im Business. Aber wieviel Schnelligkeit und Achterbahnfahren vertragen wir? Und wann fliegen wir aus selbiger? In Sachen Perspektive stehen wichtige Fragen im Raum: Wo im Sinne der Polarität, also des natürlichen Gleichgewichtes ist die Langlebigkeit, wer und wo sind die weitsichtigen Langstreckenläufer unter uns, wer kann sogar beides? Diesen Konzepten müssen wir uns widmen, das ist der Klebstoff, der uns bei Tempo in der Bahn hält.

In den letzten Jahren habe ich viele Konzepte gelesen und den Aufbau von fast ebenso vielen Konzepten begleitet. Bei so manch einer erfrischenden Idee würde ich heute gänzlich von einem Konzept oder Businessplan absehen und zu "just do it" raten. Nicht nur Facebook ist ein gutes Beispiel. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die meisten Investoren und Banken nichts von einem in eine feste Form gepressten Facebook-Konzept (wenn es eines gegeben hätte) verstanden, geschweige denn auch nur für 5 Pfennig die Grösse erkannt hätten. Aber leider sind Neugründer, Forscher und Aufbruchwillige auf der Suche nach Startkapital viel zu oft von genau solchen Insitutionen und Menschen abhängig. Menschen, die renditegesteuert sind und die ihr Geld bereits gemacht haben. Das ist eine Krux, denn seit menschengedenken sind doch die meisten grossen Ideen von Newcomern gekommen, so, wie viele Unternehmer selbst mal unerfahrene Neulinge waren. Wieviel Innovationskraft mag wohl durch die Abhängigkeit von Geld und angeblich notwendiger Erfahrung verloren gehen?
Zudem bin ich überzeugt davon, dass man heute die Qualität oder das Erfolgspotential eines Konzeptes keineswegs immer am Kundenverhalten messen kann oder geschweige denn sollte. Wer meint, dass die Masse immer in die richtige Richtung läuft, hat wenig gelernt. Zu einer hochentwickelten Gesellschaft gehört zwangsläufig ein erweitertes Bewusstsein der Gemeinschaft, und das erwacht ja grade erst. So manches social und sustainable Business wäre diesem positiven Prozess sehr dienlich, dafür braucht es Experimentierfreude und eine gute Portion Zuversicht, aber eben keine Überheblichkeit von Menschen, die Intelligenz immer noch gerne am Kontostand gemessen wüssten. Es braucht kollektiv mehr Menschen, die aus der illusorischen Renditesteuerung und/oder Opferhaltung (Anbetung von selbiger Rendite) rauskommen und sich zutrauen, von der Masse zu lösen. Denn das grosse 1x1 sieht anders aus. Wir wissen, dass weder Menschen mit einem hohen IQ noch Menschen mit einem hohen Kontostand Garanten für eine gute Welt sind. Es muss eine andere Grösse geben, die Maßstab ist. Nicht umsonst (der Preis ist hoch) heisst es bisher, im dritten Sektor verdiene man kein Geld, aber das ist ein Irrtum. Nennen wir den dritten Sektor mal drittes Level, das es zu erreichen gilt. Dann mag man leichter verstehen, was most oder maximum profit tatsächlich bedeutet. Es ist beeindruckend und auch recht merkwürdig, wie kurzsichtig renditeinfizierte Menschen sind, die keine Erfahrung und offensichtlich auch keine Vorstellungskraft davon haben, was eine hochentwickelte Gesellschaft wirklich bedeutet ~ wie abgefahren fortschrittlich, geil und spannend so eine Gesellschaft sein wird.